Mensch im Mittelpunkt

Aktuelles

Im Diakonischen Werk Rendsburg-Eckernförde ist viel los!
Lesen Sie hier Neuigkeiten über Projekte und Veranstaltungen.

 

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Praxis ohne Grenzen Rendsburg für den Bürgerpreis nominiert

Ein Filmteam in der Rendsburger Praxis ohne Grenzen in der Moltestraße ist etwas Besonderes. Dr. Achim Diestelkamp, ehrenamtlicher Teamleiter der Praxis, musste für die Kamera beispielsweise mehrere Male die Räume der Praxis in der Moltkestraße 1 betreten. Dann war das Bild in Ordnung und der Kameramann konnte drinnen weiter drehen. Hintergrund für den Dreh: Die Praxis ohne Grenzen Rendsburg ist für den Schleswig-Holsteinischen Bürgerpreis nominiert worden. Bei der Preisverleihung am Montag, 5. November, werden die neun Nominierten in einem kleinen Film vorgestellt. Dafür standen Achim Diestelkamp und sein Team  vor der Kamera.

„Wir freuen uns sehr, dass die Praxis ohne Grenzen es in die Finalrunde des Bürgerpreises geschafft hat“, sagt Diana Marschke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde gGmbH, der Trägerin der Einrichtung. „Jetzt drücken wir in der Diakonie alle Daumen, dass die Praxis den Preis gewinnt. Die Ehrenamtlichen dort sind wirklich Alltagshelden.“

Neben der Praxis ohne Grenzen, die Menschen ohne Krankenversicherung behandelt, haben es fünf weitere Nominierte in der Kategorie „Alltagshelden“ in die Finalrunde geschafft, in der zweiten Kategorie U27 gibt es drei Nominierte. Aus den Nominierten die Preisträger zu ermitteln, ist Aufgabe der Vergabejury. Den Vorsitz haben die beiden Schirmherren des Schleswig-Holsteinischen Bürgerpreises, Landtagspräsident Klaus Schlie und Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein.

Mit dem Bürgerpreis wollen der Landtag und die Sparkassen ehrenamtliches Engagement würdigen und ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Medienpartner des Wettbewerbs sind NDR 1 Welle Nord und das Schleswig-Holstein Magazin des NDR Fernsehens.

Die Praxis ohne Grenzen in Rendsburg kümmert sich seit fünf Jahren um eine Erst- und Grundversorgung für Menschen ohne Krankenversicherung und Bedürftige. Mittelständler ohne Krankenversicherung werden ebenso behandelt wie Illegale, also Menschen ohne berechtigten Aufenthaltsstatus, oder auch Obdachlose.

Sechs Ärzte und zehn Helferinnen und Helfer versorgen die Patientinnen und Patienten ehrenamtlich. Durch ein gutes Netzwerk zu Ärzten, Apothekern und zum örtlichen Krankenhaus können auch schwierige Fälle gelöst werden. Neben der medizinischen Betreuung berät die Praxis die Patienten auch dahingehend, wie sie wieder eine Krankenversicherung erlangen können. Diese Arbeit wird komplett durch Spenden finanziert.

Außerdem ist die Praxis verantwortlich für die Ausstellung von Kostenübernahmen für Empfängnis verhütenden Maßnahmen für die Familienplanung von Empfängern von Sozialleistungen. Dieses Projekt wird unterstützt vom Kreis Rendsburg-Eckernförde und wird sowohl von Deutschen wie auch von Flüchtlingen angenommen.

Das Foto zeigt von links: Achim Diestelkamp, Doris Neumann, Lutz Backhaus, Henning Schmidt und Regina Meyn. Im Hintergrund Filmemacher Knud Marbach.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Bärchenschmiede unterstützt Rendsburger Tafel

Bedürftige Kinder haben in den vergangenen Wochen von der Rendsburger Tafel Wohlfühltüten bekommen. Diese Tüten, gefüllt mit Schulsachen, einer Rechenmaus und einem Tröstebär, haben Gitta Heinze und Renate Zoephel den Kindern überreicht. Beide engagieren sich ehrenamtlich für die Rendsburger Tafel und sind unter anderem für die Kinderkochkurse verantwortlich. Die Rendsburger Tafel wird getragen vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde.

Die Wohlfühltüten stammen von der „Bärchenschmiede“ (früher „Aktion Tröstebären“) um Organisatorin Sabine Schnoor aus Rendsburg. Die Mitglieder ihrer Gruppe haben die Bärchen und die Rechenmäuse genäht, gehäkelt oder gestrickt, die weiteren Materialien für die Tüte bei verschiedenen Läden als Spende eingesammelt und an die Rendsburger Tafel übergeben.

Neben den Rendsburger Kindern konnten sich auch Kinder in Neumünster und Bad Sülzer (Mecklenburg-Vorpommern) über die Tüten freuen. Denn nicht nur die Mitglieder der Bärchenschmiede sind über ganz Deutschland verteilt und über WhatsApp vernetzt. Auch die Tröstebären gehen sowohl in die Region Rendsburg als auch in viele weitere Teile Deutschlands.

„Die Bären werden in Handarbeit zu Hause hergestellt“, sagt Sabine Schnoor. Rentnerinnen, Hausfrauen aber auch Arbeitnehmerinnen sind dabei und schicken die Tröstebären nach der Fertigstellung zu ihr nach Rendsburg. Mittlerweile sind etwa 1500 Stück zusammengekommen. „Ich verteile sie dann“, sagt Sabine Schnoor. Die meisten Bären gingen an Heime für Demenzkranke, aber auch ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser und eben nun auch die Tafel sind willkommene Abnehmer. „Die Kinder haben sich sehr gefreut“, sagt Gitta Heinze.

Das Foto zeigt: Jessica Jensen, Renate Zoephel, Gitta Heinze, Rita Sajid (hinten von links), Sabine Schnoor, Birgit Brammer und Helga Schleiminger (vone von links).

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Stop-Apotheke spendet 1002 Euro an Praxis ohne Grenzen

Die diesjährige Kraut- und Rübentombola der Stop-Apotheke in der Eckernförder Straße in Rendsburg war wieder ein großer Erfolg - für die Apotheke und die Praxis ohne Grenzen. Denn die Einrichtung in Trägerschaft des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde ist in diesem Jahr der Empfänger des Erlöses. Für insgesamt 652 Euro haben die Kunden Lose gekauft und hatten so die Chance auf den Hauptgewinn, einen Kugelgrill.

Apothekerin Dr. Sandra Landgraf legte noch einmal 350 Euro rauf, so dass sich Dr. Achim Diestelkamp, ehrenamtlicher Teamleiter der Praxis ohne Grenzen, über insgesamt 1002 Euro für die Arbeit freuen kann. „Die Praxis ist eine ganz tolle Einrichtung“, sagt Apothekerin Landgraf. „Ich finde es gut, eine Einrichtung vor Ort mit einer Spende zu unterstützen.“ Das ganze Jahr über werden in der Apotheke die Gewinne der Tombola wie Kosmetik, Kugelschreiber, Kuscheltiere oder Blumenzwiebeln gesammelt. Zwei Wochen vor der Tombola können die Kunden sie bereits begutachten und sich dann an zwei Tagen des sogenannten Kräuterfests Lose kaufen.

Die Praxis ohne Grenzen in Rendsburg kümmert sich seit fünf Jahren um eine Erst- und Grundversorgung für Menschen ohne Krankenversicherung und Bedürftige. Mittelständler ohne Krankenversicherung werden ebenso behandelt wie Illegale, also Menschen ohne berechtigten Aufenthaltsstatus, oder auch Obdachlose. Sechs Ärzte und zehn Helferinnen und Helfer versorgen die Patientinnen und Patienten ehrenamtlich. Durch ein gutes Netzwerk zu Ärzten, Apothekern und zum örtlichen Krankenhaus können auch schwierige Fälle gelöst werden. Neben der medizinischen Betreuung berät die Praxis die Patienten auch dahingehend, wie sie wieder eine Krankenversicherung erlangen können. Diese Arbeit wird komplett durch Spenden finanziert.

Außerdem ist die Praxis verantwortlich für die Ausstellung von Kostenübernahmen für Empfängnis verhütenden Maßnahmen für die Familienplanung von Empfängern von Sozialleistungen. Dieses Projekt wird unterstützt vom Kreis Rendsburg-Eckernförde und wird sowohl von Deutschen wie auch von Flüchtlingen angenommen.

Das Foto zeigt: Dr. Sandra Landgraf, Inhaberin der Stop Apotheke Rendsburg und Dr. Achim Diestelkamp, ehrenamtlicher Teamleiter der Praxis ohne Grenzen.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Diakonie verabschiedet Ulrich Kaminski in den Ruhestand

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde gGmbH hat am Freitag (24. August) den Fachbereichsleiter Schule und Soziales, Ulrich Kaminski, in den Ruhestand verabschiedet. In einem Gottesdienst in der Kirche St. Marien Rendsburg wurde dem 63-Jährigen zudem das Goldene Kronenkreuz der Diakonie verliehen. Die gut 100 Besucherinnen und Besucher applaudierten und Ulrich Kaminski musste gestehen: „Ich bin sprachlos.“

Propst Sönke Funck, der den Gottesdienst leitete, erinnerte in seiner Ansprache an die Verbindung von politischem Engagement in der Kommunalpolitik und Kaminskis Tätigkeit bei der Diakonie. Er habe Lobbyarbeit durch die Pflege persönlicher und beruflicher Verbindungen betrieben und versucht, für die Menschen, die Hilfe benötigen, Einfluss zu nehmen. Dabei sei es ihm im christlichen Sinne immer um den einzelnen Menschen und zugleich um die Verbesserung seiner Lebensbedingungen in der Gesellschaft gegangen.

„Ihr Lebensinhalt war es, für andere Menschen da zu sein, Hilfe und Unterstützung zu leisten“, sagte die Geschäftsführerin der Diakonie des Kirchenkreises, Diana Marschke, bei der Verabschiedung in Richtung ihres langjährigen Vertreters bei Abwesenheit und Urlaub. Karsten Fabel, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Diakonie, würdigte Kaminskis Berufsleben „für den Nächsten“. Er habe sich mit ganzer Kraft  für die Klienten sowie für die Diakonie als Unternehmen eingesetzt.

Ulrich Kaminski begann seine Tätigkeit in der Diakonie im Herbst 1986 beim damaligen Diakonie Hilfswerk, das zum Landesverband der Diakonie gehörte. Der vormalige Bildungsreferent des Landesjugendverbandes Schleswig-Holstein kümmerte sich nun um Erziehung-, Lebens- und vor allem Suchtberatung. Er lernte viele unterschiedliche Beratungsarten kennen und wurde nach der berufsbegleitenden Ausbildung zum Sozialtherapeuten auch verstärkt in der Therapie tätig. Nach der Abgabe der Beratungsstelle an den Kirchenkreis baute er die verschiedenen Bereiche aus, unter anderem die Schuldner- und Insolvenzberatung für den Wirtschaftsraum Rendsburg, und wurde Leiter des Beratungszentrums.

Ulrich Kaminski war für den Aufbau der Obdachlosenhilfe in der Stadt Rendsburg maßgeblich verantwortlich und entwickelte die Rendsburger Tafel weiter. „Es gibt kaum einen Menschen in der Stadt, der diese Einrichtung nicht kennt und sie ist untrennbar mit Ihrer Person verbunden“, sagte Diana Marschke. Das zeige Kaminskis Engagement für Hilfsbedürftige Menschen und seine Ideen für deren Stärkung und Unterstützung. „Auch die Einrichtung einer Sprechstunde für Ämterlotsen verfolgte dieses Ziel und ist weit über die Stadt hinaus bekannt und anerkannt.“

Als nach der Gründung der gGmbH die Fachbereiche neu strukturiert wurden, übernahm Ulrich Kaminski den Fachbereich Soziales und war für die Entwicklung neuer Projekte verantwortlich. So baute er die ambulante Familienhilfe und Autismusberatung ebenso auf  wie verschiedene Angebote an den Schulen in Rendsburg und Eckernförde. Weitere der vielen Projekte, die maßgeblich unter seine Mitwirkung entstanden, sind die Praxis ohne Grenzen als hausärztliche Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung sowie der Ausbau der Tafeln mit Ausgabestellen in Osterrönfeld, Schacht-Audorf, Owschlag, Jevenstedt und Gettorf.

Foto: Pierre Gilgenast (Bürgermeister der Stadt Rendsburg), Stefan Gloe, Ralf Kaufmann, Diana Marschke, Ulrich Kaminski, Monika Wegener, Dunja Gander (alle Diakonie), Karsten Fabel (Aufsichtsratsvorsitzender der Diakonie) und Propst Sönke Funck

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Tauziehen am Kanal mit dem Carlo Club

Beim Carlo Club an der Sprottenschule in Eckernförde wollen alle an einem Strang ziehen. Und das nicht nur beim Sommerausflug an den Nord-Ostsee-Kanal in Sehestedt, wo die elf Grundschüler/innen und sowie 20 ihrer ehrenamtlichen Betreuer zum Abschluss ihre Kräfte beim Tauziehen gemessen haben. Für die Kinder war der Ausflug eine tolle Sache. „Nur eines von elf Kindern war überhaupt schon einmal am Nord-Ostsee-Kanal“, sagt Ulrike Ludewig, die den Carlo Club leitet.

Da der Kanal für die meisten Kinder Neuland war, war beim jährlichen Ausflug schon die Fahrt auf der Fähre mit dem Blick auf die vielen großen Schiffe für die Kinder ein tolles Erlebnis. „Wir haben mit den Kindern gegrillt, gespielt und viel Spaß gehabt“, sagt Ludewig.

Im Carlo Club werden die Kinder mit besonderen Bedarfen mit der Hilfe und Unterstützung ehrenamtlichen Mitarbeiter betreut. Sie bekommen eine intensive und persönliche  Hausaufgabenbetreuung als ergänzendes Angebot  der  Standortschule. Er  befindet sich in Trägerschaft des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Die Kinder werden an vier Wochentagen zwischen 12:15 Uhr und 15:00 Uhr betreut.

Zum Team sind dieses Jahr bereits viele neue Gesichter gestoßen, aber da  jede/r Mitarbeiter/in in der Regel nur einmal pro Woche kommt und der Betreuungsaufwand hoch ist, sucht der Carlo Club  weitere ehrenamtliche Mitarbeiter, die Spaß und Freude am Umgang mit Kindern haben. Wer Interesse an der Mitarbeit im Carlo Club hat, kann sich im Sekretariat der Sprottenschule unter 04351 / 73270 melden.  Von dort aus werden alle weiteren Schritte koordiniert.

Foto: Carlo Club/Ulrike Ludewig

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Tauziehen am Kanal mit dem Carlo Club

Beim Carlo Club an der Sprottenschule in Eckernförde wollen alle an einem Strang ziehen. Und das nicht nur beim Sommerausflug an den Nord-Ostsee-Kanal in Sehestedt, wo die elf Grundschüler/innen und sowie 20 ihrer ehrenamtlichen Betreuer zum Abschluss ihre Kräfte beim Tauziehen gemessen haben. Für die Kinder war der Ausflug eine tolle Sache. „Nur eines von elf Kindern war überhaupt schon einmal am Nord-Ostsee-Kanal“, sagt Ulrike Ludewig, die den Carlo Club leitet.

Da der Kanal für die meisten Kinder Neuland war, war beim jährlichen Ausflug schon die Fahrt auf der Fähre mit dem Blick auf die vielen großen Schiffe für die Kinder ein tolles Erlebnis. „Wir haben mit den Kindern gegrillt, gespielt und viel Spaß gehabt“, sagt Ludewig.

Im Carlo Club werden die Kinder mit besonderen Bedarfen mit der Hilfe und Unterstützung ehrenamtlichen Mitarbeiter betreut. Sie bekommen eine intensive und persönliche  Hausaufgabenbetreuung als ergänzendes Angebot  der  Standortschule. Er  befindet sich in Trägerschaft des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Die Kinder werden an vier Wochentagen zwischen 12:15 Uhr und 15:00 Uhr betreut.

Zum Team sind dieses Jahr bereits viele neue Gesichter gestoßen, aber da  jede/r Mitarbeiter/in in der Regel nur einmal pro Woche kommt und der Betreuungsaufwand hoch ist, sucht der Carlo Club  weitere ehrenamtliche Mitarbeiter, die Spaß und Freude am Umgang mit Kindern haben. Wer Interesse an der Mitarbeit im Carlo Club hat, kann sich im Sekretariat der Sprottenschule unter 04351 / 73270 melden.  Von dort aus werden alle weiteren Schritte koordiniert.

Foto: Carlo Club/Ulrike Ludewig

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Nachruf zum Tode von Reinhard Schmidt

Reinhard Schmidt (71), der langjährige Leiter der Eckernförder Tafel, ist tot. Er verstarb plötzlich und unerwartet am Donnerstag, 26. Juli.
Zehn Jahre leitete Schmidt ehrenamtlich die Tafel, die zunächst zum Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde gehörte und dann vor gut zehn Jahren zum Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde wechselte. Vor seiner Leitungstätigkeit war Schmidt bereits zwei Jahre Helfer der Tafel. Damals befanden sich die Räume der sozialen Einrichtung noch an der Noorstraße. 2013 konnte die Tafel dann in das neu gebaute Bürgerzentrum am Saxtorfer Weg einziehen. Maßgeblich mitgestaltet hat Reinhard Schmidt dieses neue Gesicht der Tafel. „Es war seine Idee, gemeinsam mit Partnern ein Sozialzentrum zu errichten. Diese Idee hat er beharrlich und kompetent umgesetzt“, sagt Diana Marschke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Rendsburg-Eckernförde. Im alten Haus standen der Einrichtung nur zwei Räume zur Verfügung. Am Saxtorfer Weg konnte sich die Tafel dank großer Räume professioneller und moderner aufstellen. Schon alleine für die vielen gespendeten Lebensmittel gab es jetzt eine Lagerfläche von 150 Quadratmetern.
Seit dem Umzug bietet die Tafel auch einmal wöchentlich eine warme Mahlzeit für Bedürftige an. Zurzeit nutzen insgesamt rund 900 Menschen die Angebote der Eckernförder Tafel. Immer donnerstags ab 10 Uhr werden Lebensmittel ausgegeben.
Für Reinhard Schmidt war die Tafel eine Herzensangelegenheit. „Ihm war es wichtig, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und er konnte Menschen begeistern“, so Marschke. Dazu gehörten viele Spender sowie sein Team, das rund 70 ehrenamtliche Helfer zählt. Der Dienst am Menschen, der diakonische Auftrag, sei ihm wichtig gewesen, sein christlicher Glaube diente ihm als Motor, so Marschke.
Der Ingenieur hat sich in seinem Ruhestand auch als ehrenamtlicher Ämterlotse bei der Diakonie engagiert. „Mit großem Herz für die Sache und viel Sachverstand hat er anderen geholfen. Reinhard Schmidt hinterlässt eine große Lücke“, sagt Diana Marschke.
Verantwortlich für den Pressetext: Inga Lange.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Silberne Kronenkreuz für Karlheinz Gedig

Seit zehn Jahren ist Karlheinz Gedig (71) als Ämterlotse in Rendsburg für das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde tätig. Am Dienstag, 24. Juli, wurde er im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Diakonischen Werk für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement geehrt. Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski überreichte ihm das Silberne Kronenkreuz des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein  - Landesverband der Inneren Mission im Auftrag von Landespastor Heiko Nass. Das Silberne Kronenkreuz ist ein Dankzeichen der Diakonie. Außerdem schenkte Kaminski ihm einen Bronzeengel und sagte: „Sie sind ein guter Engel für viele, viele Hilfesuchende. Dieser Engel möge Ihnen Schutz und Stärkung geben und Ihnen immer eine gute Begleitung sein.“

Der ehemalige Berufssoldat Karlheinz Gedig hat sich in den vergangenen zehn Jahren um viele Rat- und Hilfesuchende gekümmert. Er hat gemeinsam mit ihnen Formulare ausgefüllt, Menschen zu Behörden begleitet und zugehört, wenn Betroffene von ihren Notlagen erzählten.

Seit 2005, als das Sozialgesetzbuch II in Kraft trat, im Volksmund „Hartz IV“ genannt, bietet das Diakonische Werk diese Art der Unterstützung an. Zunächst gab es eine telefonische Sprechstunde für Ratsuchende. Daraus entwickelte sich das Projekt Ämterlotsen: Ausgebildete Ehrenamtliche beraten und begleiten bei Behördengängen, bereiten Anträge mit vor und unterstützen Betroffene. Das jetzige Rendsburger Team der Ämterlotsen besteht aus fünf Ehrenamtlichen, von denen Karlheinz Gedig am längsten dabei ist. Sprechstunde ist immer dienstags Am Holstentor 16. Anmeldungen sind erwünscht unter Telefon 04331/69630.

Foto: Ulrich Kaminski (li.) vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde dankt Karlheinz Gedig für sein ehrenamtliches Engagement und überreicht ihm das Silberne Kronenkreuz der Diakonie.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Bahnhofsmission Rendsburg mit neuem Teamleiter

Die Werbung um neue Ehrenamtliche für die Bahnhofsmission Rendsburg hat Erfolg gehabt. „Wir haben einen Teamleiter und neue Teammitglieder gefunden“, sagt Ulrich Kaminski. Er ist Fachbereichsleiter Schule und Soziales beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, das gemeinsam mit der Caritas Schleswig-Holstein Träger der ökumenischen Einrichtung ist. „Wir haben in diesem Jahr die alte Teamleiterin nach zehn Jahren verabschiedet und eine neue gesucht, zudem war das Team auf zwei Personen geschrumpft.“ Dass nun ein Teamleiter und weitere Mitarbeitende gefunden wurden, mache ihn sehr glücklich, sagt Kaminski. Neue Ehrenamtliche werden aber weiter gesucht.

Thomas Hohnecker übernimmt die ehrenamtliche Leitung des Teams am Bahnhof, das wieder auf sechs Personen angewachsen ist und sich dort um Reisende und um Bedürftige kümmert. In der Öffnungszeit von montags bis freitags von 8.20 Uhr bis 13 Uhr gehen die Mitarbeitenden zu jedem Zug. Zudem gibt es jeden Morgen eine kleine Stärkung für Bedürftige in den Räumlichkeiten im Bahnhofsgebäude. Sie helfen beim Umsteigen, beim Ticketkauf und weisen auch zuweilen den Weg zur nächsten Toilette, die es im Bahnhof nach wiederholtem Vandalismus derzeit nicht gibt.

„Ich freue mich sehr, dass ich hier bin“, sagt Thomas Hohnecker. Der neue Teamleiter wohnt in Groß Wittensee und hatte sich eigentlich für ein Engagement bei den Ämterlotsen in Eckernförde interessiert, die ebenfalls unter dem Dach der Diakonie des Kirchenkreises tätig sind. Dort erfuhr er, dass die Bahnhofsmission einen neuen Leiter sucht. „Die Aufgabe hat mich auch gereizt“, sagt der 64-Jährige, der vor dem Eintritt in den Ruhestand als Pastor im Verband der Gemeinschaften in der Evangelischen Kirche tätig war. Zuletzt arbeitete er als Inspektor und war für die Hauptamtlichen des Verbandes im Land zuständig. Nun will er neue Wege gehen.

„Die Bahnhofsmission war für mich ein weißer Fleck“, sagt er. „Die Klientel ist nicht das, was ich in meinem Berufsleben kennen gelernt habe.“ Er müsse noch viel lernen, dabei helfen auch die altgedienten Ehrenamtlichen wie Jutta Christoph, die seit neun Jahren am Bahnhof ihren Dienst tut Der neue Teamleiter hat aber bereits jetzt feststellen dürfen, dass die Arbeit am Bahnhof eine tolle und befriedigende Aufgabe ist, wie er sagt. „Wir geben Menschen, die existentielle Nöte haben, eine Stärkung und ein offenes Ohr.“ Er will sich nun in verschiedenen Seminaren fortbilden, die die Träger der Bahnhofsmission anbieten.

„Die Ehrenamtlichen werden gut vorbereitet für ihren Dienst“, sagt Astrid Heyer von der Caritas Schleswig-Holstein. „Sie leisten eine professionelle Arbeit, auch wenn sie ehrenamtlich tätig sind.“ Die Bahnhofsmission sei ein Stück Kirche am Bahnhof. Sie freut sich, dass die Einrichtung seit 20 Jahren in Rendsburg ökumenisch arbeitet, die Geschäfte führt dabei die Diakonie. Insgesamt gibt es die Bahnhofsmission am Rendsburger Bahnhof seit 70 Jahren. Eine weitere Änderung steht in Kürze an: Wenn Ulrich Kaminski Ende August in den Ruhestand verabschiedet wird, übernimmt Stefan Gloe als Fachbereichsleiter neben der Obdachlosenhilfe auch die Bahnhofsmission.

Das Foto zeigt von links: Teamleiter Thomas Hohnecker, Astrid Heyer (Caritas), Jutta Christoph (Bahnhofsmission), Stefan Gloe (Kirchenkreis), Sabrina Früchting (Bahnhofsmission) und Ulrich Kaminski (Diakonie).

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Praxis ohne Grenzen erhält 9000 Euro für Frauen in Not

Wenn Frauen in Not sind, dann wird es für die Praxis ohne Grenzen in Rendsburg oft teuer. Schwangere Frauen, die keine Krankenversicherung haben und deren Entbindung bevorsteht, kommen häufiger zur Praxis in der Moltkestraße 1. Teamleiter Dr. Achim Diestelkamp und seine Kolleginnen und Kollegen, die allesamt ehrenamtlich unter dem Dach des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg Eckernförde arbeiten, helfen ihnen gerne. Aber sie sind auf Spenden angewiesen. Da kommen die 9000 Euro der Bürgerstiftung Region Rendsburg gerade recht, die Stiftungsvorstand Dr. Markus Stöterau gemeinsam mit Vorstandsmitglied Birgitt Brüger an die Praxis ohne Grenzen überreicht hat und die für die Frauen in Not bestimmt sind.

„Wir haben zum Beispiel einer Polin eine Kaiserschnittentbindung bezahlt“, sagt Dr. Achim Diestelkamp. Sie war nach Deutschland gekommen, um Arbeit zu finden. Da das nicht gelang, fehlte ihr die Krankenversicherung. Nach der Entbindung kam sie mit einer Rechnung von 2500 Euro hilfesuchend in die Praxis. „Wir haben mit der Klinik verhandelt und dann die Rechnung bezahlt“, sagt Diestelkamp. Der gute Kontakt zur Klinik aber auch zu Ärzten, Apotheken oder Hebammen in Rendsburg und Umgebung erleichtert es der Praxis, ihre Arbeit zu machen. Viele schreiben gar keine Rechnung oder verlangen geringe Beträge als üblich.

Die Praxis ohne Grenzen hilft seit fünf Jahren Patienten, die keine Krankenversicherung haben. Das betrifft Selbstständige, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen konnten und deshalb den Versicherungsschutz verloren haben. Darunter sind auch Menschen ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland oder auch Flüchtlinge, die an anderen Orten gemeldet sind. „Wir haben derzeit etwa 200 Patientinnen und Patienten in unserer Kartei“, sagt Dr. Achim Diestelkamp. Manche kämen einmal, manche immer wieder.

„Wir sind von der Arbeit der Praxis ohne Grenzen sehr beeindruckt“, sagt Stiftungsvorstand Stöterau. „Es hat uns sehr schockiert, dass so eine Praxis in Deutschland nötig ist.“ Er freue sich über das ehrenamtliche Engagement in der Praxis, das sie Bürgerstiftung sehr gerne unterstütze. Die Stiftung selbst existiert seit über zehn Jahren und unterstützt Projekte im Wirtschaftsraum Rendsburg.

Die Spende der Bürgerstiftung sei eine große Hilfe, sagt Ulrich Kaminski, der als Fachbereichsleiter Schule und Soziales bei der Diakonie für die Praxis zuständig ist. „Die Arbeit wird fast vollständig durch Spenden finanziert.“ Etwas Geld bekommt die Praxis vom Land für die Behandlung von Menschen, die sich illegal in Deutschland aufhalten. Außerdem ist die Praxis verantwortlich für die Ausstellung von Kostenübernahmen für Empfängnis verhütenden Maßnahmen für die Familienplanung von Empfängern von Sozialleistungen. Dieses Projekt wird unterstützt vom Kreis Rendsburg-Eckernförde und wird sowohl von Deutschen aber auch von Flüchtlingen angenommen.

Das Foto zeigt (v.l.): Birgitt Brüger, Dr. Markus Stöterau (beide Bürgerstiftung), Dr. Achim Diestelkamp (Praxis ohne Grenzen), Ulrich Kaminski (Diakonie) und Doris Neumann (Praxis ohne Grenzen).

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Fahrradrundtour für den guten Zweck: Spende geht an die Praxis ohne Grenzen

52.734 Kilometer sind die Teilnehmenden der 5. Auflage der Schleswig-Holstein-Rund des Rendsburger Bicycle Clubs (RBC) im Mai gefahren. Innerhalb von sieben Tagen haben die 51 Radsportler Schleswig-Holstein umrundet. Von Rendsburg aus ging es nach Bad Segeberg, dann nach Mölln, Glückstadt, Husum und Flensburg und von da aus wieder zurück nach Rendsburg. „Fast immer hatten wir Rückenwind“, berichtete der Zweite Vorsitzende des RBC, Axel Prengel. Die Tour, die vorbei an Rapsfeldern und schleswig-holsteinischen Sehenswürdigkeiten führte, habe den Teilnehmenden viel Spaß gemacht. „Sie waren sehr zufrieden“, freute sich Prengel.

Ihr sportlicher Einsatz war nicht nur für die eigene Fitness gut – die Radsportler fuhren auch für den guten Zweck. Dank der Kooperation mit der Sparkasse Mittelholstein konnte der RBC am vergangenen Freitag, 22. Juni, eine Spende an die Praxis ohne Grenzen des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde übergeben. Für jeden gefahrenen Kilometer zahlte die Sparkasse zwei Cent aus, insgesamt 1.054,68 Euro. Diesen Betrag rundete die Bank auf 1.100 Euro auf. „Die Praxis ohne Grenzen ist eine gute Sache, wird ehrenamtlich betrieben und finanziert sich durch Spenden“, sagte Axel Prengel. Deshalb habe sich der Verein in diesem Jahr für die diakonische Einrichtung entschieden.

In der Rendsburger Praxis ohne Grenzen an der Moltkestraße 1 bieten sechs Ärzte und zehn Helferinnen Erst- und Grundversorgung für Menschen ohne Krankenversicherungsschutz und Bedürftige an. Immer mittwochs von 16 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 11 Uhr behandeln sie kostenlos Betroffene. Die Mitarbeitenden arbeiten ehrenamtlich und sind Fachkräfte aus den unterschiedlichen medizinischen Berufsgruppen. Die Behandlung ist  vertraulich. Auf Wunsch wird Anonymität gewährleistet. Regina Meyn vom Praxisteam freut sich über die Spende. „Das Geld macht uns unabhängiger“, sagte sie. Denn wenn nötig, übernimmt die Praxis die Kosten für die Behandlung bei Fachärzten oder im Krankenhaus.

Weitere Informationen unter www.diakonie-rd-eck.de, Telefon (0157) 75 88 57 55 (während der Öffnungszeiten), E-Mail pog@diakonie-rd-eck.de.

Foto: Freuen sich über die Unterstützung der Praxis ohne Grenzen: (v.l.) Axel Prengel (RBC), Lutz Backhaus (Praxis ohne Grenzen), Benjamin Küchenmeister (Sparkasse Mittelholstein), Regina Meyn, Jörg Frey (beide Praxis ohne Grenzen) und Heidi Benz (RBC).

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Die Bahnhofsmission hilft seit 70 Jahren in Eckernförde

Bei der Jubiläumsfeier sitzen die „Engel in Blau“ in der ersten Reihe. Wohl ist es den Damen und dem einen Herrn rund um Teamleiterin Ursula Dam nicht. Sie stehen lieber im Hintergrund und helfen. Seit 70 Jahren hilft die Bahnhofsmission den Reisenden am Eckernförder Bahnhof und aus diesem Anlass wurden die derzeit acht Ehrenamtlichen am heutigen Freitag (22. Juni) für ihren Dienst am Menschen geehrt. „Es ist eine der ältesten Einrichtungen des Diakonischen Werkes“, sagte Diana Marschke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, bei der Feier zum Jubiläum der Bahnhofsmission.

„Liebe Frau Ursula Dam: Sie und ihr Team leisten all diese Hilfen im Namen der christlichen Nächstenliebe! Sie sind die guten Engel am Bahnhof!“, sagte Marschke. Gemeinsam mit ihrem Stellvertreter und zuständigen Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski sowie mit Astrid Heyer von der Caritas Schleswig-Holstein, die sich mit der Diakonie des Kirchenkreises seit 2011 die Trägerschaft teilt, überreichte sie den Mitarbeitenden der Bahnhofsmission einen Engel als Dank.

Die Ehrenamtlichen stehen fünf Tage in der Woche am Bahnhof, wenn ein Zug einfährt, helfen denen, die ankommen, ebenso wie denen, die wegfahren wollen und beispielsweise mit dem Ticketautomaten Probleme haben. Besetzt ist die Bahnhofsmission in Eckernförde jeweils ab 9.30 Uhr, montags und freitags bis 13.30 Uhr, dienstags bis 17.30 Uhr und mittwochs und donnerstags bis 15.30 Uhr. Es ist jeweils eine Person vor Ort. Schön wäre es, so Teamleiterin Ursula Dam, wenn sich wieder mehr Freiwillige fänden. Dann könnte die Bahnhofsmission öfter doppelt besetzt sein.

Propst Sönke Funck vom Kirchenkreis Rensburg-Eckernförde beschrieb die Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission als Menschen, die in der Nachfolge Jesu die Liebe weitergeben, die sie selbst erfahren haben. „Mission heißt, dass Menschen, die im Glauben Gutes erlebt haben, davon weitererzählen und es weitergeben“, sagte er. Die Bahnhofsmission sei, wie es in der Einladung zur Feier zu Recht heiße, „ein Stück Himmel am Bahnhof“. Astrid Heyer von der Caritas sieht die Bahnhofsmission als  Brückenbauer zwischen den Lebenswelten, die sich am Bahnhof begegnen. Eckernfördes Bürgervorsteherin Karin Himstedt bedankte sich bei Ursula Dam und ihrem Team und überreichte ein kleines Geschenk, das die Ehrenamtlichen für sich nutzen sollten. Das gleiche tat Heinrich Deicke, der für den Landesverband der Diakonie an der Jubiläumsfeier teilnahm und der einen schweren Präsentkorb mit Stärkungen für die Arbeit am Bahnhof mit im Gepäck hatte.

Der derzeit einzige Mann im Team, Horst Zachow, gab einen kleinen Einblick in die Arbeit der Bahnhofsmission in Eckernförde. Dadurch dass außer am Fahrkartenschalter keine Servicekräfte der Bahn mehr vor Ort seien, gebe es mehr Aufgaben für die Ehrenamtlichen. Eine der Aufgaben vor Ort am Bahnhof ist dabei die Betreuung von Patienten, die zu den Reha-Kliniken nach Schönhagen und Damp wollen und die am Bahnhof mit Shuttle-Bussen abgeholt werden. „Das sind oft schwerkranke Menschen dabei, die unseren Beistand besonders brauchen“, sagt auch Teamleiterin Dam. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich zu den Öffnungszeiten der Bahnhofsmission unter Telefon 04351/3204 und ansonsten unter Telefon 04351/769660 melden.

Astrid Heyer, Heinrich Deicke, Karin Himstedt, Ulrich Kaminski, Ursula Dam, Sönke Funck und Diana Marschke (v.l.)

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Landespastor würdigt ehrenamtliche Helfer und kritisiert zunehmende soziale Ungerechtigkeit

Landespastor Heiko Naß hat sich heute im Rahmen eines Praktikums über die Arbeit der Rendsburger Tafel informiert. Dabei würdigte er das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer. „Mit ihrem Einsatz setzen sie ein Zeichen der Barmherzigkeit und helfen, die Notlage bedürftiger Menschen zu lindern.“ Gleichzeitig mahnte Naß, Tafeln seien kein Mittel, um Armut zu bekämpfen. Hier sei der Sozialstaat gefragt. Die Rendsburger Tafel arbeitet unter dem Dach des Diakonischen Werkes Rendsburg-Eckernförde.

Heiko Naß unterstützte die Helfer der Rendsburger Tafel bei der Essensausgabe in der Materialhofstraße. Dort erhalten Bedürftige montags bis freitags ein warmes Mittagessen. „Ich bin beeindruckt von der Arbeit und wie gut alles organsiert ist, vom Einsammeln übriggebliebener Lebensmittel, dem Verarbeiten bis hin zur Ausgabe. Gleichzeitig bietet die Tafel Menschen, die Not leiden, einen Raum, in dem sie wertgeschätzt werden und sich über ihre Probleme austauschen können.“

Der Landespastor nutzte sein Praktikum auch, um mit Bedürftigen ins Gespräch zu kommen. Darunter sind nach Angaben des Diakonischen Werkes Rendsburg-Eckernförde viele Alleinerziehende, Rentner und Hartz-IV-Empfänger. „Es ist erschreckend, dass in unserem reichen Land so viele Menschen auf gespendete Lebensmittel angewiesen sind“, sagte Naß. „Die Tafeln sind ein Zeichen dafür, wie groß die soziale Ungerechtigkeit in Deutschland ist. Hier muss dringend gegengesteuert werden. Der hohe Sockel an Menschen, die von Armut bedroht sind, ist kein gesellschaftlich akzeptabler Zustand.“ Vor diesem Hintergrund setzt sich die Diakonie bundesweit unter anderem für höhere Hartz-IV-Sätze und eine Kindergrundsicherung ein.

Die Rendsburger Tafel besteht seit 20 Jahren und betreibt neben dem Angebot von warmen Mahlzeiten in der Materialhofstraße mehrere Ausgabestellen für Lebensmittel. Dort engagieren sich insgesamt 60 ehrenamtliche Helfer. Zurzeit nehmen rund 1000 Menschen die Angebote in Anspruch, 30 bis 40 Prozent davon sind Kinder.

Die Tafel arbeitet eng mit der diakonischen Wohnungslosenhilfe in Rendsburg zusammen. Dazu gehören eine Kontakt- und Beratungsstelle, eine Notschlafstelle und ein Wohnhaus für wohnungslose Menschen. Landespastor Heiko Naß nannte diese Zusammenarbeit beispielhaft. „Menschen, die die Tafel in Anspruch nehmen, erhalten somit niedrigschwellig Zugang zu unseren Beratungsangeboten.“Heiko Naß unterstützt regelmäßig als Praktikant die Arbeit von diakonischen Einrichtungen. Auf diese Weise möchte er sich über die Situation in den Einrichtungen informieren und Kontakt zu den Mitarbeitenden und Hilfsbedürftigen halten.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Eine Gastgeberin im Ruhestand

Olga Ebauer kann nicht still sitzen und die anderen machen lassen. Auch nicht bei ihrer offiziellen Verabschiedung. Als sie gerade von Diana Marschke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, zum Abschied einen Blumenstrauß bekommen hat, setzt sie sich nicht etwa wieder auf ihren Stuhl in der ersten Reihe. Nein, sie verteilt erst einmal Kaffeekannen auf den Tischen. Erst dann ist der nächste Redner dran. Pastor Rainer Karstens von der Kirchengemeinde St. Marien Rendsburg. Nun ist es an ihm, sich für den Einsatz von Olga Ebauer in den vergangenen 18 Jahren zu bedanken.

In den Räumen der Kirchengemeinde St. Marien, genauer im Gemeindehaus in der Pastor-Schröder-Straße, hat Olga Ebauer viele Jahre das Kultcafé „Wir“ geleitet. Es ist eine multikulturelle Begegnungsstätte und eine erste Anlaufstelle für neue  Zuwanderer. Zunächst waren es vor allem Spätaussiedler, die hierher kamen und die vielfältigen Angebote nutzten, nun sind es vermehrt Flüchtlinge aus dem arabischen Raum, die hierher kommen. Das Café gehört zum Angebot des Diakonischen Werks des Kirchenkreises, für das Ebauer offiziell seit 2012 arbeitet. Das Kultcafé selbst aber ist viel älter, Ebauer baute es unter dem Dach des Diakonievereins Migration auf.

Olga Ebauer selbst kam mit 43 Jahren aus Kasachstan nach Deutschland. Sie war also selbst eine „Spätaussiedlerin“. Als Mathematiklehrerin durfte sie hierzulande nicht wieder unterrichten, also absolvierte sie eine Erzieherausbildung. „Sie haben dann mit 48 noch Bafög beantragt und bekommen“, sagte Ralf Kaufmann, Fachbereichsleiter Migration bei der Diakonie über Olga Ebauer. Dies sei ein Beispiel für ihren Willen, mit dem sie ihre Pläne durchzusetzen versucht. Für Ebauer, die alle  nur mit ihrem Vornamen Olga ansprechen gelte: „Wenn Du etwas willst und mit Herzblut verfolgst, dann findest Du auch einen Weg.“

Laut Diakonie-Geschäftsführerin Diana Marschke symbolisiert Ebauer die diakonischen Werte: „Das große Herz, das Sie haben, das werden wir vermissen.“ Pastor Rainer Karstens erinnerte daran, wie oft Ebauer mit ihrer Arbeit das Gemeindehaus gefüllt hat – nicht nur den Saal, sondern den ganzen Garten. Er habe gern mit ihr zusammen gearbeitet, weil man sich auf ihr Wort immer verlassen konnte.

Propst Matthias Krüger dankte Olga Ebauer im Namen des Kirchenkreises für ihren Einsatz. Sie sei ein Beispiel für praktisch gelebtes Christentum, sie öffne die Türen und lade die Menschen ein. Krüger zitierte in diesem Zusammenhang den Monatsspruch für den Juni aus dem Hebräerbrief: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ Und Olga Ebauer selbst? Sie freute sich über die vielen lobenden Worte und kündigte an: „Wenn ihr Langeweile habt, ladet mich ein und ich komme."

Foto (v.l.): Diana Marschke (Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg Eckernförde), Olga Ebauer, Pastor Rainer Karstens, Propst Matthias Krüger und Ralf Kaufmann (Fachbereichsleiter Migration beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde)

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Ev. Schuldnerberatungsstelle Rendsburg beteiligt sich an der bundesweiten Aktionswoche

„Weg mit den Schulden!“– lautet das Motto der Aktionswoche Schuldnerberatung 2018 vom 04. bis zum 08. Juni. An ihr beteiligt sich auch die Ev. Schuldnerberatungsstelle Rendsburg, die zum Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde gehört. Das Motto der Aktionswoche ist mehrdeutig zu verstehen. Zum einen geht es natürlich darum, dass die Schulden weg sollen, aber auch, dass die Schuldnerin oder der Schuldner den Weg in die Schuldenfreiheit sucht. Man kann das Motto aber auch als Weg lesen, im Sinne von: Man hat einen Weg gefunden, zumindest für eine Zeit, mit den Schulden zu leben. Die Schuldnerberatungsstelle kann als anerkannte Stelle ein Pfändungsschutzkonto bestätigen und die Klienten auch bei der Privatinsolvenz begleiten.

„Wir bieten in der Aktionswoche dieses Jahr das erste Mal die Beratung in den Abendstunden an“, sagt Andrea Kohn, die in der Schuldnerberatung der Diakonie in Rendsburg hauptamtlich tätig ist. „Damit haben auch die Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Eine Anmeldung ist nicht zwingend notwendig.“ Neben den offenen Abendsprechstunden am Dienstag, 5. Juni und am Donnerstag, 7. Juni, jeweils von 16 bis 19 Uhr (Am Holstentor 16) bietet die Schuldnerberatungsstelle in der Aktionswoche eine telefonische Hotline Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr unter Telefon 04331/696320 an. Unter dieser Nummer sind auch Anmeldungen möglich. „Bei uns bekommen Betroffene eine kostenlose Unterstützung“, sagt Ulrich Kaminski, zuständiger Fachbereichsleiter. Anfragen würden diskret behandelt.

Zu Beginn stehen für die Schuldnerinnen und Schuldner immer viele Fragen: Wie geht es weiter? Was mache ich? Wohin geht mein Weg? Und vor diesen Fragen stehen oder standen nicht nur einige (wenige) Schuldnerinnen und Schuldner, sondern mehr als 6,9 Millionen überschuldete Menschen in Deutschland. Die Probleme und Fragen der Betroffenen sind vielschichtig. Sie fangen bei der Existenzsicherung an und gehen über Fragen des persönlichen Umgangs mit dem Druck und/oder der Belastung für die Kinder weiter.

Überschuldete Menschen brauchen Begleitung, Stabilisierung und Unterstützung. Die Schuldnerberatungsstellen zeigen Wege aus und mit den Schulden auf: Soziale Schuldnerberatung setzt beim Menschen an und ermöglicht Teilhabe! Sie wirkt und schafft Zukunft!

Um diese Wirkungen für die Ratsuchenden erzielen zu können, fordern die Verbände der Arbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung u.a.:

• Bedarfsdeckende Existenzsicherung zu gewährleisten

• Einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung unabhängig vom Einkommensstatus der Betroffenen zu schaffen

• Die Schuldnerberatung bedarfsgerecht auszubauen und Prävention verstärkt zu fördern.

 

Das Foto zeigt Andrea Kohn bei der Schuldnerberatung.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Ein letztes Turnier mit Olga Ebauer

Die Syrer haben gewonnen. Die Hobbyfußballer vom Team „Syria“ freuen sich und halten den Pokal in die Höhe. Wie es sich für Sieger gehört. Aber ums Gewinnen geht es ja eigentlich gar nicht, wenn Olga Ebauer ihre beliebten Turniere veranstaltet. Die Erzieherin hat kürzlich das letzte Fußballturnier organisiert. Sie ist beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde im Rendsburger Stadtteil Parksiedlung zuständig für die Kinder- und Jugendarbeit, für junge Erwachsene mit Migrationshintergrund und auch für andere Flüchtlinge. Am 13. Juni verabschiedet sie sich nach 18 Jahren in den Ruhestand. Die Verabschiedung im KulturCafé „WIR“ beginnt um 15 Uhr.

Seit 15 Jahren hat sie zwei bis dreimal im Jahr Volleyball- und Fußballturniere mit großem Erfolg und sehr vielen Teilnehmern organisiert. Unterstützt wurde sie von Alexander Heit. Er ist auch beim offenen Sportangebot für die ganze Familie des KulturCafés „WIR“ von 17 bis 20 Uhr in der Sporthalle der Obereider Schule immer mit dabei. „Ohne seine Hilfe hätte ich es nicht geschafft, so lange am Ball zu bleiben und mich um die anderen vielfältigen, fordernden Aufgaben zu kümmern“, sagt Ebauer. Beim letzten Turnier unter ihrer Leitung waren fünf Teams am Start, hinter den Syrern belegten die Teams „Alkramh“, „Algulan“, „Jungs aus RD“ und „Asdagea“ die weiteren Plätze. „Sport ist ein guter Weg zur Integration“, sagt sie.

Olga Ebauer ist eine in Russland geborene Deutsche und arbeitete in Kasachstan als Mathematiklehrerin. Da ihre Ausbildung hierzulande nicht anerkannt wurde, absolvierte sie in Neumünster die Erzieherausbildung. In der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Jevenstedt absolvierte sie zunächst zögerlich, wie sie sagt, ein Praktikum. Rückblickend stellt sie fest: „Das war der Anschub für meine 18-jährige Tätigkeit in Rendsburg.“ Die Idee zum Sportangebot nahm sie beispielsweise aus Jevenstedt mit.

„Der Sonntagabend war für das Angebot ideal“, sagt Ebauer. „Alle machten die Erfahrung, dass es beim Sport  nicht darauf ankommt, gut Deutsch sprechen zu können, sondern dass der Sport einen anders und leichter zusammen bringt. Das tat dem Selbstvertrauen gut.“ Die Teilnehmer kommen aus Türkei, Syrien, Kasachstan, Jemen, Irak, Russland, Polen und natürlich auch aus Deutschland. Mit den Turnieren werde das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gestärkt, so Ebauer. „Es ist ein Projekt, das als Vorbild für ,Integration durch Sport‘  weiter gehen sollte und hoffentlich viele Nachahmer finden wird.“

Die Fotos zeigen die Teilnehmer mit Olga Ebauer in der Mitte

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Hand in Hand unterstützt Projekte für Kinder und Familien in Rendsburg-Eckernförde

Die neuen Puppen sind schon da. Fünf Babypuppen sind es, die das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde mit dem Geld aus der Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ des NDR in Verbindung mit den Diakonischen Werken im Norden anschaffen konnten. Es sind keine gewöhnlichen Puppen. Die fünf Puppen, ausgestattet mit einem Computer und etwa so schwer wie ein Neugeborenes, werden im Projekt „Eltern auf Zeit“ eingesetzt. Sie werden an Schulklassen verteilt und müssen von den Jugendlichen fast so versorgt werden wie ein echtes Baby. „Das ist ein Angebot der Prävention und der Sexualaufklärung“, erläutert Monika Wegener. Sie ist Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie der Diakonie. Sie freut sich über die etwa 6500 Euro, die über Hand in Hand für Norddeutschland zur Anschaffung der Puppen nach Rendsburg überwiesen wurde. „Die alten Puppen waren kaputt“, sagt sie.

Das Projekt „Eltern auf Zeit“ ist nur eines von mehreren, die im Rahmen der Aktion Geld bekommen haben. So hat auch die Trennungskindergruppe etwa 3000 Euro für die Arbeit mit Kindern bekommen, deren Eltern sich getrennt haben. 4000 Euro wiederum gehen an die Bildungsoffensive. Sie ist im Familienzentrum Nobiskrug angesiedelt. In ihr wird Kindern geholfen, die aufgrund fehlender Unterstützung  im familiären Umfeld schwere Einbußen im Selbstwert haben. Sie drohen in der Schule zu scheitern. Hier setzt die Bildungsoffensive an. 

„Die Gruppe mit bis zu acht Kindern trifft sich einmal in der Woche für drei Stunden“, erläutert Oda Wolff, die die  Bildungsoffensive leitet. Neben der Hilfe bei Hausaufgaben geht es vor allem darum, dass die Kinder im Kontakt untereinander und zu den Mitarbeitenden Vertrauen finden. Deswegen geht es auch darum, Angst abzubauen und über Probleme zu sprechen. „Lernen geht erst dann gut, wenn de Kinder entspannt sind und Freude haben“, sagt Monika Wegener. Durch die Arbeit des Projektes werde den Kindern ein ordentlicher Schulabschluss ermöglicht.

Zur Entspannung in den Ferien trägt die „Dänemark-Intensiveinheit“ bei, für die die Diakonie jedes Jahr fünf Tage auf einen Zeltplatz an der Nordsee fährt. „Wir fahren mit 50 bis 70 Personen, das sind jeweils stark belastete Familien“, sagt Oda Wolff. Zwar sind auch zehn Betreuerinnen und Betreuer dabei, aber vor allem lernen die Familien voneinander und die erfahren, dass fünf Tage Familienleben ohne soziale Medien möglich sind. „Sie übernehmen Verantwortung für das gemeinsame Essen oder auch das Freizeitprogramm“, ergänzt Monika Wegener. Das sei nicht leicht und bedeute eine große Anstrengung für viele Familien. Wichtig auch für die eigene Wertschätzung der Freizeit in Dänemark ist dabei, dass sie eine Eigenbeteiligung für den Urlaub zahlen. Für die sonstigen Kosten werden aber viele Mittel benötigt, mit den bewilligten etwa 10.000 Euro aus Hand in Hand könnten beispielsweise eigene Zelte angeschafft werden, so Oda Wolff.

Für Tagesausflüge des Familienzentrums Nobiskrug hat die Diakonie schließlich noch etwa 6000 Euro erhalten. „Nicht alle unsere Anträge wurden berücksichtigt“, fasst Monika Wegener zusammen. „Die Freude ist aber dennoch sehr groß.“ Schließlich seien viele der Projekte schwer zu finanzieren. „Das Gute an Hand in Hand ist, dass wir das Geld relativ frei einsetzen können für das, was wir in diesem Jahr brauchen.“

Das Bild zeigt von links nach rechts: Monika Wegener, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie der Diakonie des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, Oda Wolff (Bildungsoffensive, Dänemark Intensiveinheit), Martina Hornburg (Trennungskindergruppe) und Rebecca Satgunarajan (Eltern auf Zeit)

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Kinder staunen über lila Kartoffeln

Mit Kartoffeln kann viel gekocht und gebacken werden. Das wissen spätestens nach ihrem Ausflug zum Gut Schirnau auch die Kinder des Kinderkochkurses der Rendsburger Tafel, die sich in der Trägerschaft des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde befindet. Schon auf dem Weg zum Gut in der Gemeinde Bünsdorf hatten die Kinder und ihre beiden Begleiterinnen Renate Zoephel und Gitta Heinze viele Ideen, was aus Kartoffeln alles zubereitet werden kann. Jede Woche kümmern sich Zoephel und Heinze um die Kinder, an jeweils acht Terminen kochen sie mit jeder Gruppe und unternehmen einen gemeinsamen Ausflug.

In der hofeigenen Kochschule des Gutes Schirnau bereiteten die Kinder, ihre Begleiterinnen nun gemeinsam mit zwei Hauswirtschafterinnen Kartoffelpizza und Ostermuffins zu. Nachdem sie das Essen in den Backofen  geschoben hatten, führte Inhaber Carsten Fedder die Kinder über den Hof. Er erklärte, was von der Aussaat der Kartoffeln bis hin zum Verpacken vor sich geht, warum viele Helferinnen und Helfer nötig sind und was die Maschinen leisten. Sie werden auf dem Gut zum Reinigen, zum Sortieren und zum Abpacken genutzt.

Besonders staunten die Kinder über die lila Kartoffeln. Solche kannten sie bislang nicht. In der Tüte, die sie am Ende mit nach Hause nehmen durften, waren zwei der lila Kartoffeln neben den herkömmlichen gelben der Sorte Belana zu finden. Und auf dem Gut ist noch mehr zu sehen. „Was soll dieser große Berg von Holzschnitzeln auf dem Hof?“, fragte eines der Kinder und so gab es auch noch den Heizraum zu sehen, wo die Holzschnitzel in Wärme umgesetzt werden. „Nachdem wir den Tisch festlich gedeckt hatten, ließen wir es uns schmecken“, berichtet Gitta Heinze von der Rendsburger Tafel. Der Nachmittag sei wie im Fluge vergangen.

Die Fotos von Gitta Heinze/Tafel Rendsburg zeigen die Kinder am Bus mit den Tüten.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Neues Angebot für Kinder: Betreuung in kleinen Gruppen

Der Name ist sperrig: Institutionelle Kindetagespflege. Für die Kinder aber bedeutet es Geborgenheit, Betreuung in kleinen Gruppen. Institutionelle Kindertagespflege ist nichts anderes als die Betreuung von Kindern durch Tagesmütter im Rahmen einer größeren Institution. Statt die Kinder zu Hause oder in eigens angemieteten Räumen zu betreuen, sind die Tagesmütter angestellt und arbeiten in Räumen, für die die jeweilige Institution verantwortlich ist.

In Rendsburg und in Eckernförde ist dies das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. An beiden Standorten  werden in zwei Gruppen insgesamt bis zu zehn Kinder unter drei Jahren von jeweils einer Tagesmutter pro Gruppe betreut. Für das familienähnliche Umfeld, das Merkmal der Kindertagespflege ist, sorgt die Zahl der Kinder, die gemütlich und kindgerecht gestalteten Räume oder auch die Tatsache, dass das Essen von den Tagesmüttern selbst gekocht wird. Damit kann direkt auf die Vorlieben der Kleinen eingegangen werden. „Fünf Kinder in einer Gruppe, das ist eine gute Größe gerade für das Alter“, sagt Monika Wegener, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend & Familie  der Diakonie. Durch die Verbindung zum Träger gebe es gute Kontakte zu Beratungsangeboten für Familien unter dem Dach der Diakonie.

In Rendsburg gibt es seit dem vergangenen September „Die kleinen Parksiedler“. Drei Tagesmütter kümmern sich um die derzeit elf Kinder, zwei davon teilen sich einen Platz in der Ganztagessgruppe von 7 bis 17 Uhr. In ihr kümmern sich zwei Tagesmütter abwechselnd um die Kleinen. Außerdem gibt es eine Halbtagsgruppe von 8 bis 13 Uhr. Die Einrichtung hilft der Stadt Rendsburg dabei, die Betreuungsquote der Kinder unter drei Jahren zu erreichen. Schon deswegen freut sich Brigitte Fugmann, Leiterin des Fachdienstes Familie der Stadt Rensburg, über das neue Angebot. „Wir haben das Ziel von 35 Prozent aber noch nicht erfüllt“, sagt sie.

Umgebaut wurden die ehemaligen Büroräume in der Ernst-Barlach-Straße in enger Absprache mit dem Vermieter, der Buwog, die auch bei der Anlage des Außenbereichs geholfen hat. Er kann durch eine Treppe vom Balkon aus erreicht werden. Für die Inneneinrichtung habe es aber wenig Förderung gegeben, erläutert Monika Wegener. Für größere Anschaffungen fehlt deshalb das Geld. „Wir hätten gerne einen Krippenwagen“, sagt Tagesmutter Melanie Laßen. Vielleicht finde sich ein Spender, der den „kleinen Parksiedlern“ bei der Anschaffung unter die Arme greift. „Wir kommen derzeit nicht weiter als zum Zaun des Außengeländes“, sagt Laßen.

Die zweite Einrichtung der Institutionellen Kindertagespflege der Diakonie Rendsburg-Eckernförde sind die Fördezwerge. Sie sind in einer ehemaligen Sparkassenfiliale in der Eckernförder Ostlandstraße untergebracht, die Stadt hat deren Umbau mit etwa 90.000 Euro bezuschusst. „Es ist interessant zu sehen, was man aus einer Sparkassenfiliale alles so machen kann“, sagt Bürgermeister Jörg Sibbel. Bis Dezember habe die Bauphase gedauert, seitdem werden die Kinder nun von drei Tagesmüttern betreut, die allesamt ausgebildete Erzieherinnen sind.

„Die Zusammenarbeit mit der Diakonie ist für uns sehr positiv gerade auch in der Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum vor Ort“, sagt Sibbel. Unterstützt wurden Diakonie und Stadt bei der Einrichtung der Fördezwerge mit einer Spende von 500 Euro von The Cave, Cocktailbar & Bistro in der Eckernförder Innenstadt.  „Wir wollten der Stadt etwas zurückgeben“, erläutert Kenneth Juhnke. Das Geld soll nun mit zur Einrichtung der Außenanlagen genutzt werden, die von der GWU als angrenzendem Eigentümer zur Verfügung gestellt werden.

Fotos: Das rechte Bild zeigt einige der kleinen Parksiedler. Bei den Erwachsenen handelt es sich (von links) um die Tagesmütter Sandra Ruß und Melanie Laßen sowie um Monika Wegener (Diakonisches Werk des Kirchenkreises Rendsburg Eckernförde) und Brigitte Fugmann (Stadt Rendsburg)

Das linke Bild zeigt einige der Fördezwerge mit (von links) Tagesmutter Kaja Richter, Bürgermeister Jörg Sibbel, Tagesmutter Barbara Burgdorf-Lübcker, Klaus Kaschke (Stadt Eckernförde), Tagesmutter Heike Dahler und Kenneth Juhnke (The Cave)

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Praxis ohne Grenzen feiert fünften Geburtstag

Krank werden und Krank sein ist für Menschen ohne Krankenversicherung eine Horrorvorstellung. Zu den Beschwerden kommt die Sorge, wie sie eine Behandlung beim Arzt finanzieren können. An diese Menschen wendet sich das Angebot der „Praxen ohne Grenzen“. Seit 2013 gibt es eine davon in Rendsburg, auf Initiative der „Gründerväter“ Harry Evers, Lutz Backhaus und Ulrich Kaminski. Diese haben fast ein Jahr bis zu deren Realisierung benötigt. Zweimal in der Woche, am Mittwochnachmittag von 16 bis 17 Uhr und am Donnerstagvormittag von 10 bis 11 Uhr, öffnet die Praxis in der Moltkestraße 1 ihre Türen.

Zehn Helferinnen und sechs Ärzte versorgen die Patientinnen und Patienten. Alle arbeiten ehrenamtlich und kostenlos. In der Patientenkartei befinden sich derzeit 168 Namen, 40 von ihnen kamen 2017 dazu. Besonders erinnert sich Dr. Achim Diestelkamp, ehrenamtlicher Teamleiter der Praxis, für das vergangene Jahr an drei Menschen, denen er und sein Team nicht helfen konnten. „Sie haben so lange gewartet, bis es nicht mehr ging“, sagt der Mediziner. „Sie sind verstorben, wenige Wochen nachdem sie das erste Mal bei uns waren.“

In den vergangenen Jahren kamen einige Flüchtlinge als Patienten dazu, die woanders gemeldet sind, sich allerdings in Rendsburg aufhalten und hier nicht versorgt sind. Andere Patienten sind Obdachlose oder auch Mittelständler ohne Krankenversicherung. Auch „Illegale“ (Menschen ohne berechtigten Aufenthaltsstatus)  behandeln die Ärzte, diese Arbeit wird vom Land Schleswig-Holstein finanziell unterstützt. auf Wunsch können die Patienten dabei auch komplett anonym bleiben. „Wer will, muss gar nichts von sich preis geben“, sagt Diestelkamp.

Die Praxis ohne Grenzen kümmert sich um eine Erst- und Grundversorgung für Menschen ohne Krankenversicherung und Bedürftige. Wenn nötig, verweisen die Mediziner die Patienten zu Fachärzten oder ins Krankenhaus und übernimmt dabei auch die Kosten. Meist aber würden die Fachärzte gar nichts berechnen, sagt Diestelkamp. Die Zahlen der Überweisungen hielten sich auch in Grenzen. Auch mit den örtlichen Apotheken, der imland Klinik oder den weiteren Beratungsstellen ihres Trägers, des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, arbeitet die Praxis zusammen, was den zuständigen Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski sehr zufrieden stellt: „Mit der Praxis ohne Grenzen haben wir einen ganz wichtigen Baustein unserer vielfältigen Angebote, Menschen in Not umfassen helfen zu können.“

Schirmherr der Praxis ist Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast. „In unserer Gesellschaft soll alles glänzen“, sagt er. „Durch die Arbeit der Kirchenkreisdiakonie wird aber klar, so rund und glänzend ist das Leben nicht.“ Das gelte auch für die Praxis ohne Grenzen, die für Gilgenast ein wichtiger Baustein der Versorgung Bedürftiger ist. Propst Sönke Funck, zu dessen Aufgabenbereich auch die Diakonie gehört, wies auf die Spannung hin, die in der Feier dieses Jubiläums liege. Es sei gut, dass die Ehrenamtlichen helfen, besser wäre indes, eine Einrichtung wie die Praxis ohne Grenzen wäre gar nicht mehr nötig.

Neben der medizinischen Betreuung berät die Praxis die Patienten auch dahingehend, wie sie wieder eine Krankenversicherung erlangen können. Außerdem ist die Praxis noch auf einem anderen Feld aktiv. Sie ist verantwortlich für die Ausstellung von Kostenübernahmen für Empfängnis verhütenden Maßnahmen von Empfängern von Sozialleistungen für die Familienplanung. Dieses Projekt wird unterstützt vom Kreis Rendsburg-Eckernförde. „Wir konnten 2017 in 144 Fällen helfen“, sagt Achim Diestelkamp. „Die Menschen kommen mit einem Kostenvoranschlag vom Arzt und ihren Unterlagen vom Amt zu uns und wir prüfen das schnell und unbürokratisch.“ Mit der Praxis ohne Grenzen haben wir einen wichtigen Baustein in der ehrenamtlichen Grundversorgung.

Foto: Das Team der Praxis ohne Grenzen.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Mit Mützen helfen

Anneliese Düsterhöft strickt und strickt. Mütze um Mütze entstehen, Schals und Stulpen ebenso. Um die 300 Mützen hat die 85-Jährige Rendsburgerin mittlerweile gestrickt und damit Bedürftigen geholfen. Denn Anneliese Düsterhöft strickt nicht für sich, sie strickt für das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde und insbesondere die Rendsburger Tafel. Mittlerweile hat sie so über 300 Mützen gestrickt und weitergegeben. Sie konnte mittlerweile schon zweimal bei der Ausgabe der Tafel in Osterrönfeld und Jevenstedt mit dabei sein und dabei erleben, wie sehr sich die Menschen über ihre Strickwaren freuen.

Die Rentnerin hatte in der Zeitung von der Tafel und der Praxis ohne Grenzen gelesen und wollte gerne helfen. Und so gab sie zwei Kartons mit Mützen bei der Ausgabestelle der Tafel in der Bredstedter Straße sowie bei der Diakonie im Holstenhof ab. „Zum Glück hatten sie dort die Adresse von Frau Düsterhöft notiert“, berichtet Gitta Heinze, die sich bei der Rendsburger Tafel um die Spender kümmert.

„Ich habe dann eine Fotocollage erstellt, auf der Kinder mit den Mützen zu sehen waren, um Frau Düsterhöft eine Freude zu bereiten“, berichtet Heinze. Anneliese Düsterhöft hat das sehr gefreut: „Ich hatte bis dahin noch keine so persönliche Rückmeldung erhalten.“ Der Kontakt war hergestellt, seitdem versorgt Gitta Heinze die alte Dame mit Wolle, die ihr aus ihrem Umfeld gespendet wird. „Gemeinsam beraten wir, welche Mützen und Schals gerade bei Mädchen oder Jungen im Trend liegen“, sagt Heinze. Aktuell stricke Anneliese Düsterhöft Mützen in den Farben bekannter Fußballvereine, wie HSV, Bayern München oder Borussia Dortmund.

Anneliese Düsterhöft, die im April 86 Jahre alt wird, strickt seit sie 14 ist. Damals fertigte sie das an, was in der Nachkriegszeit gebraucht wurde. Bis heute strickt sie tagein und tagaus, jetzt überwiegend Mützen, Schals und Stulpen. Dadurch, dass sie diese an Bedürftige weitergibt, sowie an Menschen, die Handgestricktes zu schätzen wissen, verbindet sie ihr Hobby mit einer guten Tat.

Foto: Annliese Düsterhöft mit Gitta Heinze.

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Ilona Bötel als Teamleiterin der Bahnhofsmission verabschiedet

An den Rendsburger Bahnhof zur Bahnhofsmission ist Ilona Bötel eher durch Zufall gekommen. Sie blieb zwölf Jahre als Ehrenamtliche, davon elf als Teamleiterin eines kleinen Teams von Menschen, die am Bahnhof Bedürftigen und Zugreisenden helfen. Nun ist sie im Rahmen des monatlichen Treffens der ehrenamtlichen Teamleiter des Fachbereichs Soziales im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde von Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski mit einem kleinen Präsent und einem Blumenstrauß verabschiedet worden. „Frau Bötel hat das Gesicht der Bahnhofsmission in Rendsburg in diesen Jahren geprägt und sich sehr für deren Belange eingesetzt“, fasst Ulrich Kaminski zusammen.

Dass Ilona Bötel vor zwölf Jahren ihre Arbeit am Bahnhof aufnahm, hat mit einem anderen Projekt zu tun. „Ich wollte mich bei der Fahrgastbegleitung engagieren“, erinnert sie sich. Aber aus dem Projekt wurde nichts. Da aber bei der Ausbildung zur Fahrgastbegleiterin auch drei Dienste bei der Bahnhofsmission dabei waren, hatte sie erste Kontakte zu dieser Arbeit. „Ich bin dann gefragt worden, ob ich mir eine Mitarbeit bei der Bahnhofsmission vorstellen kann“, sagt sie. „Ich habe ja gesagt und es nicht bereut.“ Man wisse nie, was auf einen zukommt und es mache Spaß. „Die Gäste sind nett, das Team auch.“

Nach dem Abschied von Ilona Bötel wird die Bahnhofsmission derzeit kommissarisch von Heike Seeland geleitet, die als Hauptamtliche für die Diakonie arbeitet. Ziel ist es aber, dass möglichst bald wieder eine ehrenamtliche Teamleitung gefunden wird. Wer Interesse an der ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Bahnhofsmission hat, kann sich bei Heike Seeland oder Telse Albert von der Diakonie melden: Telefon 04331/69630 oder Email h.seeland@diakonie-rd-eck.de bzw. t.albert@diakonie-rd-eck.de.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Spenden statt Weihnachtsgeschenke

Für die Rendsburger Tafel ist die Spende von Nils Röckendorf ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Denn der Geschäftsführer des Fliesenhofs Fockbek spendete 1000 Euro für den guten Zweck und verzichtete dafür auf Weihnachtsgeschenke für die eigenen Kunden. „Ich besuche die Kunden auch im Außendienst und habe festgestellt, dass sie nicht noch den fünften oder sechsten Kalender brauchen“, sagt er. Auch Wein oder Schnaps sei oft nicht angebracht. „Die einen trinken gar nichts, andere nur ihre Weinmarke, da stehen die Dinge dann in der Gegend herum“, sagt Röckendorf. Deswegen hat er sich dafür entschieden, für die Tafel zu spenden.

„Sicher gibt es überall auf der Welt Not und Elend, wir aber wollen auch gerne vor der eigenen Haustür helfen“, sagt er. Deshalb sei die Wahl auf die Tafel gefallen, die in Rendsburg und Umgebung in ihren sechs Ausgabestellen Bedürftigen hilft. Er habe dies auch auf den Weihnachtskarten an die Kunden thematisiert und viel Zuspruch erfahren, so Röckendorf. Für Gitta Heinze aus dem Leitungsteam der Tafel ist das ein Trend, der sich auch vielfach im Privaten fortsetzt: „Viele sagen: ,Ich habe alles‘ und überlegen sich dann einen guten Zweck, für den ihre Gäste spenden können.“

Ulrich Kaminski, Fachbereiter Soziales im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, dem Träger der Tafel, ist für die Spende dankbar: „Die Tafel finanziert sich allein durch Spenden.“ Allein durch laufende Betriebskosten wie Miete, Kfz-Versicherungen und Steuern kämen eine Menge Kosten zusammen. In diesem Jahr müsse die Tafel außerdem überlegen, ob sie das älteste Fahrzeug, ein Sprinter mit Kühlaufbau, noch einmal repariert oder für viel Geld ein neues anschafft.

„Wir freuen uns über Geschäftsleute, die für die Tafel spenden. Auch die Lebensmittel werden schließlich gespendet“, sagt Ulrich Kaminski. „Es ist vielleicht nur ein kleiner Teil, den wir beitragen können“, sagt Nils Röckendorf. „Wenn aber jeder einen kleinen Teil beiträgt, funktioniert es.“

Foto (von links): Ulrich Kaminski und Gitta Heinze freuen sich über die Spende von Nils Röckendorf.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Bahnhofsmission Rendsburg sucht mit Karten neue Ehrenamtliche

Sie sind die Helferinnen und Helfer am Bahnhof: Die Mitarbeitenden der Bahnhofsmission sind in Rendsburg seit über 70 Jahren zu Stelle, wenn sie gebraucht werden. Zumindest von Montag bis Freitag von 8.10 bis 13 Uhr. Mehr ist mit den fünf Ehrenamtlichen derzeit nicht zu leisten. „Wir brauchen dringend neues Personal“, sagt Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Um neue Ehrenamtlichen zu finden, startet die Diakonie gemeinsam mit der Volkshochschule eine Werbeaktion mit ansprechend gestalteten Karten.

„Wir laden die Menschen ein sich zu engagieren“, sagt Aenne Thode von der Diakonie, die die Idee zu den Karten hatte und für die Gestaltung verantwortlich ist. Die VHS Rendsburg wird die Karten nun den Programmen beilegen und bei den Kursen verteilen, denn diese werden oft von den Menschen besucht, die Zeit für das Ehrenamt am Bahnhof haben. Bezahlt wurden die 500 gedruckten Karten vom Förderverein der Bahnhofsmission.

Die Diakonie führt die Geschäfte der Rendsburger Bahnhofsmission, die ein ökumenisches Angebot ist. Katholiken und Protestanten arbeiten hier zusammen. Geleitet wird das Team der Ehrenamtlichen derzeit von Ilona Bötel, die seit zwölf Jahren am Bahnhof aktiv ist und seit elf Jahren das Team leitet. Sie hört gemeinsam mit einer weiteren langjährigen Mitstreiterin Ende des Monats auf.

Dann besteht das Team nur noch aus drei Personen und wird kommissarisch von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin geführt. Ziel ist es laut Ulrich Kaminski aber, dass es bald wieder eine ehrenamtliche Teamleitung und möglichst viele weitere Ehrenamtliche gibt, die für ihren Dienst an den Menschen eine Aufwandsentschädigung bekommen. „Jeder, der sich bereit erklärt, seine Zeit mitzubringen, entscheidet selbst, wie lange er sich einbringen will“, sagt Ulrich Kaminski. „Wer sich für die Arbeit entscheidet, der kann an kostenlosen Seminaren teilnehmen und sich fortbilden lassen. Außerdem gibt es Supervision.“

„Schön wäre, wenn die Bahnhofsmission wieder acht bis zehn Mitarbeitende hätte“, sagt Ilona Bötel. Dann könnten die derzeitigen Öffnungszeiten gehalten und vielleicht sogar wieder ausgebaut werden. „Wir leisten Reisehilfen und geben kleine Stärkungen aus“, sagt Bötel. „Ich habe die Arbeit immer gerne gemacht.“ Die Kollegen und die Gäste seien nett. Sie gehe immer mit einem guten Gefühl nach Hause.

Wer Interesse an der ehrenamtlichen Mitarbeit bei der Bahnhofsmission hat, kann sich bei Heike Seeland oder Telse Albert von der Diakonie melden: Telefon 04331/69630 oder Email h.seeland@diakonie-rd-eck.de bzw. t.albert@diakonie-rd-eck.de.

Das Bild zeigt von links: Hans-Peter Robin (Förderverein Bahnhofsmission Rendsburg), Gabriele Schuchardt (VHS Rendsburg), Ulrich Kaminski, Aenne Thode (beide Diakonie des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde) und Ilona Bötel (ehrenamtliche Teamleiterin der Bahnhofsmission Rendsburg)

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Kinder kochen für Spender

„Was gibt es?“ Diese Frage stellen die Kinder jeden Donnerstag, wenn sie ins Familienzentrum Rensburg-Ost kommen. Denn es wird gemeinsam gekocht und gegessen. Kürzlich hatten die Kinder noch einen besonderen Gast: Helmut Pannek vom Autodienst Pannek bereitete den Tisch mit vor und aß dann gemeinsam mit den Kindern. Er gehört zu den Spendern, die mit ihrem Geld das Kochen mit Kindern der Rendsburger Tafel maßgeblich möglich gemacht haben. Mussten die beiden anderen eingeladenen Spender, Burkhard Tesche vom Rendsburger Partyservice und Dieter Reimers von der Itzehoer Versicherung kurzfristig absagen, so konnte nur Helmut Pannek mit den Kindern das Essen genießen. Es gab Schnüsch aus Kohlrabi, Möhren und Kartoffeln mit geräuchertem Hähnchenfleisch, Pizzamuffins und Quarkspeise mit Erdbeerspiegel.

Zum Glück war genug eingekauft worden, denn jedes zweite Stück Hähnchenfleisch wanderte beim Schneiden in den Mund der Kinder. Aber nicht nur das Fleisch schmeckte. „Es ist schön, dass die Kinder auch das Gemüse so gut gegessen haben“, sagt Gitta Heinze, die sich ehrenamtlich sich bei der Rendsburger Tafel  engagiert, die zum Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde gehört. Sie stand mit den Kindern am Herd und bereitete das Essen vor, verantwortlich für das Essen mit Kindern ist Renate Zoephel. Jeweils an acht Terminen kommen die Kinder zum Kochen und Vorbereiten zusammen, um am Ende der insgesamt zwei Stunden das selbst gekochte Essen zu genießen. Beim letzten der acht Termine werden die Eltern bekocht.

Die Kochkurse für Kinder sind eines der Angebote der Rendsburger Tafel, die mit den Spenden auch Ausflüge der  Kinder auf Bauernhöfe in der Umgebung organisiert. Bei den Kochkursen sollen die Kinder an den Umgang mit nicht verarbeiteten Lebensmitteln herangeführt werden. Auch das gemeinsame Kochen, Aufräumen und Essen wird bei den wöchentlichen Treffen geübt, die Rezepte können die Kinder hinterher mit nach Hause nehmen. Bei den Ausflügen lernen die Kinder, wo die Lebensmittel herkommen, zum Beispiel, das Pommes aus Kartoffeln gemacht werden.

Foto von Gitta Heinze: Kinder des Kochkurses

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Sparkasse unterstützt Erziehungsberatung der Diakonie

500 Euro für die Erziehungsberatung: Darüber freut sich Monika Wegener, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Die Spende stammt von der Filiale Altenholz-Erdbeerfeld der Förde Sparkasse. Kunden konnten im vergangenen Jahr einen Kalender mit Fotos von markanten Plätzen im Gebiet der Förde Sparkasse gegen eine Mindestspende von 50 Cent erwerben. 500 Euro sind so zusammengekommen und die Mitarbeitenden der Sparkassen-Filiale in Altenholz wählten die Erziehungsberatungsstelle der Diakonie als Empfänger aus. Sparkassen-Kundenberaterin Sandra Andresen hat selbst einmal die Erziehungsberatung genutzt und damit gute Erfahrungen gemacht. „Meinem Sohn und mir wurde schnell geholfen“, sagt sie. 

Die Geldspende wird die Erziehungsberatungsstelle der Diakonie für die Kindergruppen von getrennt lebenden Eltern in Rendsburg und Eckernförde verwenden. „Für die Kinder sind diese Gruppen eine große Erleichterung“, sagt Monika Wegener. Hier können sich die Acht- bis 13-Jährigen untereinander austauschen. Loyalitätskonflikte, der häufige Wunsch, die Eltern mögen zusammenbleiben: All das findet Raum in der Gruppe. Ein Vierteljahr lang arbeiten die Diakonie-Mitarbeitenden nach einem vorgegebenen Curriculum mit den Kindern und nähern sich altersgerecht und spielerisch ihren Sorgen und Ängsten. Auch für Eltern, die in Trennung leben, bietet die Diakonie Unterstützung an. Wer mehr über die Arbeit erfahren möchte, kann sich an das Diakonische Werk wenden, Telefon 0 43 31/ 69 63 30, info@diakonie-rd-eck.de, www.diakonie-rd-eck.de.

Foto: Sparkassen-Kundenberaterin Sandra Andresen (r.) zeigt den Kalender, durch den die Spende für die Diakonie möglich wurde. Monika Wegener vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde freut sich über die finanzielle Unterstützung für die Erziehungsberatung. 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Volker Siegling beendet Ehrenamt als Koordinator der Rendsburger Tafel

Der Andrang ist groß in der Bredstedter Straße in Rendsburg. Etwa 100 Tafelgäste, wie Volker Siegling sie nennt, stehen an. Mit Körben, Taschen, Rollwagen warten sie auf den Einlass. Volker Siegling behält die Übersicht. Er passt auf, dass nicht zu viele gleichzeitig hinein kommen, die 2,50 Euro „Tafeltaler“ spenden und dann von den Ehrenamtlichen mit Waren versorgt werden.

Volker Siegling achtet auch darauf, dass die Reihenfolge eingehalten wird – Kranke und Schwangere kommen beispielsweise zuerst dran – aber er hat immer wieder auf Zeit für ein kurzes Gespräch oder für einen Scherz. Man kennt sich bei der Rendsburger Tafel. Schließlich ist er seit fünf Jahren mit dabei und bei der Ausgabe am Freitag an der Bredstedter Straße will er auch weiter arbeiten, zudem will er weiterhin dienstags die Ausweise an die Tafelgäste mit ausgeben. Als ehrenamtlicher Koordinator der Tafel hat er jedoch Ende Januar aufgehört.

„Ich werde im Mai 62 und habe das lange gemacht, jetzt ist Zeit für Neues“, sagt Siegling. Er freue sich auf das Frühjahr und den Sommer, plant mit seiner Frau Reisen unter anderem zu den mittlerweile erwachsenen Kindern, die in Deutschland verteilt leben. Dafür war in den vergangenen Jahren zu wenig Zeit, schließlich hatte Siegling viele ehrenamtliche Mitstreiter, die es zu koordinieren galt.

„Herr Siegling hat für die Rendsburger Tafel große Verdienste erworben“, so Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Zu seinem Fachbereich gehört auch die Tafel. Kaminski bedauert den Beschluss von Siegling und sagt: „Er wollte ein Kümmerer sein und er hat sich hervorragend gekümmert.“ Siegling habe ein neues Lagersystem geformt, Bundesfreiwillige eingesetzt oder auch das Team gut geführt. Nun müsse ein neuer Koordinator bzw. ein neues Leitungsteam gefunden und eingearbeitet werden. Volker Siegling, der bereits im vergangenen Jahr eine Urkunde und einen Bronzeengel für seinen Einsatz erhielt, wurde inzwischen offiziell im Rahmen der Leitungssitzungen des Fachbereiches als Koordinator von Ulrich Kaminski mit einem Geschenk und einer Laudatio verabschiedet.

Die Rendsburger Tafel ist mit ihren Teams und den Verantwortlichen für jedes Team (dazu zählen die Ausgabestellen, die Verwaltungsstelle, der Fahrdienst, das Zentrallager, die Kindertafel) gut aufgestellt. Rund 1000 Menschen werden regelmäßig über die sechs Ausgabestellen versorgt. Neben der Bredstedter Straße am Freitag werden am Dienstag in Schacht-Audorf, Osterrönfeld und Jevenstedt gespendete Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs ausgegeben. Am Mittwoch sind die Gäste in Owschlag und der Materialhofstraße in Rendsburg an der Reihe.

Damit es genug Waren in den Ausgabestellen gibt, fährt täglich ein Team von Ehrenamtlichen und Bundesfreiwilligen zu den Märkten, holt gespendete Ware ab oder tauscht auch einmal mit benachbarten Tafeln aus. In der Bredstedter Straße werden die Waren dann gesichtet, neu verpackt und an die Ausgabestellen verteilt. „Das kommen 35.000 bis 40.000 Kilometer im Jahr zusammen“, sagt Volker Siegling.

Für den Kraftstoff, die Versicherung, Reparaturen, die KFZ Steuer der Fahrzeuge und die Miete der Räume in der Bredstedter Straße kommen auf diese Weise viele Kosten zusammen, die durch Spenden zu decken sind. Damit diese fließen, sei es wichtig, dass die Tafel bekannt ist, sagt Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski. Auch auf diesem Feld sei Siegling mit aktiv gewesen: „Wir haben in 2017 hat eine Kampagne für die Tafel gestartet, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Das ist uns zusammen sehr gelungen.“

Foto: Volker Siegling bei der Verabschiedung im Kreis der ehrenamtlichen Teamleiter: Kerstin Ossenberg-Engels, Regina Nüske, Achim Diestelkamp, Ilona Bötel, Volker Siegling, Ulrich Kaminski und Ursula Dam (v.l.)

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Both-Stiftung spendet für Kinder

Alljährlich spendet die Both-Stiftung für Kinder, in diesem Jahr können sich gleich drei Einrichtungen über eine Zuwendung freuen: Die Rendsburger Kindertafel, der Verein Plietsch und Stark sowie der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Pflege LebensNah. Jeweils 2.000 Euro spendete die Stiftung, die 2006 von der Fockbekerin Ilse Both und ihrem Mann gegründet wurde. Der Stiftungszweck ist die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens sowie die Unterstützung Hilfsbedürftiger, ein Fokus liegt dabei auf Kindern. Die Gelder erwirtschaftet die Stiftung unter anderem über Anlagen. Das werde nicht leichter bei der heutigen Zinsentwicklung, so Andreas Holst, Vorstandsmitglied in der Stiftung. Umso erfreulicher sei es, dass auch in diesem Jahr wieder Projekte für Kinder unterstützt werden könnten.

Die Rendsburger Tafel finanziert mit Hilfe der Spenden unter anderem Kochkurse für Kinder an mehreren Standorten und Ausflüge mit diesen Kindern auf Bauernhöfe in der Umgebung. Bei den Kochkursen sollen die Kinder an den Umgang mit nicht verarbeiteten Lebensmitteln herangeführt werden. Auch das gemeinsame Kochen, Aufräumen und Essen wird bei den wöchentlichen Treffen geübt, die Rezepte können die Kinder hinterher mit nach Hause nehmen. Bei den Ausflügen lernen die Kinder, wo die Lebensmittel herkommen, zum Beispiel, das Pommes aus Kartoffeln gemacht werden.

Der Verein Plietsch und Stark investiert das Geld im kommenden Jahr vor allem in die Aktion „Bio-Brotbox“: Allen Erstklässlern wird eine wiederverwendbare Brotbox geschenkt, die exemplarisch mit gesunden Lebensmitteln gefüllt ist. Die Rendsburger Aktion ist Teil einer bundesweiten Initiative.

Der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Pflege LebensNah ist in die Kirchenstraße 1 umgezogen und plant für das kommende Jahr eine Aktion für Kinder und Jugendliche, deren Eltern schwer krank oder sterbend sind. Da es den Kindern und Jugendlichen oftmals schwer fällt, eigenen Emotionen in dieser schwierigen Zeit den notwendigen Raum zuzugestehen, sollen sie sich diesen in einem geschützten Rahmen annähern können. Geplant ist ein Wochenende, an dem eigene Musikstücke entstehen sollen. Dafür komme die Spende gerade recht, so Tanja Engel von der Pflege LebensNah.

Alle Spendenempfänger dankten der Stifterin für ihr Engagement und betonten, wie wichtig finanzielle Unterstützung, aber auch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen sei, ohne die die Projekte nicht funktionieren würden.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Kinderkochkurs macht Ausflug auf den Bauernhof

Sieben Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren stehen dick eingepackt vor dem neuen Fahrzeug der Tafel Rendsburg und warten darauf, dass es endlich losgeht. Es regnet nicht – das ist die gute Nachricht – aber es ist ziemlich kalt, als sich Renate Zoephel und Gitta Heinze mit den Kindern auf den Weg nach Borgstedtfelde zu Bauer Hans Naeve machen.

Normalerweise würde Renate Zoephel heute mit den Kindern kochen, beim Kinderkochkurs im Familienzentrum Nobiskrug. Dieses Angebot der Rendsburger Tafel für Kinder soll gleich mehrere Funktionen erfüllen: Die Kinder sollen lernen, wie Lebensmittel verarbeitet und richtig zubereitet werden. Nicht allen ist zum Beispiel klar, dass Pommes aus Kartoffeln hergestellt werden. Auch Gemüse kennen viele nur verarbeitet, wenn überhaupt. So kommen sie auch in Kontakt mit gesunden Lebensmitteln und lernen, wie die Küche vorbereitet und nach dem Kochen aufgeräumt wird. Gemeinsam essen gehört natürlich auch zum Programm.

Heute ist aber alles anders: Ein Ausflug zum Bauernhof nach Borgstedtfelde steht an. Die Fahrt dauert nicht lange, am Ziel empfängt Bauer Hans Naeve die Gruppe. Nach einem Besuch bei den Hühnern zeigt Bauer Naeve die beiden Schafböcke, die gerade im Stall untergebracht sind. Einer der beiden war bei einem anderen Bauernhof und ist erst seit dem Vortag zurück. Damit sich die beiden mitunter streitsüchtigen Böcke wieder aneinander gewöhnen können, müssen sie einige Tage drinnen bleiben, so Bauer Naeve. An ihnen erklärt er auch, was die Zahlen bedeuten, die auf den Schildern in den Ohren der Tiere stehen: „Darauf steht das Land, eine Angabe des Bundeslandes und Kreises, meine Betriebsnummer und dann eine fortlaufende Nummer“. Wofür das denn wichtig wäre, fragt eines der Kinder. „Wenn mal ein Schaf wegläuft, dann kann es so wieder seinem Besitzer zugeordnet werden“, erklärt Bauer Naeve. Später helfen die Kinder dabei, die trächtigen Schafe zu füttern, können ein Lamm streicheln und dürfen zum Picknick und toben auf den Heuboden.

Ausflüge wie dieser werden über Spenden finanziert, in diesem Jahr vor allem vom Autodienst Pannek, der Kronwerk Apotheke sowie der Both Stiftung. Sie sind Teil des Konzeptes, mit dem Kinder über die Herkunft und Verarbeitung der Lebensmittel aufgeklärt und ihnen eine gesunde Ernährung nahegebracht werden soll.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

„Jugend stärken im Quartier“ verabschiedet Schüler in die Ferien

Das Gedränge ist groß am Stand auf dem Schulhof der Gemeinschaftsschule Altstadt in Rendsburg. Kinder und Jugendliche drängeln sich um einen kleinen Stand, an dem es Kinderpunsch, Kakao, Waffeln, Lebkuchen und Plätzchen gibt. Das Projekt „Jugend stärken im Quartier“, in dessen Rahmen an der Schule 20 Schülerinnen und Schüler betreut werden, hat einen kleinen Weihnachtsstand aufgebaut. Nun wird ausgeschenkt. Mit dabei ist auch Jannik, der den Stand mitgebaut hat und dabei von Jan-Philip Waldow angeleitet wurde.

„Wir wollen die Schülerinnen und Schüler mit einem guten Gefühl in die Ferien entlassen“, sagt Waldow, der für das Projekt an der Schule verantwortlich ist. „Wir wünschen ihnen schöne Ferien und alles Gute für das neue Jahr.“ Bei der gesamten Vorbereitung der Aktion habe er die Schülerinnen und Schüler, die er betreut, mit eingebunden. „Wir haben zum Beispiel gemeinsam überlegt, was müssen wir einkaufen?“ Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien haben dann Waldow gemeinsam mit anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die an der Schule beispielsweise bei der Offenen Ganztagsschule Dienst tun, Waffeln gebacken, den Kakao zubereitet und an den verschiedenen Ausgängen der Schulgebäude Gebäck verteilt.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es mehrere Projekte, die zum europäischen Programm „Jugend stärken im Quartier“ gehören und noch bis Ende 2018 mit europäischen Mitteln und Bundesmitteln gefördert werden. Gefördert werden Angebote für junge Menschen zur Überwindung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen am Übergang von der Schule in den Beruf. Der Schwerpunkt liegt in den Gebieten der „Sozialen Stadt“ und vergleichbaren Brennpunkten. So soll kommunale Jugendsozialarbeit vor Ort gestärkt werden. Träger der Angebote in der Altstadtschule (Offener Ganztag, Jugend stärken im Quartier, Offene Jugendarbeit) ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde.

Foto: Der Bundesfreiwilligendienstleistende Ron, Jan-Philip Waldow („Jugend stärken im Quartier“) und der Schüler Jannik (von links) schenken aus.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Diakonie erhält 2600 Euro für Winternotpakete

Die Diakoniestiftung Schleswig-Holstein unterstützt die Rendsburger Notschlafstelle in diesem Jahr mit 2600 Euro. Mit diesem Geld kann die Diakonie des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde einen ganzen Winter die Einrichtung in der Materialhofstraße versorgen, stellt Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Schule und Soziales der Diakonie fest.

Das Geld ist insbesondere für die Anschaffung von Winternotpaketen gedacht, für Schlafsäcke, warme Unterwäsche oder Socken. „Insgesamt unterstützen wir Einrichtungen der Obdachlosenhilfe in Schleswig-Holstein mit 10.800 Euro“, sagt Bernd Hannemann vom Vorstand der Diakoniestiftung. „Wir sind auch dazu da, Menschen in Notsituationen zur Seite zu stehen.“ Die Stiftung sei dankbar für die Arbeit, die vor Ort geleistet werde. Stellvertretend für die insgesamt zehn Einrichtungen im Land, die in diesem Jahr von der Stiftung Gelder erhalten, übergab Hannemann an Kaminski und die Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Rendsburg-Eckernförde einen symbolischen Scheck. Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Stiftung uns das Geld zur Verfügung stellt“, sagt Ulrich Kaminski.

Dass die Arbeit weiterhin notwendig ist, zeigt schon die Belegung der Einrichtung. In ihr stehen sechs Betten für Männer (plus ein Notbett) sowie zwei Betten für Frauen (plus ein Notbett) zur Verfügung. In der Woche vor Weihnachten übernachten laut Sozialarbeiterin Heike Seeland aktuell sechs Männer und eine Frau regelmäßig in der Einrichtung. Sie können jeweils die Nacht dort verbringen, müssen die Räumlichkeiten dann aber am Morgen wieder verlassen. „Das ist ordnungsrechtlich so vorgesehen“, sagt Ulrich Kaminski. Die Notschlafstelle wird in enger Kooperation mit der Stadt betrieben, die das Gebäude kostenlos zur Verfügung stellt. Auch die Polizei ist eingebunden, bei ihr liegt der Schlüssel bereit.

Zum Hintergrund: Die Notschlafstelle Rendsburg in der Materialhofstraße 7 bietet eine Unterkunft für durchreisende und wohnungslose sowie für in Not geratene Menschen. Waschgelegenheiten und eine Waschmaschine zur Reinigung der Kleidung stehen zur Verfügung. Im Winterhalbjahr sind angepasste Unterbringungszeiten möglich. Die Übernachtung ist für bedürftige Personen grundsätzlich kostenlos. Der Schlüssel ist im Polizeirevier in der Moltkestraße 9 zu bekommen. In der Materialhofstraße 7 befindet sich auch die Rendsburger Tafel, wo Bedürftige  von Montag bis Freitag zu Mittag essen können und einmal in der Woche Lebensmittel ausgegeben bekommen.

Bildunterschrift (von links): Ulrich Kaminski (Diakonisches Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde), Bernd Hannemann (Vorstand Diakoniestiftung Schleswig-Holstein), Ilona Storm (Referatsleiterin Wohnungslosenhilfe des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein), Heike Seeland (Sozialarbeiterin beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde) in der Notschlafstelle.

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Carlo Club an der Sprottenschule sucht neue Ehrenamtliche

Kinder, die bei Carlo in den Club gehen, sind etwas Besonders. Carlo, das ist eine Puppe, die dem Carlo Club der neuen großen Grundschule in Eckernförde, der Sprottenschule, seinen Namen gegeben hat. Die Puppe selbst wird für die Sprachförderung eingesetzt. Kinder, die den Carlo Club besuchen, haben erhöhten Bedarf an Förderung und Betreuung. Ehrenamtliche begleiten sie nach Schulschluss, gehen mit ihnen gemeinsam zum Mittagessen, betreuen sie bei den Hausaufgaben und bieten spielerische Angebote an. In der Adventszeit wird beispielsweise gemeinsam gebacken.

Mit Beginn des aktuellen Schuljahres hat das Diakonische Werk des Ev.- Luth. Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde die Trägerschaft des „Carlo Club“ übernommen. Für den Fachbereichsleiter Schule und Soziales, Ulrich Kaminski, war das ein logischer Schritt, da die Diakonie auch mit anderen Angeboten in der Offenen Ganztagsschule der Sprottenschule vertreten ist. „So ist die Durchlässigkeit der Angebote noch besser gegeben“, sagt Kaminski.

Die pädagogische Leitung des Carlo Clubs hat die Erzieherin Susann Richter, Elke Degener arbeitet als Koordinatorin. Gemeinsam leiten die beiden die Ehrenamtlichen an und suchen neue Mitstreiter, die einmal in der Woche für die Betreuung der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen. Diese werden von ihren jeweiligen Klassenlehrerinnen oder Klassenlehrern empfohlen. Kleingruppen mit „familienähnlichen Strukturen“ sollen Unterstützung, Orientierung und Halt geben. Ganz wichtig ist es, dass die Betreuungspersonen eine feste und verlässliche Beziehung zu „ihren“ Kindern aufbauen. Im Mittelpunkt steht die individuelle Förderung und Unterstützung.

Derzeit besuchen 13 Kinder den Carlo Club, sie werden von vier bis sieben Ehrenamtlichen betreut. Insgesamt gibt es derzeit 20 Ehrenamtliche. Eine von ihnen ist Angelika Untied. „Es macht Spaß mit den Kindern zu arbeiten“, sagt sie. Besonders schön sei es, die positive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler hautnah mitzuerleben. „Wir nehmen uns so viel Zeit wie nötig.“ Jedes Kind stellt das Team dabei vor andere Herausforderungen. Müssen einige Schülerinnen und Schüler lernen, mit Messer und Gabel zu essen, steht bei anderen der Erwerb der deutschen Sprache im Mittelpunkt. So berichtet Georg Bicker von einem Schüler mit Migrationshintergrund, der ein Gedicht auswendig lernen sollte. Das funktionierte nicht. Als er ihm aber alle Begriffe erklärt hatte, habe der Schüler das Gedicht im Handumdrehen aufsagen können. Bicker, der selbst seit vier Jahren mit dabei ist, sagt: „Wir haben viele Mitstreiter mit pädagogischer Vergangenheit aber wir haben festgestellt, dass die anderen das auch können.“

Für die Schule ist der Carlo Club eine große Unterstützung, stellt Schulleiterin Heinke Marquardt fest: „Das Angebot ist so gewinnbringend für die Kinder. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auch kleinere Schritte wertschätzen, die im Klassenverband oft untergehen.“ Eine Stigmatisierung gebe es nicht, vielmehr werde der Besuch des Carlo Clubs von Kindern und Eltern als Privileg gesehen.

Wer Interesse an der ehrenamtlichen Mitarbeit hat, kann sich an Susann Richter (Telefon: 0152-53202139 oder die Verwaltungsstelle des Diakonischen Werkes in der Schleswiger Str. 33 in Eckernförde (Telefon: 04351/89310) wenden. 

Bildunterschrift: Elke Degen (Koordinatorin), Ulrich Kaminski (Diakonisches Werk), die Ehrenamtlichen Angelika Untied, Elisabeth Gieseler und Georg Bicker, Schuleiterin Heinke Marquardt und die pädagogische Leiterin Susann Richter (von links).

 

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Mobilcom spendet 3.000 Euro an die Rendsburger Tafel

Die Rendsburger Tafel freut sich über eine Spende in Höhe von 3.000 Euro vom Standort Büdelsdorf der Mobilcom Debitel. Standortleiter Torsten Fritz übergab den Scheck in den Tafelräumen in der Materialhofstraße 7 und informierte sich dabei auch über die Arbeit der Rendsburger Tafel. Jährlich dürfe jeder der zehn Standortleiter 5.000 Euro für soziale Zwecke in der Region spenden, erklärte Fritz. Die Ideen für Spendenempfänger kämen dabei häufig aus dem Kreis seiner rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Ehrenamtliches Engagement gehört in unserem Betrieb zum guten Ton. Für die Spendenempfänger frage ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ob sie Ideen haben. Auf die Rendsburger Tafel bin ich in diesem Jahr aufmerksam geworden, weil der 20. Geburtstag gefeiert wurde“.

Bei der Vergabe der Spenden sei es ihm wichtig, dass er in der Region etwas bewirken könne und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Spendenempfänger auch als solchen anerkennen. Die restlichen 2.000 Euro gingen in diesem Jahr an das Frauenhaus in Rendsburg. Für den Koordinator der Rendsburger Tafel Volker Siegling sind Spenden wie diese sehr wichtig: „Wir haben laufende Kosten für Fahrzeuge, Betriebsmittel und das Haus in der Bredstedter Straße, die wir bestreiten müssen. Deshalb sind wir für Spenden wie diese, die nicht an einen bestimmten Zweck gebunden sind, sehr dankbar. Für uns ist das richtig viel Geld“.

Die Rendsburger Tafel gibt es bereits seit 20 Jahren. Mittlerweile werden um die 1.300 Menschen in sechs Ausgabestellen mit Lebensmitteln versorgt, darüber hinaus gibt es in der Materialhofstraße 7 unter der Woche ein warmes Mittagessen. Fast 500 der betreuten Menschen sind Kinder. Seit siebzehn Jahren gibt es auch eine Kindertafel – sie ist die älteste Kindertafel in Schleswig-Holstein. Außerdem organisieren die Mitarbeitenden Kochkurse und Besichtigungen von landwirtschaftlichen Betrieben für Kinder. Die Trägerschaft für die Tafel liegt in Rendsburg beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Finanziert wird das Angebot über Spenden. In der Rendsburger Tafel sind um die 70 Menschen engagiert.

Bild: Gitta Heinze (links) und Volker Siegling (rechts) freuen sich über die Spende der Mobilcom Debitel, überreicht von Torsten Fritz (Mitte)

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Neues Tafelfahrzeug dank Spenden

Die Rendsburger Tafel konnte mit Hilfe von Spenden einen neuen Daccia Dokka anschaffen. Dieser Siebensitzer wurde bereits 2017 erworben und wird künftig vor allem im Bereich der Kindertafel eingesetzt: Lebensmittel für die Kochkurse liefern sowie Kinder zu den Kochkursen sowie geplanten Ausflügen fahren.

Die Anschaffung konnte realisiert werden, weil die Tafel in den Genuss einer Spende der Lidl-Pfandspende in Höhe von 7.116 Euro kam: „Mit der Pfandspende können die Tafeln über die klassische Lebensmittelabgabe hinaus gezielt finanziell gefördert werden. Dass unsere Kunden dies in so großem Umfang unterstützen, ist für uns eine großartige Bestätigung unserer Zusammenarbeit“, erklärt Katja Löwe, Beauftragte für Mitarbeiter und Soziales der Lidl-Regionalgesellschaft Wasbek. Insgesamt kostete das Fahrzeug etwas mehr als 9.500 Euro, deshalb hat der Rotary Club Rendsburg weitere 2.500 Euro gespendet: „Uns ist es wichtig, Engagement vor Ort und für Kinder und Jugendliche zu fördern, in dem Bereich wollen wir unser Engagement auch noch ausbauen“, so Rine Peters, Präsidentin des Rotary Club Rendsburg.

Für die Rendsburger Tafel ist das neue Auto eine Arbeitserleichterung: „Mit dem neuen Wagen sind wir in der Lage, sowohl den Transport der Lebensmittel optimal zu gewährleisten, als auch die Fahrten von Kindern und Jugendlichen zu den Tafel-Kochkursen zu organisieren“. Die Tafel bietet Kochkurse für Kinder an, um diesen die Verwendung von frischen Lebensmitteln nahe zu bringen. Bei Ausflügen auf Bauernhöfe in der näheren Umgebung lernen die Kinder außerdem, woher die Lebensmittel kommen, die sie auf den Tisch bekommen.

Hintergrund:

Die Lidl-Pfandspende gibt es bereits seit 2008. Bei der Rückgabe von Leergut können Kunden mittels Knopfdruck entscheiden, ob sie einen Teilbetrag oder den gesamten Pfandbetrag an den Bundesverband Deutsche Tafel e.V. spenden möchten.

Die Rendsburger Tafel gibt es bereits seit 20 Jahren. Mittlerweile werden um die 1.300 Menschen in sechs Ausgabestellen mit Lebensmitteln versorgt, darüber hinaus gibt es in der Materialhofstraße 7 unter der Woche ein warmes Mittagessen. Seit siebzehn Jahren gibt es auch eine Kindertafel – sie ist die älteste Kindertafel in Schleswig-Holstein. Darüber hinaus organisieren die Mitarbeitenden Kochkurse und Besichtigungen von landwirtschaftlichen Betrieben für Kinder.

Die Trägerschaft für die Tafel liegt in Rendsburg beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Finanziert wird das Angebot fast ausschließlich über Spenden. In der Rendsburger Tafel sind um die 70 Menschen engagiert.

Bild von links: Kerstin Dreja (Leiterin Familienzentrum Rendsburg-Ost), Kerstin Löwe (Lidl), Gitta Heinze (Tafel Rendsburg), Rine Peters (Rotary Club Rendsburg) und Volker Siegling (Tafel Rendsburg) freuen sich über das neue Tafelfahrzeug.

 

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Kann das Smartphone süchtig machen?

Beim Begriff Sucht denken viele an Drogen oder Alkohol, das Smartphone als täglicher Begleiter jedenfalls fällt keinem als erstes ein. Das Präventionsteam der Suchtberatung des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde widmet sich diesem Thema nun mit mehreren Projekten zum bewussten Umgang mit dem Smartphone und anderen Medien, konzipiert für Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse.

Rund 20 Schülerinnen und Schüler haben sich im Medienraum in der Altstadtschule zusammengefunden. Die Klasse 6A beschäftigt sich einen ganzen Tag mit Themen rund um Sucht und Smartphone. Für die meisten gehört das Handy zum Alltag, in der Schule ist es allerdings verboten: „Das klappt im Unterricht hier wirklich gut – wahrscheinlich schauen sie dann in der Pause auf der Toilette auf die Telefone“, so Käte Hannemann, die Klassenlehrerin. Wer im Unterricht mit dem Handy auffällt, kann es sich nach Unterrichtsschluss im Sekretariat wieder abholen. „Wir merken aber an anderen Dingen, dass die Schülerinnen und Schüler viel mit Medien zu tun haben. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt doch merklich“.

Welche Medien werden genutzt? Warum sind Smartphones sinnvoll, wofür kann man sie gut nutzen? „Es geht hier nicht darum, das Smartphone zu verdammen,“ erzählt Thorsten Grett von der Suchtberatung. „Wir nutzen die Geräte ja selbst. Aber wir wollen darauf aufmerksam machen, ab wann die Nutzung kritisch wird oder sogar Abhängigkeiten vorliegen“. Neben einem Film, der ein handysüchtiges Mädchen in seinem Alltag und später in der Behandlung zeigt, erarbeiten Thorsten Grett und seine Kollegin Agnes Preiss auch mit der Klasse, welche Süchte es gibt oder warum Handysucht problematisch ist. Zum Schluss machen alle einen Selbsttest zum ankreuzen: Zehn Aussagen zum Umgang mit dem Handy, zum Beispiel „Ich schaue morgens als erstes auf mein Smartphone“ oder „Unter Freunden gucken wir manchmal alle nur aufs Handy, anstatt zu quatschen“. Die Auswertung zeigt auf, ob der Umgang problematisch ist oder sogar schon eine Abhängigkeit erkennen lässt. In der 6A besteht wenig Anlass zur Sorge: Gut die Hälfte der 12-jährigen hat null bis drei Kreuze und damit einen vernünftigen Umgang mit dem Gerät.

Das Thema ist so konzipiert, dass das Team auch an andere Schulen kommen kann: „Die Altstadtschule ist die erste Schule, an der wir das Projekt machen, das Smartphone ist bei uns als Thema neu in der Präventionsarbeit“, erklärt Agnes Preiss. Am nächsten Tag kommt die andere 6. Klasse in den Medienraum zum Projekttag, Ende November gibt es einen zweiten Block. „Dabei wollen wir uns auch die Hausaufgabe anschauen, die wir den Schülerinnen und Schülern mitgeben“, so Preiss. Eine Woche lang sollen sie ein Tagebuch darüber führen, wie sie ihr Smartphone nutzen.

Bild: Thorsten Grett und Agnes Preiss klären die Klasse 6A der Schule Altstadt über problematischen Smartphone-Gebrauch auf.

 

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Volksbank spendet 1000 Euro an Rendsburger Tafel

Die Rendsburger Volksbank hat der Rendsburger Tafel 1000 Euro gespendet. Insgesamt verfüge die Volksbank über einen Spendentopf von rund 100.000 Euro, so Carsten Ratzke: „Jeder Bereich verantwortet eine Teilsumme und entscheidet selbst, wer das Geld bekommen soll“. Das siebenköpfige Team „Private Banking“ hat sich für die Tafel entschieden: „Wir waren uns schnell einig, dass wir mit der Rendsburger Tafel das Geld am richtigen Ort spenden. Wir sind Teil der Region und möchten, dass es unserer Region zugute kommt“, so Wiebke Heeschen aus dem Team Private Banking.

Das Geld wird die Rendsburger Tafel für verschiedene Bereiche einsetzen: Vor allem die Räumlichkeiten in der Bredstedter Straße und der Unterhalt der drei Fahrzeuge kosten die Tafel Geld. Da sich die Tafel ausschließlich aus Spenden finanziert, ist der ehrenamtliche Koordinator Volker Siegling für jede Spende dankbar: „Lebensmittel und auch Hygieneartikel werden uns von den meisten Läden im Rendsburger Raum zuverlässig gespendet, reine Geldspenden kommen nicht so häufig vor“.

Die Rendsburger Tafel gibt es seit 20 Jahren. Ehrenamtlich Mitarbeitende geben warmes Essen und Lebensmittel an Bedürftige im Rendsburger Raum aus, mittlerweile werden mehr als 1.000 Menschen wöchentlich versorgt. Täglich erhalten Bedürftige außerdem eine warme Mahlzeit in der Materialhofstraße 7. Seit siebzehn Jahren gibt es auch eine Kindertafel – sie ist die älteste Kindertafel in Schleswig-Holstein. Hier werden vor allem Kochkurse und Besichtigungen von landwirtschaftlichen Betrieben für Kinder organisiert.

Die Trägerschaft für die Tafel liegt in Rendsburg beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Finanziert wird das Angebot fast ausschließlich über Spenden. In der Rendsburger Tafel sind um die 85 Menschen engagiert, unter anderem auch Bundesfreiwillige und Sozialstündler.

Bild: Thorben Kotowski (links) und Wiebke Heeschen (rechts) mit Volker Siegling bei der Essensausgabe in der Materialhofstraße 7.

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Rendsburger Tafel: Renovierte Räume

Die Ausgabestelle der Rendsburger Tafel in der Materialhofstraße 7 ist ab Montag (4.9.) wieder regulär geöffnet. Der Malerfachbetrieb Götze aus Westerrönfeld hat die Räumlichkeiten der Rendsburger Tafel dort und in der Bredstedter Straße 11 frisch gestrichen. Das verwendete Material sowie die Arbeitsstunden des Malermeisters Sven Herpel und der Auszubildenden Tessa Hadamik spendet der Malerfachbetrieb der Tafel Rendsburg. Volker Siegling, der Koordinator der Rendsburger Tafel, freut sich über dieses unverhoffte Geschenk zum anstehenden 20. Geburtstag der Rendsburger Tafel: „In den Räumen, in denen wir die warmen Mahlzeiten ausgeben, ist seit 13 Jahren nicht mehr viel gemacht worden. Nun kann man sich dort beim Essen wieder wohlfühlen“.

Bild: (vlnr) Malermeister Sven Herpel, Tafel-Koordinator Volker Siegling und Auszubildende Tessa Hadamik.

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Lambada und alkoholfreie Cocktails zum Ferienstart

Der Tag der Zeugnisvergabe droht mitunter für das ein oder andere Schulkind ein schwieriger Tag zu werden, wenn die Noten nicht so ausfallen wie gewünscht oder erhofft. An der Altstadtschule in Rendsburg sah man aber überwiegend fröhliche Gesichter auf dem Schulhof: Das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ lud gemeinsam mit der Offenen Jugendarbeit vom Europaforum zu alkoholfreien Cocktails an die Bar, mit stimmungsvoller Sommermusik.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich die Schülerinnen und Schüler kostenlos alkoholfreie Cocktails abholen – und gleichzeitig mit Jan-Philip Waldow („Jugend stärken im Quartier“ an der Altstadtschule) und Nils Heinrich (Offene Jugendarbeit im Europaforum) über ihre Zeugnisse sprechen, wenn sie wollten. „Wir möchten uns von einer positiven und offenen Seite zeigen und nicht erst mit den Schülerinnen, Schülern und Eltern ins Gespräch kommen, wenn ein Problem vorliegt“, erklärt Waldow. Die Bar haben er und sein Kollege bei einer Arbeitskollegin organisiert, die Musikrechte mit der GEMA geklärt. Die Zeugnisvergabe fand an der Schule diesmal in Einzelgesprächen mit den Lehrkräften statt, die Bar auf dem Schulhof fand regen Zulauf und zauberte auch den Lehrerinnen und Lehrern ein Lächeln ins Gesicht.

„Die Gespräche funktionieren besser als ich dachte“ so Waldow mit einem Zwischenfazit: „Klar erzählen uns die Kinder, wo sie besser geworden sind. Aber oft kommt dann auch der Gedanke, dass man an der vier in Mathe vielleicht noch arbeiten kann“. Er bietet dann Informationen zu kostenloser Nachhilfe an oder die Möglichkeit, einen Plan für das kommende Schuljahr zu machen, wie es besser werden kann. „So können wir hoffentlich auch die Bauchschmerzen der Kinder lindern, die ein schlechtes Zeugnis mit nach Hause nehmen müssen“.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es mehrere Projekte, die zum europäischen Programm „Jugend stärken im Quartier“ gehören und noch bis Ende 2018 mit europäischen Mitteln und Bundesmitteln gefördert werden. Gefördert werden Angebote für junge Menschen zur Überwindung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen am Übergang von der Schule in den Beruf. Der Schwerpunkt liegt in den Gebieten der „Sozialen Stadt“ und vergleichbaren Brennpunkten. So soll kommunale Jugendsozialarbeit vor Ort gestärkt werden. Träger der Angebote in der Altstadtschule (Offener Ganztag, Jugend stärken im Quartier, Offene Jugendarbeit) ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde.

 

Auf dem Bild: Jan-Philip Modrow (links) und Nils Heinrich (rechts) freuten sich bei gutem Wetter über den regen Zulauf an der Bar auf dem Schulhof.

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Aktionswoche in der Schuldnerberatung

Die Evangelische Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Rendsburg beteiligt sich auch in diesem Jahr an der landesweiten „Aktionswoche der Schuldnerberatungsstellen“. Sie bietet eine telefonische Beratung vom 19. bis zum 23. Juni an: Montag, Dienstag und Donnerstag von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Mittwoch von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr und am Freitag von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr in dieser Woche.

Wer Fragen zu Kreditverträgen, einer möglichen Überschuldung und ähnlichem sowie die Möglichkeiten einer Entschuldung wie einem Verbraucherinsolvenzverfahren oder zu der Beantragung eines Pfändungsfreien Kontos (sog. „P-Konto“) hat, kann in diesen Zeiträumen mit den Experten der Beratungsstelle verbunden werden. Es stehen ausgebildete Bankkaufleute, Sozialpädagogen oder auch eine Juristin für Antworten zur Verfügung. Die Beratungsstelle ist unter 04331 – 696320 am Holstentor 16 in Rendsburg zu erreichen.

 

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20 Jahre ein offenes Ohr und eine helfende Hand

Die Eckernförder Bahnhofsmission blickt auf fast siebzig Jahre Geschichte zurück. Immerhin
zwanzig Jahre davon ist Dorothea Nötzel dabei. Für diesen ehrenamtlichen Einsatz wurde die 63-jährige
nun mit dem Silbernen Kronkreuz geehrt. „Ich habe mir damals eine ausgiebige Familienpause gegönnt und wollte mich gern engagieren, so bin ich zur Bahnhofsmission gekommen“, erklärt die gelernte Krankenschwester.

Mittlerweile ist sie im Beruf zurück und kommt nur noch einmal die Woche mit weniger Stunden als früher: „Es wird mir hier in diesem tollen Team aber auch leicht gemacht, meine Dienstzeiten werden so gelegt wie ich kann“. Sie ist derzeit das jüngste der neun Teammitglieder, aber von allen am längsten dabei. In den Jahren habe sich die Arbeit nur wenig verändert, blickt sie zurück: „Früher hatten wir häufig Kinder hier, denen wir bei den Hausaufgaben geholfen haben. Das ist heute nicht mehr so, dank der guten Betreuung in den Schulen“. Sonst seien die Aufgaben gleich geblieben: Ein- und Ausstiegshilfe, Umstiegshilfe bundesweit organisieren, Fahrpläne erklären, Durchreisende stärken und Bedürftigen zuhören.

Ulrich Kaminski, zuständiger Fachbereichsleiter des Diakonischen Werkes des Evangelisch-Lutherischen
Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, überreichte Dorothea Nötzel im Rahmen einer kleinen Feier das
Silberne Kronenkreuz des Landesverbandes im Namen von Landespastor Heiko Nass. Er würdigte Nötzel
als eine engagierte, zuvorkommende und liebenswerte Mitarbeiterin, die stets freundlich und kompetent
Hilfe am Bahnsteig und in den Räumen der Bahnhofsmission für Durchreisende leiste. Sie sei eine ganz
besondere Mitarbeiterin: „Als „guter Engel am Bahnhof“ sind Sie ein Segen für die Durchreisenden am
Bahnhof und haben in den 20 Jahren sehr, sehr vielen Menschen Hilfestellung gegeben und das Team der
Bahnhofsmission aktiv unterstützt. Für Nötzel ist nach den 20 Jahren mitnichten Schluss: „Die Begegnungen
mit Menschen und die Möglichkeit, mit kleinen Dingen helfen zu können, das ist sehr bereichernd für mich“.

Foto: Ulrich Kaminski (links), Dorothea Nötzel und Jann-Thorge Thöming (Referent des Verbands evangelischer Bahnhofsmission in der Nordkirche)

Öffnungszeiten
Bahnhofsmission Eckernförde
Montag u. Freitag: 9.30 bis 13.30 Uhr
Dienstag: 9.30 bis 17.30 Uhr
Mittwoch und Donnerstag: 9.30 bis 15.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: keine Dienstbereitschaft

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

400 Euro Spende für die Rendsburger Kindertafel

Mit einer ungewöhnlichen Idee hat Knud Förster, der Inhaber des Rendsburger Kreativmarktes, fast 400 Euro Spenden zugunsten der Rendsburger Kindertafel gesammelt: „Wenn unsere Kunden eine Plastiktüte wollten, haben sie dafür eine Spende in das Spendenglas gegeben“. Der Hintergrund: Seit Mitte 2016 ist es gesetzlich verboten, Plastiktüten gratis abzugeben. Förster bekommt die Tüten aber kostenlos von seinen Lieferanten gestellt. „Das stellte mich vor die Frage, was ich mit dem Geld machen sollte. Mir kam es falsch vor, mich an geschenkten Dingen zu bereichern und dieses Spendenglas direkt neben der Kasse brachte mich auf die Idee“.

Neben seiner Kasse steht eins von 24 Spendengläsern der Rendsburger Kindertafel, die Gitta Heinze regelmäßig leert. Heinze ist die stellvertretende Teamleiterin bei der Rendsburger Tafel und verantwortlich für die Spendengläser. Die Kindertafel als Teil der Rendsburger Tafel versorgt Familien mit Kindern mit Lebensmitteln und liefert frisches Obst, Milch- und Quarkspeisen für einen Nachtisch bzw. „Snack“ am Nachmittag. Zweimal wöchentlich gibt es zudem ein warmes selbst hergestelltes Essen – solange die Spendenmittel reichen – über Kochkurse an Grundschulen in Rendsburg in Kooperation mit dem Offenen Ganztag. „Diese Angebote werden durch Spenden wie die vom Kreativmarkt ermöglicht“, so Gitta Heinze.

Die Mitarbeiterinnen von Knud Förster haben jeden Kunden, der eine Tüte wollte, auf die zusätzlichen Kosten aufmerksam gemacht und erklärt, dass diese als Spende der Kindertafel in das Glas gegeben werden solle: „Die meisten haben zwischen 10 und 50 Cent gespendet, mitunter aber kamen auch höhere Beträge ins Glas“, freut sich Förster über den Erfolg. Die 377 Euro hat er auf 400 aufgerundet. Die Aktion läuft weiter, auch wenn mittlerweile weniger Kunden eine Tüte haben wollen.

Die Spendengläser stehen in ganz Rendsburg in Apotheken, Supermärkten, Bäckereien, Tankstellen und an ähnlichen Orten. Gitta Heinze stellt gern noch mehr auf, Informationen dazu unter 04331 - 6 64 57 30 oder 0177 - 413 22 98.

Bild: Gitta Heinze (links) und Knud Förster freuen sich über die gelungene Spendenaktion.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Landtagsabgeordneter zum “Seitenwechsel” bei der Rendsburger Tafel

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises hat die Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl am 07. Mai zu einem “Seitenwechsel” vor der Wahl eingeladen: Einen halben oder ganzen Tag bei der Rendsburger oder Eckernförder Tafel mitzuarbeiten und so zu erleben, was die Menschen dort bewegt.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Kai Dolgner (SPD) aus Osterrönfeld nahm diese Einladung an und half aktiv von morgens bis nachmittags bei der Rendsburger Tafel mit. Mit roter Schürze und Mütze gut geschützt half Herr Dr. Dolgner morgens bei dem Ausladen von Lebensmitteln sowie der Sortierung und Lagerung in der Kühlzelle oder den Schwerlastregalen. Er war überrascht, in welchem Zustand sich die gespendeten Lebensmittel teilweise befanden: “Hier wurde vieles aussortiert und der Tafel die Entsorgung überlassen. In einem Beutel befanden sich nur noch Brokkoli, die für den Kompost geeignet waren. Das muss eigentlich zur AWR”. Anschließend fuhr das ehemalige Mitglied des Aufsichtsrates der AWR mit zwei “Kollegen” der Rendsburger Tafel und lernte deren Fahrdienst kennen: Zum Supermarkt an die Rampe fahren, die aussortierten Lebensmittel in Empfang nehmen, das Kühlfahrzeug beladen und die jeweils vorgesehene Ausgabestelle bzw. das Zentrallager in der Bredstedter Str. 11 anfahren und alles wieder ausladen. Zu den Aufgaben der Fahrer gehören ansonsten noch die Reinigung des Fahrzeuges und die Entsorgung des Transportmaterials.

Die nächste Etappe von Herrn Dr. Dolgner war an diesem Tag die Materialhofstr. 7, wo für bedürftige Menschen, u.a. für die Gäste der Notschlafstelle und Obdachlosenhilfe, täglich gekocht wird. Der Kandidat zur Landtagswahl stellte sich neben die Baing Marie und schenkte den Gästen das Tagesgericht aus: drei Suppen zur Auswahl. Die Gäste konnten zwischen Gemüsesuppe mit Fleischeinlage, vegetarischer Gemüsesuppe oder einem Chili Con Carne wählen, Zum Nachtisch wurde Rote Grütze serviert. Dr. Dolgner war beeindruckt, wie schmackhaft das aus Resten zubereitete Essen war. Er nutzte die Gelegenheit, um mit den Gästen der Tafel und den Kollegen vom Fahrdienst intensiv ins Gespräch zu kommen.

Neben der Essensausgabe hilft die Diakonie bei der Wohnungssuche, bietet ärztliche Unterstützung bei fehlender Krankenversicherung und schafft eine Tagesstruktur für Langzeitarbeitslose, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr zurechtkommen. Dr. Dolgner als Sozialpolitiker: “Bürgerarbeit wäre hier die richtige Antwort. Es macht mehr Sinn, Arbeit und Beschäftigung für soziale und gemeinnützige Aufgaben zu finanzieren. Das kommt nicht teurer als die Finanzierung der Arbeitslosigkeit”. Ein “Seitenwechsel”, der einen kleinen Eindruck in die Arbeit der Tafel und die soziale Situation von Menschen gegeben hat, die eher auf der Schattenseite unserer wohlhabenden Gesellschaft leben.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Blick hinter die Kulissen: Serpil Midyatli bei der Eckernförder Tafel

Landtagsabgeordnete Serpil Midyiatli (SPD) besuchte die Ausgabestelle der Eckernförder Tafel im Saxtorfer Weg 18 und unterstützte die Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Vorbereitung der Ausgabe und der Ausgabe selbst. Sie folgte damit der Einladung zum Seitenwechsel, die die Tafel allen Kandidatinnen bzw. Kandidaten zur Landtagswahl gegenüber ausgesprochen hatte.

In der Eckernförder Tafel werden zur Zeit 400 Bedarfsgemeinschaften und damit knapp 1000 Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Rund 70 Menschen engagieren sich ehrenamtlich und ermöglichen so die wöchentliche Ausgabe am Donnerstag sowie die Ausgabe einer warmen Mahlzeit jeden Montag: „Was diese Menschen hier leisten ist beeindruckend. Hinter all dem steckt eine Logistik und Organisation, die schon fast einem kleinen mittelständischen Unternehmen entspricht“, erklärte Serpil Midyatli, nachdem sie die Räumlichkeiten erkundet hat.

Untergebracht ist die Tafel seit 2013 im Saxtorfer Weg 18. Für zehn Jahre können die Räumlichkeiten mietfrei genutzt werden, eine Spende der GWU Eckernförde, für die Organisator Rainer Schmidt sehr dankbar ist. Im Erdgeschoss werden die Lebensmittel an fünf Tagen in der Woche sortiert und donnerstags ausgegeben. In der angehängten voll ausgestatteten Küche wird montags gekocht. Im Keller befinden sich Lagerräume: deckenhohe Regale mit lange haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Mehl oder Konserven. Insgesamt 13 Tiefkühltruhen ermöglichen die Lagerung von TK-Waren, wenn auch nur die Hälfte derzeit in Betrieb und belegt ist. Ein großes Kühlhaus schließlich ermöglicht die Einlagerung leicht verderblicher Waren wie Obst, Gemüse oder Kühlprodukte.

Serpil Midyatli steht mit einer Schürze der Tafel und Gummihandschuhen hinter einem der Tische mit den Boxen, bei ihr bekommen die Gäste heute Paprika und Tomaten, wer will kann auch Erdbeeren mitnehmen. „Es wäre schön, wenn die Tafel überflüssig wäre. An der Menge an bedürftigen Menschen auch hier in Eckernförde sieht man aber, dass wir solche Angebote brauchen“. Die Tafel ist spendenfinanziert, außerdem zahlt jeder, der zur Ausgabe kommt, einen symbolischen Betrag von 2 Euro. Neben den gespendeten Lebensmitteln muss die Tafel viele Dinge finanzieren: Die Fahrzeuge müssen instandgehalten und versichert werden, um die Hygienevorschriften zu erfüllen müssen die Helferinnen und Helfer geschult werden, es braucht Reinigungsmittel. All dies kann nur über Geldspenden ermöglicht werden.

Für Serpil Midyatli ist der Besuch bei der Eckernförder Tafel eine Möglichkeit, sich zu erden, wie sie es nennt: „Hier wird man daran erinnert, dass wir in vielen Bereichen der Sozialpolitik auf die Frage ‚Brauchen wir das‘ tatsächlich oft mit ‚ja!‘ antworten muss. Hier kommen viele Alleinerziehende und alte Menschen her, die auf diese Angebote angewiesen sind. Das nimmt man dann auch mit in die tägliche Arbeit in der Politik“.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Trennung als Herausforderung für Eltern und Kinder

„Meine Eltern trennen sich“ – für Kinder und Jugendliche ist dieses Wissen eine große Belastung. Sie müssen sich mit den Trennungsabsichten ihrer Eltern auseinandersetzen, ob sie wollen oder nicht. Aber auch für die Eltern ist es eine große Herausforderung, den Kindern nicht zu viel zuzumuten, die Konflikte aus dem Alltag herauszuhalten und weiter zu vermitteln, dass die Kinder nichts damit zu tun haben. Für Kinder hört der Konflikt auch nicht auf, wenn die Trennung vollzogen ist: Sie kämpfen weiter mit den neuen Umständen, damit, dass die Eltern nicht mehr zusammenleben, neue Partner ins Leben treten oder immer wieder Streit entsteht.

In die Beratungsstellen des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde kommen jährlich mehr als 300 Familien zum Thema Trennung und Scheidung, die dann in Einzelberatungen oder auch gemeinsam unterstützt werden können. Damit sind auch mehr als 600 Kinder und Jugendliche mit diesem Thema konfrontiert. Wenn es die Erziehungsberechtigten als ihre Aufgabe sehen, die Bedürfnisse und das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, bietet das Diakonische Werk ein besonderes Gruppentraining an.

In sechs dreistündigen Sitzungen lernen die Eltern, wie Kinder die Trennung verarbeiten und Konflikte managen können. Sie erkennen mehr und mehr, welche Folgen die Trennung für und auf das Kind hat, entwickeln ein tieferes Verständnis für die Emotionsregulierung des Kindes und verbessern außerdem ihre Erziehungsfähigkeit und ihr Kommunikationsverhalten. All dies geschieht mit Hilfe unterschiedlicher Methoden, zum Beispiel Rollenspiele, Identifikationsübungen oder Perspektivwechsel. Zudem gibt es „Hausaufgaben“, also Vor- und Nachbereitungen sowie Verhaltenstipps und Unterstützung bei neuen Problemlösungsversuchen.

Wichtig ist, dass beide Elternteile an den Sitzungen teilnehmen. Sie müssen nicht dieselbe Gruppe besuchen, sondern können in unterschiedlichen Gruppen zu verschiedenen Zeitpunkten an den Themen arbeiten. So kann auf das gemeinsame Ziel hingearbeitet werden, ohne dass Konflikte aus der Zweierbeziehung diese Entwicklung beeinträchtigen. Bevor eine Gruppenteilnahme zugesagt wird, klären die Eltern und eine Beratungskraft, ob das Angebot sinnvoll und geeignet ist oder möglicherweise zuerst andere Probleme bewältigt werden sollten. Geleitet werden die Gruppen von einem Mann und einer Frau, erfahrenen Fachkräften im Bereich Erziehungsberatung.

Seit Ende 2016 gibt es dieses Angebot im Kreis, im März startet das Angebot neu in der Hohenwestedter Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde (Lindenstraße 42). Das Angebot ist kostenfrei, Spenden sind gerne gesehen. Für nähere Informationen und Anmeldungen  wenden Sie sich gerne an in der Beratungsstelle Rendsburg (Am Holstentor 16): 04331 / 69 63 30, E-Mail: info@diakonie-rd-eck.de

Foto: Symbolfoto, istock@TatyanaGl

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Offene Ganztagsangebote am Limit

Für die stetig steigenden Anmeldezahlen reichen die Personal- und Raumausstattung häufig nicht mehr aus

Eine Nähmaschine, eine Säge, ein Fußball – nur einige der Dinge, die auf dem gelben Tisch im Europaforum der Schule Altstadt ein buntes Sammelsurium bilden. Die Gemeinsamkeit erschließt sich erst auf den zweiten Blick: Jedes der Teile steht für ein Angebot der Offenen Ganztagsschule, kurz OGS. Neben Backformen und Bratpfannen liegt da auch ein Fahrradreifen, von der Decke hängt ein Kletterseil. OGS steht nämlich für weit mehr, als nur Hausaufgabenbetreuung, wie die Eltern beim Informationsabend in der Altstadtschule erfahren. Träger des Angebots ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, das hier an der Altstadtschule noch weit mehr anbietet: Von 7 Uhr in der Früh bis Abends um 22 Uhr finden hier vorrangig Kinder und Jugendliche aus der Schule Altstadt Angebote und ein offenes Ohr.

Im Europaforum gibt es eine Vielzahl von Angeboten für Kinder und Jugendliche, die zum Teil ineinander übergehen und nicht direkt voneinander zu trennen sind. Sollen sie auch nicht, findet Thorsten Grett: „Die Älteren wechseln quasi nahtlos von der Betreuung in der OGS zum offenen Kinder- und Jugendtreff ab 17 Uhr, die kommen so gar nicht auf die Idee, auf der Straße oder an der Eider rumzuhängen und geraten deshalb hoffentlich nicht so leicht auf die schiefe Bahn“. Grett ist an der Altstadtschule für die OGS-Angebote zuständig. Diese Angebote laufen von mittags bis 17 Uhr. Für die angemeldeten Kinder und Jugendlichen heißt das, sie können ein Mittagessen bekommen, erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben, können auch in der Einzelbetreuung unterstützt werden oder sich einem der zahlreichen Freizeitangebote zuwenden: Fußball, Klettern, Fahrradwerkstatt, Jazz, Bauchtanz, Koch- und Backkurs, Schwimmen, Töpfern und viele Angebote mehr finden wöchentlich statt, jederzeit stehen Kicker, Billard oder Gesellschaftsspiele zur Verfügung.

Die Arbeit der OGS kostet Geld: 30 Euro für ein halbes, 60 Euro für ein ganzes Schuljahr müssen die Eltern zahlen. Wer Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder –hilfe, Wohngeld oder ähnliche Leistungen nach dem SGB II erhält, kann das Angebot über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten und wird von den Kosten befreit. Das Mittagessen kostet extra: Drei Euro fünfzig pro Mahlzeit, über das Bildungs- und Teilhabepaket nur noch einen Euro. Diese Elternbeiträge decken aber nur einen Bruchteil der entstehenden Kosten, den Rest muss das Diakonische Werk aus Mitteln von Land und Stadt refinanzieren. Die eher geringen und budgetierten Landesmittel müssen aufwendig mit einer stündlichen Dokumentation nachgewiesen werden. Die Stadt finanziert mit einem Sockelbetrag, die Einnahmen aus den Elternbeiträgen müssen gegengerechnet werden. „Immerhin hat die Stadt einen Teil der Sachausgaben inzwischen anerkannt und erstattet uns diesen“, so der Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski.

Im Schuljahr 2016/17 verzeichnete die OGS der Schule Altstadt über 100 Neuanmeldungen, außerdem kommen alle DaZ-Schülerinnen und –Schüler in die Betreuungsangebote. Für Grett und seine Mitarbeitenden eine Herausforderung: „Wir sind eigentlich zu wenige, um für die vielen Kinder und Jugendlichen ein hochwertiges Angebot machen zu können. Die DaZ-Kinder haben zum Teil schlimme Dinge gesehen und erlebt, manche haben noch nie eine Schule von innen gesehen. Der Betreuungsbedarf steigt, übrigens auch bei ‚unseren‘ Kindern, die zum Teil aus prekären Verhältnissen kommen“, erklärt Grett.

Die Situation sei aus Trägersicht durchaus schwierig, erläutert Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde: „Der bisher angesetzte Personalschlüssel von 1 zu 29 wird dem Bedarf der Kinder und Jugendlichen nicht gerecht, unsere Leute müssen zusätzlich auch ständig steigenden Anforderungen der Landesrichtlinien vor allem im Bereich Verwaltung und Dokumentation entsprechen. Die Mittel, die für Personal zur Verfügung gestellt werden, bleiben aber seit vielen Jahren konstant zu niedrig“. Zusätzlich sei auch nicht mehr genügend Platz für die vielen Kinder und Jugendlichen, ergänzt Kaminski: „Wenn wir in Klassenräume ausweichen müssen, steigt zwangsläufig auch der Personalbedarf, den wir aber mit den zur Verfügung gestellten Mitteln nicht finanzieren können“. Am Ende bleibe da nur die Finanzierung aus Projektmitteln, die aber keine nachhaltige Arbeit ermöglicht, weil sie nur wenige Monate laufe: „Dafür gute Leute zu finden, ist auch nicht einfach“, so Thorsten Grett.

Aus Sicht des Diakonischen Werks als Träger der Offenen Ganztagsangebote auch in Obereider, Nobiskrug und Rotenhof kann der politische Vorsatz, gute Bildung und Ganztagsbetreuung für alle Kinder anzubieten, nur umgesetzt werden, wenn einige Voraussetzungen geschaffen werden. Der Personalschlüssel und die zugehörige Finanzierung müsste von 1:29 auf 1,5 zu 22 erhöht werden. Ferienangebote können nur gemacht werden, wenn sie auskömmlich gegenfinanziert werden. Zudem müssten die Zuwendungen an die jährlichen Kostensteigerungen angepasst werden, fordert Kaminski: „Auch Kosten zur Arbeitssicherheit, dem Datenschutz sowie der EDV-Administration und -Ausstattung müssten anerkannt werden“. Im November fand zu diesen Themen ein Workshop mit Vertretern der Ratsfraktionen, der Schulen und der Anbieter im Nordkolleg statt. Der Dialog soll jetzt fortgesetzt werden. „Umgesetzt wurde von unseren Forderungen leider bisher nichts“, so der zuständige Fachbereichsleiter des Diakonischen Werkes.

Foto: Thorsten Grett (rechts) präsentiert gemeinsam mit einer seiner Mitarbeiterin­nen, Frauke Hoffmann (links), die Angebote der Offenen Ganztagsschule bei einem Informationsabend der Altstadtschule in Rendsburg.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Migration und Integration mit neuer Leitung

Ralf Kaufmann ist neuer Leiter des Bereichs Migration und Integration im Diakonischen Werk Rendsburg-Eckernförde. Der Bereich wurde neu gebildet, um den stetig wachsenden Anforderungen in diesem Bereich gerecht zu werden: „Zuwanderung bleibt auch künftig Bestandteil unseres Daseins, sie hat unserer Kultur geprägt und belebende Aspekte mitgebracht“, so Kaufmann. Im Bereich Migration und Integration sind die Migrationsberatungsdienste unter der Leitung von Gregor Ferczynski angesiedelt, die in den letzten zwei Jahren deutlich stärker in Anspruch genommen wurden. Dazu gehören auch die Beratungsstelle des Kreises für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit und mehrere projektbezogene Mitarbeiter. Außerdem kooperiert das Diakonische Werk mit dem Flüchtlingsbeauftragten des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, Walter Wiegand. Innerhalb des Diakonischen Werks vernetzen sich die 12 hauptamtlich Mitarbeitenden mit Angeboten anderer Bereiche bei thematischen Überschneidungen.

Künftig soll es einen stärkeren Fokus auf die Arbeitsmarktintegration geben, einem erklärten Ziel der Bundesregierung, das Kaufmann in die Realität umsetzen will: „Dabei steht ein Nutzenkalkül an erster Stelle, das aus meiner Sicht zwar zu kurz greift, ergänzt um Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration aber zielführend ist“. Ihm ist dabei durchaus bewusst, dass es kulturelle Schranken gibt, die erst überwunden werden müssen. Dieser Herausforderung will er sich gerne stellen: „Wir wollen Familien stärken und dabei helfen, kulturelle Tabus zu überwinden. Flüchtlinge und Migranten sind langfristig eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, weil sie neue Perspektiven mitbringen“. Darüber hinaus soll aber künftig auch Rückkehrberatung in der Migrationsberatung gemacht werden. Dabei will Kaufmann mit dem Kreis kooperieren, der Bedarf sei von mehreren Seiten angemeldet worden: „Für jeden Menschen, der nach Deutschland kommt, gibt es zwei mögliche Wege: Er bleibt oder er geht zurück. Beide Varianten müssen von Anfang an mitgedacht werden“.

Integration hat aus Kaufmanns Sicht mehrere Aspekte: „Eine gute Integrationsarbeit ist nicht nur mit Blick auf die Flüchtlinge wichtig, beispielsweise Langzeit-Arbeitslose oder Menschen mit Beeinträchtigungen brauchen da auch Unterstützung“. Dabei sieht sich der Ex-Offizier nicht als Einzelkämpfer, sondern betont immer wieder die Vernetzung der verschiedenen Akteure bei der Integration. Ein Beispiel dafür ist die Beratungsstelle des Kreises für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit, die im Oktober 2016 neu gegründet wurde. Dieses Projekt hat der Kreis Rendsburg-Eckernförde initiiert, finanziert über Fördermittel vom Land Schleswig-Holstein. Der Bereich Migration teilt sich das Projekt mit der „Brücke“, einem gemeinnützigen Verein aus Rendsburg. Die Beratungsstelle will ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in den kommunalen Gemeinden unterstützen. Die örtlichen Strukturen hätten sich in den letzten Jahren frei entwickelt, da wolle man auch nicht eingreifen, so Kaufmann: „Wir können aber immer da unterstützen, wo es um Vernetzung geht, der Blick über den Tellerrand gefragt ist“. Dafür hat er zwei Ehrenamtsberaterinnen in sein Team bekommen. Sabine Willert ist eine von ihnen. Die 39-jährige ist studierte Sozialpädagogin und freut sich auf ihre neue Aufgabe: „Viele Menschen in unserem Land haben durch ihre Hilfsbereitschaft eine ganz besondere Willkommenskultur geprägt und dem Thema ehrenamtliches Engagement eine neue Dynamik gegeben. Diese positive Entwicklung möchte ich stärken und wo es nötig ist durch die Angebote der Beratungsstelle weiter ausbauen.“

Zur Person: Ralf Kaufmann ist 1964 in Bremen geboren, machte 1983 in Rendsburg Abitur und absolvierte anschließend eine Offiziersausbildung. Später studierte er Geschichte, Germanistik und Öffentliches Recht an der CAU Kiel. Er ist seit vielen Jahren selbstständig und hat in den vergangenen Jahren viele Projekte im Bereich Integration erfolgreich abgeschlossen, unter anderem ein Integrationskonzept in und mit der Stadt Rendsburg. Seit Sommer 2016 ist er beim Diakonischen Werk tätig und wurde von Hans-Jürgen Lauer eingearbeitet. Lauer ging Ende 2016 in den Ruhestand, sein Bereich Sucht und Migration wurde neu strukturiert.

Bild: von links nach rechts Sabine Willert, Ralf Kaufmann, Gregor Ferczynski

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Neues EKG-Gerät für Praxis ohne Grenzen

Die Geräte in der Praxis ohne Grenzen sind in die Jahre gekommen und verweigern immer häufiger den Dienst. Das alte EKG-Gerät war schon an die 20 Jahre alt, als es vor vier Jahren zur Eröffnung der Praxis ohne Grenzen gespendet wurde. Nun darf es in den wohlverdienten Ruhestand gehen, dank der Tischlerei Böhrnsen. Tischlermeister Jörg-Peter Böhrnsen hörte von den Problemen mit dem alten Gerät: „Hier können wir ohne viel Aufheben in der Region tatkräftig unterstützen, das wollten wir gern tun“. Das neue EKG hat einen Wert von 1600 Euro, Walter Preuß, vom Sanitätsbedarf Rendsburg besorgte das Gerät über seine Händlerkontakte.

Für die Praxis ohne Grenzen ist das ein echter Glücksfall: „Wir sind für unsere Arbeit auf Spenden angewiesen, die Medikamente, die Miete, mitunter auch weitergehende Behandlungen bei Fachärzten oder in Kliniken kosten Geld, das unsere Patienten nicht haben“, erklärt Dr. Achim Diestelkamp, einer der Ärzte. In der 50 Quadratmeter großen Praxis in der Moltkestraße 1 in Rendsburg werden vor allem Menschen behandelt, die keine Krankenversicherung haben. Das sind überwiegend Selbstständige, meist Einzelkämpfer, die durch finanzielle Engpässe ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr zahlen können. „Den Versicherungsschutz erhalten diese Menschen erst zurück, wenn die Beitragsschulden getilgt sind. Bei monatlichen Kosten von 700 Euro kommt da schnell eine große Summe zusammen“, so Dr. Diestelkamp.

Er und sein Team arbeiten ehrenamtlich, insgesamt sechs Ärzte und 10 weitere Mitarbeitende, die Trägerschaft für die Praxis liegt beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Zweimal wöchentlich öffnet die Praxis ihre Türen, mittwochs von 16 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 11 Uhr. Individuelle Absprachen sind auch möglich. Alle Teammitglieder haben eine Schulung zum Ämterlotsen gemacht, die sich im Alltag immer wieder bewährt: „Von den 134 Patienten, die wir mittlerweile in der Kartei führen, konnten wir schon einige wieder zurück ins System der gesetzlichen Krankenversicherung bringen“, so Dr. Diestelkamp. Aber nicht nur dabei unterstützen die ehrenamtlichen Helfer ihre Patienten. Mitunter gehen sie auch mit zu den Ämtern und Behörden und unterstützen zum Beispiel bei der Antragsstellung. Außerdem vermitteln sie ihre Patienten bei Bedarf auch an andere Beratungsstellen.

Das Team ist in der Region gut vernetzt, über dieses Netzwerk erfuhr Tischlermeister Böhrnsen von der Notwendigkeit eines neuen EKG-Geräts. Ein gebrauchtes Ultraschallgerät wird in den nächsten Tagen auch in die Praxis ohne Grenzen einziehen, gespendet von einem Arzt. Insgesamt seien die Klinik in Rendsburg ebenso wie niedergelassene Ärzte und Apotheken sehr kooperativ, so die einhellige Meinung im Team. Obwohl entstehende Kosten von der Praxis ohne Grenzen getragen werden, kommt es immer wieder vor, dass Fachärzte keine Rechnung stellen. Dann können die Gelder in Medikamente oder andere Anschaffungen gesteckt werden.

Neben den Menschen ohne Krankenversicherung betreut die Praxis ohne Grenzen seit Mitte 2015 auch ein Projekt zur Kostenübernahme von Verhütungsmaßnahmen für Bezieher/innen von Sozialleistungen. Diese Menschen können sich von den Sozialleistungen häufig keine Verhütungsmaßnahmen leisten. Sind die Voraussetzungen gegeben, finanziert die Praxis ohne Grenzen die Maßnahmen, von der „Pille“ über Hormonimplantate oder Dreimonatsspritze und Spirale bis hin zur Sterilisation. In 2016 haben 94 Menschen diese Unterstützung in Anspruch genommen, davon ließen sich zehn sterilisieren und 44 Frauen die Spirale einsetzen. Finanziert wird dieses Projekt vom Kreis Rendsburg-Eckernförde und dem Spendenaufkommen der Praxis ohne Grenzen, kooperativ unterstützt wird es außerdem von den Gynäkologen der Region sowie der imland Klinik.

Bild: (vlnr ) hinten Ludwig Backhaus, Regina Meyn, Mitte Doris Neumann, Walter Preuß, vorne Achim Diestelkamp und Tischlermeister Jörg-Peter Böhrnsen

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Abschied im Advent : Hans-Jürgen Lauer geht nach über 25 Jahren in den Ruhestand

Jeden Gast begrüßte Hans-Jürgen Lauer einzeln in St. Nicolai, immer wieder kamen Menschen in die Kirche und reihten sich ein in die Schlange der Wartenden. Sie alle waren gekommen, um Hans-Jürgen Lauer in den Ruhestand zu verabschieden.

Propst Sönke Funck verantwortete die Andacht, in deren Rahmen Hans-Jürgen Lauer verabschiedet und entpflichtet wurde. In seiner Ansprache würdigte er den Einsatz von Lauer im Diakonischen Werk: „Sie haben sich den Veränderungen in ihren fast 26 Dienstjahren, den äußeren und inneren, immer gestellt. Nicht einfach nur treu und stumm ergeben, sondern: Aktiv begleitend, aktiv mitgestaltend, fachlich weiter entwickelnd, hoch kompetent – und durchaus auch kritisch. Loyal, konstruktiv – aber nicht einfach nur abnickend“. Er sei sich sicher, dass ein lachendes und ein weinendes Auge zurück und voraus blicke, aber: „Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass am Ende das lachende Auge überwiegt“.

In ihrer Ansprache im Anschluss an die Andacht dankte Diana Marschke ihrem „wertvollen, loyalen und engagierten Leiter“. Sie fühle Dankbarkeit, wenn sie auf die 10 gemeinsamen Jahre zurück blicke: „Dafür, dass Sie mich als Geschäftsführerin unterstützt haben, dass ich mich immer auf Sie verlassen konnte, dass ich mit Ihnen auch Persönliches besprechen konnte. Ich bin mir sicher, dass ich künftig häufig denken werde: Das hätte ich gern mit Herr Lauer besprochen“. Zum Schluss ihrer Rede überraschte Marschke ihren scheidenden Mitarbeiter mit einer Ehrung: Sie überreichte ihm das Goldene Diakoniekreuz. Auch Karsten Fabel, der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Diakonischen Werks, dankte Lauer für sein Engagement und seinen Einsatz.

Auch Ulrich Kaminski (Fachbereich Soziales) und Monika Wegener (Fachbereich Kinder, Jugend und Familie) wollten ihren langjährigen Kollegen nicht ohne ein paar Worte ziehen lassen. „Dein fachlicher Rat in Bezug auf Inhalte und Methoden der Beratungsarbeit, die Frage von Fachlichkeit versus Wirtschaftlichkeit hat mich bereichert, getröstet und entlastet“, so Monika Wegener in ihrer Ansprache, die mit kleinen Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit und vielen Dankesworten angereichert war. „Ich wünsche Dir eine genussreiche Zeit, auch ohne uns“, erklärte sie bei der Übergabe einer nicht näher benannten Süßigkeit.

Seine große Wertschätzung brachte Kaminski zum Ausdruck, der ebenso wie Wegener all die Jahre mit Lauer zusammen gearbeitet hatte: „Ich werde Dich als fachlich sehr versierten, menschlich sehr warmherzigen und integren Menschen vermissen. Denn auch wenn man sagt, jeder Mensch sei ersetzbar, aus meiner Sicht stimmt das nicht. Die jeweilige Aufgabenerfüllung ist ersetzbar, der individuelle Mensch mit seinen Qualitäten und Macken nicht“.

„Ich bin noch etwas überwältigt vom goldenen Diakoniekreuz“, so Lauer, „aber ich muss zugeben: in der letzten Stunde habe ich mehr über mich gelernt als in vielen Stunden Supervision“. Abschließend dankte er für die Gemeinschaft und erklärte: „Einmal mehr habe ich gemerkt, wie sehr ich euch alle mag, die ihr hier seid“. Nach dem offiziellen Teil kamen die Gäste bei alkoholfreien Getränken, Schnittchen und Kuchen zu Gesprächen über den (Un)Ruhestand im allgemeinen und im besonderen zusammen, geeint in der Hoffnung, es möge Hans-Jürgen Lauer nicht gehen wie in „Pappa ante portas“.

Hans-Jürgen Lauer (64) ist eines der Urgesteine im Diakonischen Werk Rendsburg-Eckernförde, er begann im Januar 1991 als Leiter des damaligen Diakonischen Amts Eckernförde. Vorrangig war er zuständig für die Suchthilfe, Bahnhofsmission, Soziale Hilfen und Hauspflege .Der Diplom-Psychologe begleitete die Umstrukturierung in eine gGmbH, mit der sich sein Aufgabengebiet mit einem Schlag um die Angebote aus Rendsburg und Umgebung erweiterte. Auch den Einstieg der neuen Geschäftsführerin Diana Marschke vor 10 Jahren unterstützte er. Er blieb der Suchthilfe all die Jahre treu, formte und leitete den Bereich. Zuletzt verantwortete zusätzlich auch den Fachbereich Migration.

 

Bild: (vlnr) Aufsichtsratsvorsitzender Karsten Fabel, Ulrich Kaminski, Monika Wegener, Hans-Jürgen Lauer, Geschäftsführerin Diana Marschke, Propst Sönke Funck

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Suchtberatung des Diakonischen Werks stellt sich neuen Herausforderungen

Stefan Gloe ist neuer Abteilungsleiter der Suchtberatung und ambulanten Betreuung im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Der 54-jährige Diplom-Sozialpädagoge und ausgebildete Suchttherapeut leitet seit Anfang 2013 die ambulante Betreuung. Seit Anfang Juli 2016 ist er auch in der Leitung der Suchtberatung tätig. Gloe übernimmt die Suchtberatung von Hans-Jürgen Lauer, der nach 26 Jahren im Dienst des Diakonischen Werks zum 1. Januar 2017 in den Ruhestand gehen wird.


In die Suchtberatungsstellen des Diakonischen Werks kommen Menschen, die unterschiedliche Abhängigkeiten entwickelt haben: Alkohol, illegale Drogen wie Cannabis oder Heroin, Spielsucht. Zukünftig rechnet Gloe damit, dass weitere Bereiche in der Arbeit der Suchtberatung wichtiger werden als bisher: „Die sogenannten Legal Highs sind in Schulen und bei der Polizei bereits bekannt, tauchen bei uns aber noch nicht so stark auf." „Legal Highs“ sind Substanzen, die online vertrieben werden, häufig als Badesalz oder Kräutermischungen getarnt. Die darin enthaltenen Stoffe sind nicht verboten, der Konsument raucht oder kaut die Stoffe dann.

Internetsucht ist als Diagnose noch nicht anerkannt, aber auch hier rechnet Gloe mit einem Zuwachs. Das Erscheinungsbild, die Verhaltensprobleme und die Folgen des exzessiven Internet- und Medienkonsums sind den anerkannten Suchterkrankungen sehr ähnlich. Internetsucht bezieht sich vorrangig auf Onlinespiele. Kinder und Jugendliche haben über das Smartphone immer früher Zugang zum Internet. Beide Bereiche erfordern einen erhöhten Aufwand in der Prävention, so Gloe: „Wir müssen ein Bewusstsein für diese potentiellen Probleme schaffen, bei Schulsozialarbeitern und Eltern zum Beispiel. Letztere können wir auch unterstützen, wenn sie beispielsweise Smartphone-freie Zeiten durchsetzen möchten“.

Das Suchtkrankensystem in Deutschland ist mehrstufig: Information, Prävention und Vorbeugung sollen mögliche Abhängigkeiten vermeiden. Betroffene werden in der Suchtberatung dazu motiviert, sich in eine Therapie (in der Fachsprache Rehabilitationsmaßnahme) zu begeben. Ist die Entscheidung getroffen, begleiten die Suchtberater die Antragstellung bei der Krankenkasse oder dem Rentenversicherungsträger. Nach der Maßnahme, die stationär oder ambulant bei Kooperationspartnern der Suchtberatung erfolgt, werden die Betroffenen in die Nachsorge und bestehende Selbsthilfegruppen vermittelt. Suchtberater haben also vor allem motivierende, vermittelnde und begleitende Funktionen.
Der Diplom-Psychologe Lauer kam 1991 als Amtsleiter in das Diakonische Amt Eckernförde, die Suchtkrankenhilfe war damals ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit. 2007 fusionierten dann die Diakonischen Werke Rendsburg und Eckernförde und Lauer wurde Fachbereichsleiter Suchtberatung: „Ich fühlte mich immer zum Suchtkrankenhelfer berufen“. Suchtkranke sind aus seiner Sicht Menschen, die vor allem versuchen, mit dem Leben klar zu kommen: „Die gesellschaftlichen Anforderungen sind gestiegen, grade die älteren Menschen mit Suchtproblemen versuchen mit dem Konsum, diesem Druck standzuhalten“. Klar sei deshalb auch, dass die Arbeit von Suchtberatungsstellen nie enden wird: „Es wird immer Menschen geben, die süchtig werden – nur die Formen oder Substanzen ändern sich“.
Suchtberatungsstellen des Diakonischen Werks gibt es in Rendsburg und in Eckernförde, beide Standorte stehen auch Eltern, Freunden oder Angehörigen von Menschen mit Suchtproblemen zur Verfügung. Ebenso können sich Menschen anonym beraten lassen, wenn sie keinen Namen nennen möchten. Zurzeit arbeiten in den Beratungsstellen 6 Mitarbeitende, projektbezogen können es mehr werden. Die Mitarbeitenden arbeiten eng mit Kliniken und stationären Einrichtungen, aber auch dem Jobcenter und Schulsozialarbeitern zusammen. Finanziert werden die Stellen vom Land und vom Kreis. Telefonisch sind sie erreichbar unter 04331 - 69 63

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

30 Jahre Evangelische Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle

Mit einem Empfang feierte das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde am Freitag (11.11.) das 30-jährige Bestehen der Schuldnerberatung in Rendsburg.

Propst Sönke Funck gratulierte im Namen des Kirchenkreises zum langjährigen Wirken in diesem wichtigen Bestandteil der diakonischen Arbeit im Kirchenkreis. Mit Blick darauf, dass in Schleswig-Holstein zehn Prozent der Bevölkerung überschuldet seien, sei die Arbeit heute nötiger denn je, erklärte er.

Funck erinnerte daran, dass schon im Alten Testament geschrieben stand, alle 49 Jahre solle es einen vollständigen Schuldenerlass und eine Aufhebung der Schuldsklaverei geben, damit die Menschen eine Chance hätten, wieder zu Besitz und zum Leben zu kommen. „Ein Grund zur Freude ist es, dass diese Arbeit getan wird, sich die Berater alltäglich mühen, den Menschen in ihrer individuell schwierigen Situation einen Weg heraus zu zeigen“, so Sönke Funck weiter.

Auch Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski verwies auf das 5. Buch Moses in der Bibel: „Mit der Einführung der Verbraucherinsolvenz erhielten die Verbraucher und Verbraucherinnen das Recht, nach einer Phase des Wohlverhalten von der Schuld oder den Schulden freigestellt zu werden – wie es die Bibel schon vor über 2.000 Jahren vorschlug“. Er dankte dem gesamten Team sowie den Partnern auf kommunaler Ebene, im Kreis sowie auf Landesebene.

Die Schuldnerberatung ist seit 1986 fester Bestandteil der Arbeit der Kirchenkreisdiakonie. Seit Juli 2016 gehört sie zur neuen Hauptstelle des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde Am Holstentor 16. Das Team unter Abteilungsleiter Ulrich Kaminski besteht aus acht meist hauptamtlichen Mitarbeitenden mit sozial-pädagogischer, betriebswirtschaftlicher, juristischer und kaufmännischer Kompetenz.

Die Beratungsstelle ist für ca. 80.000 Einwohner zuständig. Die Öffnungszeiten richten sich nach den allgemeinen Büroöffnungszeiten, Einzeltermine sind auf Wunsch auch abends möglich. Prävention findet auch im Beratungszentrum, überwiegend aber in Einrichtungen außer Haus statt. Die Beratungsstelle ist anerkannt im Sinne von §305 Insolvenzordnung (InsO) und finanziert sich aus Kreis- und Landesmitteln sowie einer Zuwendung des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

„Endlich unter einem Dach – Ihre Diakonie im Holstenhof“

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde ist umgezogen. Die Angebote, die bisher in der Prinzenstraße 9 und 13 stattfanden, sind nun unter einem Dach vereint. Vertreter von Kirche und Stadt feierten am 2. September mit rund 50 geladenen Gästen die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten am Holstentor 16.

Auftakt der feierlichen Eröffnung war eine Andacht von und mit Propst Sönke Funck, der im Kirchenkreis für das Diakonische Werk verantwortlich ist. Funck erklärt, man habe die Sehnsucht gespürt, die mit dem Umzug verbunden war: Nach langem Warten sei nun endlich alles unter einem Dach.

Karsten Fabel, der Aufsichtsratsvorsitzende des Diakonischen Werks des Kirchenkreises, dankte den Mitarbeitenden der Diakonie für ihre Geduld und ihr Durchhaltevermögen. Ohne den beherzten Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre die Arbeit in den alten Räumlichkeiten nicht möglich gewesen und der Umzug nicht so reibungslos vonstattengegangen. „Menschen auf ihrem Weg durchs Leben zu begleiten, zu fördern und sich Menschen, die Rat und Orientierung suchten, anzunehmen, unabhängig von Herkunft, Stellung, Religion oder Geschlecht. Das können wir, und das können wir im Holstenhof noch besser als bisher“, schloss Fabel.

Einer guten alten Tradition folgend überreichte Heiko Naß, der Landespastor des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein, Diana Marschke Brot und Salz, Lothar Möhding überreichte eine Silhouette der Stadt Rendsburg – samt Hochbrücke und Schwebefähre. Genauso wie Hochbrücke und Schwebefähre beide Seiten des Nord-Ostsee-Kanals verbindet, verbinde die Diakonie Stadt und Landkreis miteinander.

Nach knapp 2 Monaten am neuen Standort konnte Frau Marschke ein erstes Fazit ziehen. Die Anfragen an die Ämterlotsen haben sich durch die zentrale Lage verdoppelt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Nach Aussagen der umliegenden Geschäftsinhaber, ist die Innenstadt seit Anfang Juli deutlich belebter.

Nach dem offiziellen Teil ging es auf Entdeckungstour: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führten interessierte Besucher durch alle Stockwerke. In einzelnen Räumen stellten sich die unterschiedlichen Arbeitsbereiche vor, an den Wänden hingen Bilder von Schülern des Offenen Ganztags-Angebots zum Thema „Was ich mir für die Welt wünsche“. Während sich die Erwachsenen über die neuen Möglichkeiten der Einrichtung informierten, konnten sich die Kinder schminken lassen oder sich am Bälle-Vulkan und beim Bogenschießen austoben. Zur Stärkung standen Kaffee, Kuchen und Köstlichkeiten vom Grill bereit. An einem solchen Tag ließ sich keiner der buntgemischten Gästeschar aus Klienten, Kunden, Mitarbeitenden und deren Familien die Freude von kurzen Regenschauern verderben.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Schulbegleitung gesucht

Gelebte Inklusion von Kindern mit geistigen, seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen gilt als wünschenswert – erfordert aber oft auch besondere Mittel und Wege. Ein Weg, um beeinträchtigten Kindern den regulären Schulbesuch möglich zu machen, sind individuelle Schulbegleiter und –begleiterinnen.

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde bietet unter anderem Schulbesuchsbegleitung für Kinder und Jugendliche an, die den Schulbesuch wegen seelischer, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen nicht alleine bewältigen können. Darunter können Kinder mit ADS und ADHS fallen, aber auch Kinder mit autismusspezifischen Störungsbildern oder Entwicklungsverzögerungen können dieses Unterstützungsangebot erhalten. Für das kommende Schuljahr sucht das Diakonische Werk noch Menschen, die sich für diese Aufgabe interessieren.

„Wir wünschen uns Menschen mit hoher sozialer Kompetenz, Flexibilität und Teamfähigkeit. Um den Kindern gut zur Seite stehen zu können, sind Motivations- und Innovationsvermögen ebenso notwendig wie gute Kommunikationsfähigkeiten und ein sicheres Auftreten“, sagt Monika Wegener, zuständige Fachbereichsleiterin beim Diakonischen Werk.

Das Aufgabengebiet des Schulbegleiters richtet sich immer nach dem individuellen Förderbedarf des jeweiligen Kindes: Mal ist Hilfe bei der Orientierung auf dem Schulweg oder im Schulgebäude nötig, mal geht es um Assistenz beim Toilettengang oder auch beim Umziehen. Die Schulbegleiter helfen hier bei der Integration in die Klasse und der Bewältigung der täglichen Aufgaben in der Schule.

Im Unterschied zur Schulassistenz, die an vielen Grundschulen mittlerweile zum Alltag gehört, ist die Schulbegleitung immer nur auf ein Kind zugeschnitten.

Wer das Schulbegleiter-Team des Diakonischen Werks unterstützen möchte, kann sich bei Margarete Koch (04331-6963-42) oder Ellen Ebauer (04331-6963-45) melden. Das Team ist auch Ansprechpartner für Eltern, die eine Schulbegleitung für ihr Kind suchen.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Wenn zwei sich streiten, leidet der oder die Dritte

Trennungen sind oft genug Minenfelder, in denen jeder Schritt, jede Bewegung zu einem neuen Ausbruch führen kann. Besonders schwierig wird es aber, wenn Kinder im Spiel sind. Sie leiden unter den Konflikten der Eltern, offensichtlich oder verborgen. Für Kinder hört der Konflikt nicht auf, wenn die Trennung vollzogen ist: Sie kämpfen weiter mit den neuen Umständen, damit, dass die Eltern nicht mehr zusammenleben, neue Partner ins Leben treten oder immer wieder Streit entsteht.

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde bietet genau für diese Gruppe Erziehungsberechtigter ein Training an, wenn sie es als ihre Aufgabe annehmen, die Bedürfnisse und das Wohl der Kindern in den Mittelpunkt zu stellen. Wichtig ist, dass beide Elternteile an den Sitzungen teilnehmen. Sie besuchen zwar unterschiedliche Gruppen zu verschiedenen Zeitpunkten, letztlich arbeiten sie aber am gemeinsamen Ziel, ohne dass Konflikte aus der Zweierbeziehung diese Entwicklung beeinträchtigen. Bevor eine Gruppenteilnahme zugesagt wird, klären die Eltern und eine der beiden Beratungskräfte, ob das Angebot sinnvoll und geeignet ist oder möglicherweise zuerst andere Probleme bewältigt werden sollten. Geleitet werden die Gruppen von einem Mann und einer Frau, erfahrenen Fachkräften im Bereich Erziehungsberatung.

In sechs dreistündigen Sitzungen lernen die Eltern, wie Kinder die Trennung verarbeiten und Konflikte managen können. Sie erkennen mehr und mehr, welche Folgen die Trennung für und auf das Kind hat, entwickeln ein tieferes Verständnis für die Emotionsregulierung des Kindes und verbessern außerdem ihre Erziehungsfähigkeit und ihr Kommunikationsverhalten. All dies geschieht mit Hilfe unterschiedlicher Methoden, zum Beispiel Rollenspiele, Identifikationsübungen oder Perspektivwechsel. Zudem gibt es „Hausaufgaben“, also Vor- und Nachbereitungen sowie Verhaltenstipps und Unterstützung bei neuen Problemlösungsversuchen.

Die erste Gruppe dieser Art im Kreisgebiet startet im September in der Eckernförder Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Das Angebot ist kostenfrei, Spenden für den Pausenimbiss sind gerne gesehen. Nähere Informationen erhalten Sie in der Beratungsstelle Eckernförde: 04351 / 8 93 11- 0, E-Mail: info@diakonie-rd-eck.de

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Rendsburger Kulturfabrik zum Rendsburger Herbst mit tollem Angebot auf und neben der Bühne

Im Projekt Rendsburger Kulturfabrik haben sich Akteure zusammengetan, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammen passen: Die T-Stube (Autonome Jugendszene Rendsburg), die Stadtverwaltung und das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Sie eint aber dasselbe Ziel: Vernetzung von Jugendarbeit, Bildungsarbeit und künstlerisch-kreativer sowie technischer Arbeit. Herbert Schauer, Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Rendsburg: „Das ist ein tolles Beispiel für die großartige Vernetzung der unterschiedlichsten Akteure in den Rendsburger Jugendarbeit, hier ziehen Wohlfahrtsverbände, Vereine und die Stadt am selben Strang“.

Mit im Programm an der Bühne auf dem Stadtseegelände: ROAN aus Polen (Samstag 27.8. um 20 Uhr) sowie „Sie kamen aus Australien“ aus Kiel (Freitag 26.8. um 22:30 Uhr), beide Bands haben Plattenverträge und sind über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Neben diesen Bonbons will das Projekt aber auch Künstlern aus Rendsburg und Umgebung eine Bühne geben, zum Beispiel Audioaktiv (Freitag 19:30 Uhr) und Appendix (Freitag und Samstag um 18:30). Außerdem dabei: „Penty Meltdown“, „Robinson Krause“„Die Mitte des Nordens“, „Rich Kids“ und „Vladimir Harkonen“.

Neben dem musikalischen Output ist es den Initiatoren aber auch ein Anliegen, Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund berufliche Perspektiven zu zeigen. Sie können beim Bühnenbau, der Tontechnik und auch im Catering dem Fachpersonal über die Schulter schauen und erste Erfahrungen in diesen Bereichen sammeln. Der interkulturelle Aspekt wird vor allem am Sonntag zum tragen kommen. Beim Internationalen Picknick mit Musik und Begegnung, leckerem Essen, aber auch Morgengymnastik oder Spielen wie Bingo sollen Einheimische und Menschen mit Migrationshintergrund einander besser kennenlernen können – in zwangloser Atmosphäre. Um 14:30 Uhr tritt die Tanzgruppe Mastbrook auf.

Hintergrund: Rendsburger Kulturfabrik

Mit "JUGEND STÄRKEN im Quartier" bündelten erstmalig zwei Bundesministerien in einem gemeinsamen Programm Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF): Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützen in der aktuellen ESF-Förderperiode Angebote für junge Menschen zur Überwindung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen am Übergang von der Schule in den Beruf. Der Schwerpunkt liegt in den Gebieten der „Sozialen Stadt“ und vergleichbaren Brennpunkten.

In der ersten Förderrunde 2015 bis 2018 setzen 178 Modellkommunen Projekte zur Förderung junger Menschen durch öffentliche und freie Träger im Bereich Jugendsozialarbeit um. Eine dieser Modellkommunen ist Rendsburg, das Programm wird hier an den beiden Gemeinschaftsschulen in Rendsburg und im Rahmen aufsuchender Jugendsozialarbeit in Kooperation mit den Offenen Ganztagsschulen und der Offenen Jugendarbeit umgesetzt, außerdem werden neue Ansätze der Kooperation erprobt.

Das Projekt Rendsburger Kulturfabrik ist ein Bestandteil des Gesamtprojektes mit der Zielsetzung der Vernetzung von Jugendarbeit, Bildungsarbeit und künstlerisch-kreativer Arbeit, so wie der technischen Begleitung. Beteiligte sind der Kreis Rendsburg-Eckernförde, die Stadt Rendsburg als koordinierende Stelle, das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, die Brücke Rendsburg-Eckernförde, die Kirchengemeinde St. Jürgen und die Volkshochschule Rendsburger Ring.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Kai Dolgner besucht Diakonisches Werk

Der Landtagsabgeordnete Dr. Kai Dolgner (SPD) kam, um sich über die vielen, teils länderfinanzierten Angebote beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernfördezu informieren und zu hören, wie Förderangebote bei den Trägern ankommen.

Zuerst schaute sich Dolgner aber die neuen Räume an, in die das Diakonische Werk vor vier Wochen eingezogen ist. Diana Marschke, die Geschäftsführerin, zeigte sich zufrieden: „Wir haben die Angebote aus zwei Häusern zusammengelegt und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass sich Synergieeffekte einstellen“. Und nicht nur die Geschäftsführung ist zufrieden, auch die Klienten äußern sich positiv: „Die Klienten der Schuldnerberatung beispielsweise fühlen sich hier sehr wohl, obwohl es nicht mehr so familiär ist, wie vorher“, so Ulrich Kaminski (Fachbereichsleiter Schule & Soziales, Diakonie). Neben der Schuldnerberatung finden sich im Haus weitere Angebote, die zum Teil oder ganz vom Land finanziert werden wie die Suchtberatung oder der Pflegestützpunkt.

Gemeinsam mit Marschke, Kaminski und Dolgner sprachen Propst Sönke Funck und Hans-Jürgen Lauer (Fachbereichsleiter Suchthilfe und Migration) über die Grundlagen der Arbeit des Diakonischen Werks. Einen deutlichen Schwerpunkt hatte dabei die Integrationsarbeit mit Flüchtlingen: „Bei der Integrationsförderung gibt es tolle Unterstützung vom Land, die wir hier gut gebrauchen können“, so Marschke. Dolgner hakte nach: „Die Stadt hat 300.000 Euro Integrationspauschale bekommen – kommt davon auch was bei Ihnen als Träger an?“. „Im Offenen Ganztag zum Beispiel werden DaZ-Schüler (Deutsch als Zweitsprache, Anm. d. Red.) durch die Stadt gefördert“, erläuterte Kaminski. Es gebe auch Projekte von der Stadt, beispielsweise zur Arbeit mit jungen Männern, die nicht mehr unter die Jugendhilfe fallen.

Neben vielen anderen Aspekten gab Diana Marschke dem Landtagsabgeordneten noch zwei Themen mit auf den Weg: Die Förderbeträge für die Suchtberatung seien seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gestiegen und der Offene Ganztag werde zwar vorbildlich von den jeweiligen Städten gefördert, die Zuschüsse vom Land seien aber auch hier dem Kostensteigerungsindex nie angepasst worden. Kai Dolgner sicherte zu, die Anliegen an die entsprechenden Kollegen weiterzugeben, als Innenpolitiker könne er da selbst nicht viel versprechen.

Im Anschluss an das Gespräch besuchte Dolgner die Schulsozialarbeit und das abgestufte Betreuungskonzept an der Gemeinschaftsschule. Dort konnte der Abgeordnete sich anschauen, wie inklusive, offene und betreute Angebote ineinander greifen: An der Altstadtschule gibt es einen Offenen Ganztag, eine betreute Gruppe, eine Gruppe in der mit traumatisierten Flüchtlingskindern gearbeitet wird und eine Tagesgruppe, in der Kinder jeden Tag nach der Schule betreut werden, die einen erhöhten Betreuungsbedarf haben oder aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen.

Dolgner stellte zufrieden fest: „Multiprofessionalität ist hier offenbar Teil des Konzepts“. Das Diakonische Werk arbeite eng mit dem Jugendamt zusammen, erklärte Monika Wegener, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Diakonischen Werk. Vor Ort gebe es eine enge Kooperation mit der Schule aber auch Sprachscouts, die in der Arbeit mit Flüchtlingen zum Zuge kommen. Mittlerweile kommen in diesen Angeboten Schüler und Schülerinnen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammen: DaZ-Kinder, Kinder mit Beeinträchtigungen genauso wie die normalen Schülerinnen und Schüler mit ihren Bedürfnissen. Abschließend überzeugte sich Dolgner noch von dem guten kulinarischen Angebot der Mensa des Offenen Ganztags, mit Salat und Gnocchis an Gemüse.

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Diana Marschke feiert 10-jähriges Jubiläum

„Die Zeit ist vergangen wie im Flug“ Diana Marschke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde ist selbst erstaunt, dass sie schon heute ihr 10-jähriges Jubiläum
feiert. Stellvertretend für den Gesellschafter überreichte Propst Matthias Krüger ihr einen Blumenstrauß und gratulierte: „Seit zehn Jahren mit Herz und Verstand unermüdlich im Einsatz – Gottes Segen für Sie“. Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales und Marschkes Vertreter, ergänzte: „Das wir an dieser Position jemanden mit betriebswirtschaftlichem Fachwissen und so viel Herz sitzen haben, ist ein echter Glücksfall“.

Mensch im Mittelpunkt

Die Belegschaft, die Zahl der Projekte, die Arbeit – all das ist gewachsen seit Diana Marschke im Diakonischen Werk wirkt. Ihre größte Herausforderung war zu Beginn ihrer Tätigkeit die Fusion der Diakonischen Werke Rendsburg und Eckernförde zu einem gemeinsamen Diakonischen Werk des Kirchenkreises. Aber auch die Entwicklung des Claims „Mensch im Mittelpunkt“ fällt unter ihre Ägide: „Wir orientieren uns weiter an dem, was Menschen brauchen – das bedeutet auch Veränderung. Menschen werden gehen, andere werden kommen, Bedürfnisse verändern sich. All dem wollen wir auch zukünftig gerecht werden“, so Marschke. Sich selbst beschreibt sie als betriebswirtschaftlich und diakonisch geprägt, will für den Menschen handeln und dabei wirtschaftlich und ressourcenfreundlich bleiben.

Die Mitarbeiter im Blick

Auch als Arbeitgeber sieht Marschke den Mensch im Mittelpunkt: „Wir wollen unsere Mitarbeiter in allen Lebensphasen begleiten, sei es mit Hilfe bei der Kinderbetreuung oder Unterstützung bei einem Pflegefall in der Familie“.Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum hat das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde auch neue Räume bezogen: Am Holstentor 16 in Rendsburg lautet die neue Adresse, an der die Angebote aus den beiden Häusern in der Prinzenstraße nun gebündelt sind.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Diakonie am Holstentor: Umzug geglückt

Die letzten Kartons stehen noch am Empfang, die ersten Kunden sind aber auch schon da. Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde ist erfolgreich mit allen Angeboten aus den beiden Häusern in der Prinzenstraße in die neuen Räume Am Holstentor 16 umgezogen. Knapp eine Woche lang waren die Mitarbeiter nur eingeschränkt erreichbar, Termine gab es keine – dafür jede Menge Arbeit und viele Fragen, die geklärt werden mussten: Welche Kartons kommen wohin? Welche Rufnummer gehört zu welchem Raum? Wer macht morgen die Brötchen? Geschäftsführerin Diana Marschke ist zufrieden: „Toll, wie das ganze Team an einem Strang gezogen hat!“.

Probleme habe es beim Umzug keine gegeben: „Mit dem Umzugsunternehmen SZ Transporte aus Fockbek haben wir genau die richtige Wahl getroffen“, so Marschke. Der Umzug war nötig geworden, weil nun die Angebote gebündelt werden können und endlich alles auch behindertengerecht gestaltet werden konnte. Für die Kunden bedeutet das: Aufzüge im Haus statt schmaler Wendeltreppe, bestimmte Bereiche sind auch
durch einen eigenen Eingang diskret erreichbar. Im neuen Gebäude sind vor allem die Beratungsangebote untergebracht: Ambulante Hilfen, Migrationsberatung, alle Angebote für (werdende) Familien, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Ämterlotsen sowie sämtliche Projektkoordination und der Pflegestützpunkt. Die Migrationsberatung ist deutlich gewachsen, was durch die gestiegene Nachfrage auch dringend notwendig geworden war: Über 600 Beratungen fanden im ersten Quartal 2016 in den anderthalb Räumen in der Prinzenstraße statt. Im neuen Gebäude gibt es einen eigenen Bereich mit mehreren Zimmern im Erdgeschoß, leicht zu erreichen und eine große Arbeitserleichterung für alle.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Diakonie im Holstenhof: Vieles unter einem Dach

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde verlässt mit einem lachenden und einem weinenden Auge beide Häuser in der Prinzenstraße und zieht um: Am Holstentor 16 lautet die neue Adresse ab dem 1.7.2016.

Zwei Hauptgründe für den Umzug nennt Diana Marschke, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks: Kurze Wege für die Mitarbeitenden sowie die Kunden und den behinderten- wie kinderwagengerechten Zugang. „Als Diakonie können wir Menschen mit Handicap nicht ausschließen und in der Prinzenstraße haben es Alleinerziehende mit Kinderwagen nicht so leicht, die Beratungsangebote wahrzunehmen“.

Durchschnittlich werden um die 60 Mitarbeitende in den neuen Räumen Am Holstentor 16 arbeiten, Marschke rechnet mit viel Leben: „Jeden Tag wird dort ab 8 Uhr jede Menge los sein“. Nicht zuletzt die Flüchtlinge haben dafür gesorgt, dass die Fachbereiche des Diakonischen Werks mehr Raum brauchen: In den bisherigen Räumen teilen sich mehrere Mitarbeiter häufig ein Büro, allein im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie zählt Fachbereichsleiterin Monika Wegener 22 Mitarbeiter, die sich sechs bis sieben Räume teilen. Wegener, die seit 35 Jahren im Diakonischen Werk arbeitet, freut sich deshalb vorrangig auf den Umzug: „Die kurzen Wege sind genial und die Zeit für die bisher nötige logistische Meisterleistung, Menschen und Büros zuzuordnen, können wir sinnvoll nutzen“.

Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales, ist eher der Part des weinenden Auges: „Ich bin traurig, ein Stück weit verlassen wir ja auch ein Zuhause – aber wir gewinnen ja etwas tolles, Neues hinzu“. Sein Fachbereich wird in den neuen Räumen auf mehrere Stockwerke verteilt, vorher gilt es aber, eine ganz andere Herausforderung zu meistern: „Die Prinzenstraße 9 ist Postadresse für Wohnungs- oder Obdachlose, außerdem für Flüchtlinge, die noch keine eigene Wohnung haben, sondern bei Familie oder Bekannten untergekommen sind. All diese Menschen müssen Nachsendeaufträge unterschreiben und die neue Adresse den Behörden und zuständigen Stellen bekannt machen“.

Der Bereich Migration wird mit am meisten vom Umzug profitieren: In der Prinzenstraße gibt es anderthalb Räume, in denen im ersten Quartal 2016 über 600 Migrationsberatungen stattgefunden haben. Im neuen Gebäude gibt es einen eigenen Bereich mit mehreren Zimmern im Erdgeschoß, leicht zu erreichen und eine große Arbeitserleichterung für alle.

Im neuen Gebäude werden vor allem die Beratungsangebote gebündelt: Ambulante Hilfen, Migrationsberatung, alle Angebote für (werdende) Familien, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Ämterlotsen sowie sämtliche Projektkoordination und der Pflegestützpunkt. Während des Umzugs in der letzten Juni-Woche ist die Beratung nur telefonisch zu erreichen, für ihre Klienten aber selbstverständlich auch im Krisenfall da.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Billardtisch dank Spende

Hans Valdorf von der Bürgerstiftung Rendsburg freut sich: „Dieses Projekt entspricht genau unserem Prinzip ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘“, erklärt er. Das Projekt ist der Billardtisch in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Europaforum an der Altstadtschule. Der Tisch wurde dort seit 2010 bespielt und brauchte dringend eine Generalüberholung, Kostenpunkt 1.000 Euro. „Wenn Nils sagt, es kostet 1.000 Euro, dann können wir uns da auch drauf verlassen“, so Valdorf weiter. Es habe keine langen Diskussionen im Vorstand gegeben, die Spende sei an diesem Ort gut verwendet worden.

Fast ein Jahr hat Nils Heinrich, der Leiter der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, gemeinsam mit den Jugendlichen in den Räumen im Europaforum daran gearbeitet, den Tisch wieder spielbar zu machen. Laura Klopp (18) erzählt: „Ich hab die Platte geschliffen, mit Bootslack lackiert und wieder geschliffen, außerdem hab ich die Bahnen innen mit Leder ausgekleidet, damit der Tisch nicht mehr so laut ist“. Eine Herausforderung für Heinrich war, den Tisch später mit neuem Tuch zu bespannen: „Das ist richtig knifflig gewesen, da dürfen keine Falten rein oder so“.

Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, bedankte sich bei der Bürgerstiftung: „Sehr viel von unserer Arbeit hier wird projektbezogen finanziert, sei es die Arbeit mit Flüchtlingskindern oder eben Projekte wie der Billardtisch. Dieses großartige bürgerschaftliche Engagement ist sehr wichtig für uns.“ Das Europaforum ist nicht nur Ort für Offenen Kinder- und Jugendarbeit sondern auch für den Offenen Ganztag, Träger ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde.

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Projekt „Be U“ fördert Integration über Sprach- und Wertevermittlung

Sprachkenntnisse sind die Grundbedingung für die Integration von Flüchtlingen. Deshalb bietet das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde mit einem Projekt gezielt zusätzliche Fördermöglichkeiten an: „Be U – begleitende und unterstützende Entwicklung der Sprachkompetenz“. Die Idee: Alltagsorientierte Angebote für Kinder und Jugendliche, bei denen sie Sprache lernen und anwenden müssen.

In den Osterferien lief zum Beispiel eine Aktion in den Räumen der Christkirchengemeinde, bei der pensionierte Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen von Rendsburger Gymnasien den Flüchtlingskindern halfen, das ABC und die Sprache zu lernen. Das Projekt ist eingebunden in die Netzwerke, die die Diakonie durch die Flüchtlings- und Migrationsberatung geknüpft hat: Als Beispiele seien Schulen, Kirchengemeinden, Kreis und Kommunen, Familienzentren oder Vereine genannt.

Eine neu erlernte Sprache festigt sich am besten, wenn sie gesprochen wird. Dafür braucht es neben Vokabeln und Grammatik auch Sprachselbstvertrauen, also die Sicherheit, dass das, was man sagt, auch richtig ist. Die bekommt nur, wer sich ausprobieren kann – zum Beispiel im Projekt „Be U“. Neben der Ferienaktion zum Spracherwerb bietet Projektleiter Samir Aloulou viele unterschiedliche Gruppenaktionen an: Er geht den Kindern zum Beispiel auf den Markt, wo sie neben der Sprache auch etwas darüber lernen, welche Produkte es in Deutschland gibt. Aber auch Schwimmkurse für Mädchen hat er schon auf die Beine gestellt. Andere Gruppen kochen, malen oder singen gemeinsam und lernen so, aufeinander zuzugehen. Vorurteile können abgebaut werden und das andere Kind und seine Kultur werden erlebbar. Alle Gruppen werden gemischt zusammengestellt, sodass immer deutsche Kinder und Flüchtlingskinder gemeinsam etwas unternehmen und miteinander lernen. Der Gedanke dahinter: Nicht nur die Sprache soll gelernt werden, die Kinder haben so auch Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Ein wichtiger Punkt dabei ist es aber auch, den Kindern westliche Werte wie etwa Gleichberechtigung zu vermitteln. „Wenn sich die Kindern zum Beispiel irgendwo anstellen müssen, stehen immer die Jungs vorne und die Mädchen hinten, die haben das ja alle so gelernt,“ erklärt Aloulou. Die Empörung bei den Jungs sei dann auch erstmal groß, wenn die Mädchen zuerst rein dürfen – das lege sich aber mit der Zeit: „Die Mädchen werden selbstbewusster, denen tut das richtig gut“, berichtet Aloulou mit sichtbarer Freude im Gesicht. Seine Erfahrung: Je jünger die Kinder sind, umso leichter nehmen sie die für sie neue Ordnung in der Gesellschaft an.

Aloulou hat über diese Angebote hinaus begonnen, Sprach-Patenschaften zu vermitteln: „Ältere Schüler und Schülerinnen sollen in die Familien gehen und über die persönliche Beziehung, die sich dann entwickelt, Integration in beide Richtungen fördern.“ In beide Richtungen bedeutet in diesem Fall, dass auch sich für einheimische Schüler und Schülerinnen neue Welten öffnen, wenn sie mit fremden Kulturen und Gewohnheiten konfrontiert sind. „So entstehen im besten Fall lebenslange Beziehungen zwischen Familien“, ist sich Aloulou sicher.
Er hat bereits um die 20 solcher Partnerschaften angekurbelt: Dafür bringt er die Kinder und Jugendlichen in ungezwungener Atmosphäre zusammen und sorgt dafür, dass sie einander kennen lernen und ins Gespräch kommen. Die Flüchtlingskinder kommen aus den DaZ-Klassen dreier Rendsburger Schulen: Der Grundschule Rotenhof, der Altstadtschule und der Christian-Timm-Regionalschule. An diesen Schulen ist Aloulou Ansprechpartner für das Lehrpersonal, die Schulleitung und auch die Eltern, meist als Dolmetscher. Der gebürtige Tunesier spricht fließend deutsch, englisch, französisch, italienisch und arabisch. Um auch die persisch-sprachigen Flüchtlingskinder betreuen zu können, hat er Kontakte zu ehrenamtlichen Dolmetschern, die ihn bei Bedarf unterstützen.

Die Paten für die Flüchtlinge kommen bisher überwiegend aus der Herderschule Rendsburg sowie dem beruflichen Gymnasium Osterrönfeld – Aloulou selbst stellt nur eine Bedingung an die Paten, die er nach wie vor sucht: Am besten sollten sie in der 9. Klasse sein, weil viele nach dem Abitur ihren bisherigen Heimatort verlassen. Er möchte die Patenschaften aber über viele Jahre begleiten und den Grundstein für langfristige Beziehungen legen.