Mensch im Mittelpunkt

Aktuelles

Im Diakonischen Werk Rendsburg-Eckernförde ist viel los!
Lesen Sie hier Neuigkeiten über Projekte und Veranstaltungen.

 

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Rendsburger Tafel: Renovierte Räume

Die Ausgabestelle der Rendsburger Tafel in der Materialhofstraße 7 ist ab Montag (4.9.) wieder regulär geöffnet. Der Malerfachbetrieb Götze aus Westerrönfeld hat die Räumlichkeiten der Rendsburger Tafel dort und in der Bredstedter Straße 11 frisch gestrichen. Das verwendete Material sowie die Arbeitsstunden des Malermeisters Sven Herpel und der Auszubildenden Tessa Hadamik spendet der Malerfachbetrieb der Tafel Rendsburg. Volker Siegling, der Koordinator der Rendsburger Tafel, freut sich über dieses unverhoffte Geschenk zum anstehenden 20. Geburtstag der Rendsburger Tafel: „In den Räumen, in denen wir die warmen Mahlzeiten ausgeben, ist seit 13 Jahren nicht mehr viel gemacht worden. Nun kann man sich dort beim Essen wieder wohlfühlen“.

Bild: (vlnr) Malermeister Sven Herpel, Tafel-Koordinator Volker Siegling und Auszubildende Tessa Hadamik.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Lambada und alkoholfreie Cocktails zum Ferienstart

Der Tag der Zeugnisvergabe droht mitunter für das ein oder andere Schulkind ein schwieriger Tag zu werden, wenn die Noten nicht so ausfallen wie gewünscht oder erhofft. An der Altstadtschule in Rendsburg sah man aber überwiegend fröhliche Gesichter auf dem Schulhof: Das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ lud gemeinsam mit der Offenen Jugendarbeit vom Europaforum zu alkoholfreien Cocktails an die Bar, mit stimmungsvoller Sommermusik.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich die Schülerinnen und Schüler kostenlos alkoholfreie Cocktails abholen – und gleichzeitig mit Jan-Philip Waldow („Jugend stärken im Quartier“ an der Altstadtschule) und Nils Heinrich (Offene Jugendarbeit im Europaforum) über ihre Zeugnisse sprechen, wenn sie wollten. „Wir möchten uns von einer positiven und offenen Seite zeigen und nicht erst mit den Schülerinnen, Schülern und Eltern ins Gespräch kommen, wenn ein Problem vorliegt“, erklärt Waldow. Die Bar haben er und sein Kollege bei einer Arbeitskollegin organisiert, die Musikrechte mit der GEMA geklärt. Die Zeugnisvergabe fand an der Schule diesmal in Einzelgesprächen mit den Lehrkräften statt, die Bar auf dem Schulhof fand regen Zulauf und zauberte auch den Lehrerinnen und Lehrern ein Lächeln ins Gesicht.

„Die Gespräche funktionieren besser als ich dachte“ so Waldow mit einem Zwischenfazit: „Klar erzählen uns die Kinder, wo sie besser geworden sind. Aber oft kommt dann auch der Gedanke, dass man an der vier in Mathe vielleicht noch arbeiten kann“. Er bietet dann Informationen zu kostenloser Nachhilfe an oder die Möglichkeit, einen Plan für das kommende Schuljahr zu machen, wie es besser werden kann. „So können wir hoffentlich auch die Bauchschmerzen der Kinder lindern, die ein schlechtes Zeugnis mit nach Hause nehmen müssen“.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es mehrere Projekte, die zum europäischen Programm „Jugend stärken im Quartier“ gehören und noch bis Ende 2018 mit europäischen Mitteln und Bundesmitteln gefördert werden. Gefördert werden Angebote für junge Menschen zur Überwindung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen am Übergang von der Schule in den Beruf. Der Schwerpunkt liegt in den Gebieten der „Sozialen Stadt“ und vergleichbaren Brennpunkten. So soll kommunale Jugendsozialarbeit vor Ort gestärkt werden. Träger der Angebote in der Altstadtschule (Offener Ganztag, Jugend stärken im Quartier, Offene Jugendarbeit) ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde.

 

Auf dem Bild: Jan-Philip Modrow (links) und Nils Heinrich (rechts) freuten sich bei gutem Wetter über den regen Zulauf an der Bar auf dem Schulhof.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Aktionswoche in der Schuldnerberatung

Die Evangelische Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle Rendsburg beteiligt sich auch in diesem Jahr an der landesweiten „Aktionswoche der Schuldnerberatungsstellen“. Sie bietet eine telefonische Beratung vom 19. bis zum 23. Juni an: Montag, Dienstag und Donnerstag von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Mittwoch von 09:00 Uhr bis 13:00 Uhr und am Freitag von 08:00 Uhr bis 12:00 Uhr in dieser Woche.

Wer Fragen zu Kreditverträgen, einer möglichen Überschuldung und ähnlichem sowie die Möglichkeiten einer Entschuldung wie einem Verbraucherinsolvenzverfahren oder zu der Beantragung eines Pfändungsfreien Kontos (sog. „P-Konto“) hat, kann in diesen Zeiträumen mit den Experten der Beratungsstelle verbunden werden. Es stehen ausgebildete Bankkaufleute, Sozialpädagogen oder auch eine Juristin für Antworten zur Verfügung. Die Beratungsstelle ist unter 04331 – 696320 am Holstentor 16 in Rendsburg zu erreichen.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

20 Jahre ein offenes Ohr und eine helfende Hand

Die Eckernförder Bahnhofsmission blickt auf fast siebzig Jahre Geschichte zurück. Immerhin
zwanzig Jahre davon ist Dorothea Nötzel dabei. Für diesen ehrenamtlichen Einsatz wurde die 63-jährige
nun mit dem Silbernen Kronkreuz geehrt. „Ich habe mir damals eine ausgiebige Familienpause gegönnt und wollte mich gern engagieren, so bin ich zur Bahnhofsmission gekommen“, erklärt die gelernte Krankenschwester.

Mittlerweile ist sie im Beruf zurück und kommt nur noch einmal die Woche mit weniger Stunden als früher: „Es wird mir hier in diesem tollen Team aber auch leicht gemacht, meine Dienstzeiten werden so gelegt wie ich kann“. Sie ist derzeit das jüngste der neun Teammitglieder, aber von allen am längsten dabei. In den Jahren habe sich die Arbeit nur wenig verändert, blickt sie zurück: „Früher hatten wir häufig Kinder hier, denen wir bei den Hausaufgaben geholfen haben. Das ist heute nicht mehr so, dank der guten Betreuung in den Schulen“. Sonst seien die Aufgaben gleich geblieben: Ein- und Ausstiegshilfe, Umstiegshilfe bundesweit organisieren, Fahrpläne erklären, Durchreisende stärken und Bedürftigen zuhören.

Ulrich Kaminski, zuständiger Fachbereichsleiter des Diakonischen Werkes des Evangelisch-Lutherischen
Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, überreichte Dorothea Nötzel im Rahmen einer kleinen Feier das
Silberne Kronenkreuz des Landesverbandes im Namen von Landespastor Heiko Nass. Er würdigte Nötzel
als eine engagierte, zuvorkommende und liebenswerte Mitarbeiterin, die stets freundlich und kompetent
Hilfe am Bahnsteig und in den Räumen der Bahnhofsmission für Durchreisende leiste. Sie sei eine ganz
besondere Mitarbeiterin: „Als „guter Engel am Bahnhof“ sind Sie ein Segen für die Durchreisenden am
Bahnhof und haben in den 20 Jahren sehr, sehr vielen Menschen Hilfestellung gegeben und das Team der
Bahnhofsmission aktiv unterstützt. Für Nötzel ist nach den 20 Jahren mitnichten Schluss: „Die Begegnungen
mit Menschen und die Möglichkeit, mit kleinen Dingen helfen zu können, das ist sehr bereichernd für mich“.

Foto: Ulrich Kaminski (links), Dorothea Nötzel und Jann-Thorge Thöming (Referent des Verbands evangelischer Bahnhofsmission in der Nordkirche)

Öffnungszeiten
Bahnhofsmission Eckernförde
Montag u. Freitag: 9.30 bis 13.30 Uhr
Dienstag: 9.30 bis 17.30 Uhr
Mittwoch und Donnerstag: 9.30 bis 15.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: keine Dienstbereitschaft

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

400 Euro Spende für die Rendsburger Kindertafel

Mit einer ungewöhnlichen Idee hat Knud Förster, der Inhaber des Rendsburger Kreativmarktes, fast 400 Euro Spenden zugunsten der Rendsburger Kindertafel gesammelt: „Wenn unsere Kunden eine Plastiktüte wollten, haben sie dafür eine Spende in das Spendenglas gegeben“. Der Hintergrund: Seit Mitte 2016 ist es gesetzlich verboten, Plastiktüten gratis abzugeben. Förster bekommt die Tüten aber kostenlos von seinen Lieferanten gestellt. „Das stellte mich vor die Frage, was ich mit dem Geld machen sollte. Mir kam es falsch vor, mich an geschenkten Dingen zu bereichern und dieses Spendenglas direkt neben der Kasse brachte mich auf die Idee“.

Neben seiner Kasse steht eins von 24 Spendengläsern der Rendsburger Kindertafel, die Gitta Heinze regelmäßig leert. Heinze ist die stellvertretende Teamleiterin bei der Rendsburger Tafel und verantwortlich für die Spendengläser. Die Kindertafel als Teil der Rendsburger Tafel versorgt Familien mit Kindern mit Lebensmitteln und liefert frisches Obst, Milch- und Quarkspeisen für einen Nachtisch bzw. „Snack“ am Nachmittag. Zweimal wöchentlich gibt es zudem ein warmes selbst hergestelltes Essen – solange die Spendenmittel reichen – über Kochkurse an Grundschulen in Rendsburg in Kooperation mit dem Offenen Ganztag. „Diese Angebote werden durch Spenden wie die vom Kreativmarkt ermöglicht“, so Gitta Heinze.

Die Mitarbeiterinnen von Knud Förster haben jeden Kunden, der eine Tüte wollte, auf die zusätzlichen Kosten aufmerksam gemacht und erklärt, dass diese als Spende der Kindertafel in das Glas gegeben werden solle: „Die meisten haben zwischen 10 und 50 Cent gespendet, mitunter aber kamen auch höhere Beträge ins Glas“, freut sich Förster über den Erfolg. Die 377 Euro hat er auf 400 aufgerundet. Die Aktion läuft weiter, auch wenn mittlerweile weniger Kunden eine Tüte haben wollen.

Die Spendengläser stehen in ganz Rendsburg in Apotheken, Supermärkten, Bäckereien, Tankstellen und an ähnlichen Orten. Gitta Heinze stellt gern noch mehr auf, Informationen dazu unter 04331 - 6 64 57 30 oder 0177 - 413 22 98.

Bild: Gitta Heinze (links) und Knud Förster freuen sich über die gelungene Spendenaktion.

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Landtagsabgeordneter zum “Seitenwechsel” bei der Rendsburger Tafel

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises hat die Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl am 07. Mai zu einem “Seitenwechsel” vor der Wahl eingeladen: Einen halben oder ganzen Tag bei der Rendsburger oder Eckernförder Tafel mitzuarbeiten und so zu erleben, was die Menschen dort bewegt.

Der Landtagsabgeordnete Dr. Kai Dolgner (SPD) aus Osterrönfeld nahm diese Einladung an und half aktiv von morgens bis nachmittags bei der Rendsburger Tafel mit. Mit roter Schürze und Mütze gut geschützt half Herr Dr. Dolgner morgens bei dem Ausladen von Lebensmitteln sowie der Sortierung und Lagerung in der Kühlzelle oder den Schwerlastregalen. Er war überrascht, in welchem Zustand sich die gespendeten Lebensmittel teilweise befanden: “Hier wurde vieles aussortiert und der Tafel die Entsorgung überlassen. In einem Beutel befanden sich nur noch Brokkoli, die für den Kompost geeignet waren. Das muss eigentlich zur AWR”. Anschließend fuhr das ehemalige Mitglied des Aufsichtsrates der AWR mit zwei “Kollegen” der Rendsburger Tafel und lernte deren Fahrdienst kennen: Zum Supermarkt an die Rampe fahren, die aussortierten Lebensmittel in Empfang nehmen, das Kühlfahrzeug beladen und die jeweils vorgesehene Ausgabestelle bzw. das Zentrallager in der Bredstedter Str. 11 anfahren und alles wieder ausladen. Zu den Aufgaben der Fahrer gehören ansonsten noch die Reinigung des Fahrzeuges und die Entsorgung des Transportmaterials.

Die nächste Etappe von Herrn Dr. Dolgner war an diesem Tag die Materialhofstr. 7, wo für bedürftige Menschen, u.a. für die Gäste der Notschlafstelle und Obdachlosenhilfe, täglich gekocht wird. Der Kandidat zur Landtagswahl stellte sich neben die Baing Marie und schenkte den Gästen das Tagesgericht aus: drei Suppen zur Auswahl. Die Gäste konnten zwischen Gemüsesuppe mit Fleischeinlage, vegetarischer Gemüsesuppe oder einem Chili Con Carne wählen, Zum Nachtisch wurde Rote Grütze serviert. Dr. Dolgner war beeindruckt, wie schmackhaft das aus Resten zubereitete Essen war. Er nutzte die Gelegenheit, um mit den Gästen der Tafel und den Kollegen vom Fahrdienst intensiv ins Gespräch zu kommen.

Neben der Essensausgabe hilft die Diakonie bei der Wohnungssuche, bietet ärztliche Unterstützung bei fehlender Krankenversicherung und schafft eine Tagesstruktur für Langzeitarbeitslose, die auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr zurechtkommen. Dr. Dolgner als Sozialpolitiker: “Bürgerarbeit wäre hier die richtige Antwort. Es macht mehr Sinn, Arbeit und Beschäftigung für soziale und gemeinnützige Aufgaben zu finanzieren. Das kommt nicht teurer als die Finanzierung der Arbeitslosigkeit”. Ein “Seitenwechsel”, der einen kleinen Eindruck in die Arbeit der Tafel und die soziale Situation von Menschen gegeben hat, die eher auf der Schattenseite unserer wohlhabenden Gesellschaft leben.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Blick hinter die Kulissen: Serpil Midyatli bei der Eckernförder Tafel

Landtagsabgeordnete Serpil Midyiatli (SPD) besuchte die Ausgabestelle der Eckernförder Tafel im Saxtorfer Weg 18 und unterstützte die Ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Vorbereitung der Ausgabe und der Ausgabe selbst. Sie folgte damit der Einladung zum Seitenwechsel, die die Tafel allen Kandidatinnen bzw. Kandidaten zur Landtagswahl gegenüber ausgesprochen hatte.

In der Eckernförder Tafel werden zur Zeit 400 Bedarfsgemeinschaften und damit knapp 1000 Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Rund 70 Menschen engagieren sich ehrenamtlich und ermöglichen so die wöchentliche Ausgabe am Donnerstag sowie die Ausgabe einer warmen Mahlzeit jeden Montag: „Was diese Menschen hier leisten ist beeindruckend. Hinter all dem steckt eine Logistik und Organisation, die schon fast einem kleinen mittelständischen Unternehmen entspricht“, erklärte Serpil Midyatli, nachdem sie die Räumlichkeiten erkundet hat.

Untergebracht ist die Tafel seit 2013 im Saxtorfer Weg 18. Für zehn Jahre können die Räumlichkeiten mietfrei genutzt werden, eine Spende der GWU Eckernförde, für die Organisator Rainer Schmidt sehr dankbar ist. Im Erdgeschoss werden die Lebensmittel an fünf Tagen in der Woche sortiert und donnerstags ausgegeben. In der angehängten voll ausgestatteten Küche wird montags gekocht. Im Keller befinden sich Lagerräume: deckenhohe Regale mit lange haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Mehl oder Konserven. Insgesamt 13 Tiefkühltruhen ermöglichen die Lagerung von TK-Waren, wenn auch nur die Hälfte derzeit in Betrieb und belegt ist. Ein großes Kühlhaus schließlich ermöglicht die Einlagerung leicht verderblicher Waren wie Obst, Gemüse oder Kühlprodukte.

Serpil Midyatli steht mit einer Schürze der Tafel und Gummihandschuhen hinter einem der Tische mit den Boxen, bei ihr bekommen die Gäste heute Paprika und Tomaten, wer will kann auch Erdbeeren mitnehmen. „Es wäre schön, wenn die Tafel überflüssig wäre. An der Menge an bedürftigen Menschen auch hier in Eckernförde sieht man aber, dass wir solche Angebote brauchen“. Die Tafel ist spendenfinanziert, außerdem zahlt jeder, der zur Ausgabe kommt, einen symbolischen Betrag von 2 Euro. Neben den gespendeten Lebensmitteln muss die Tafel viele Dinge finanzieren: Die Fahrzeuge müssen instandgehalten und versichert werden, um die Hygienevorschriften zu erfüllen müssen die Helferinnen und Helfer geschult werden, es braucht Reinigungsmittel. All dies kann nur über Geldspenden ermöglicht werden.

Für Serpil Midyatli ist der Besuch bei der Eckernförder Tafel eine Möglichkeit, sich zu erden, wie sie es nennt: „Hier wird man daran erinnert, dass wir in vielen Bereichen der Sozialpolitik auf die Frage ‚Brauchen wir das‘ tatsächlich oft mit ‚ja!‘ antworten muss. Hier kommen viele Alleinerziehende und alte Menschen her, die auf diese Angebote angewiesen sind. Das nimmt man dann auch mit in die tägliche Arbeit in der Politik“.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Trennung als Herausforderung für Eltern und Kinder

„Meine Eltern trennen sich“ – für Kinder und Jugendliche ist dieses Wissen eine große Belastung. Sie müssen sich mit den Trennungsabsichten ihrer Eltern auseinandersetzen, ob sie wollen oder nicht. Aber auch für die Eltern ist es eine große Herausforderung, den Kindern nicht zu viel zuzumuten, die Konflikte aus dem Alltag herauszuhalten und weiter zu vermitteln, dass die Kinder nichts damit zu tun haben. Für Kinder hört der Konflikt auch nicht auf, wenn die Trennung vollzogen ist: Sie kämpfen weiter mit den neuen Umständen, damit, dass die Eltern nicht mehr zusammenleben, neue Partner ins Leben treten oder immer wieder Streit entsteht.

In die Beratungsstellen des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde kommen jährlich mehr als 300 Familien zum Thema Trennung und Scheidung, die dann in Einzelberatungen oder auch gemeinsam unterstützt werden können. Damit sind auch mehr als 600 Kinder und Jugendliche mit diesem Thema konfrontiert. Wenn es die Erziehungsberechtigten als ihre Aufgabe sehen, die Bedürfnisse und das Wohl der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen, bietet das Diakonische Werk ein besonderes Gruppentraining an.

In sechs dreistündigen Sitzungen lernen die Eltern, wie Kinder die Trennung verarbeiten und Konflikte managen können. Sie erkennen mehr und mehr, welche Folgen die Trennung für und auf das Kind hat, entwickeln ein tieferes Verständnis für die Emotionsregulierung des Kindes und verbessern außerdem ihre Erziehungsfähigkeit und ihr Kommunikationsverhalten. All dies geschieht mit Hilfe unterschiedlicher Methoden, zum Beispiel Rollenspiele, Identifikationsübungen oder Perspektivwechsel. Zudem gibt es „Hausaufgaben“, also Vor- und Nachbereitungen sowie Verhaltenstipps und Unterstützung bei neuen Problemlösungsversuchen.

Wichtig ist, dass beide Elternteile an den Sitzungen teilnehmen. Sie müssen nicht dieselbe Gruppe besuchen, sondern können in unterschiedlichen Gruppen zu verschiedenen Zeitpunkten an den Themen arbeiten. So kann auf das gemeinsame Ziel hingearbeitet werden, ohne dass Konflikte aus der Zweierbeziehung diese Entwicklung beeinträchtigen. Bevor eine Gruppenteilnahme zugesagt wird, klären die Eltern und eine Beratungskraft, ob das Angebot sinnvoll und geeignet ist oder möglicherweise zuerst andere Probleme bewältigt werden sollten. Geleitet werden die Gruppen von einem Mann und einer Frau, erfahrenen Fachkräften im Bereich Erziehungsberatung.

Seit Ende 2016 gibt es dieses Angebot im Kreis, im März startet das Angebot neu in der Hohenwestedter Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde (Lindenstraße 42). Das Angebot ist kostenfrei, Spenden sind gerne gesehen. Für nähere Informationen und Anmeldungen  wenden Sie sich gerne an in der Beratungsstelle Rendsburg (Am Holstentor 16): 04331 / 69 63 30, E-Mail: info@diakonie-rd-eck.de

Foto: Symbolfoto, istock@TatyanaGl

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Offene Ganztagsangebote am Limit

Für die stetig steigenden Anmeldezahlen reichen die Personal- und Raumausstattung häufig nicht mehr aus

Eine Nähmaschine, eine Säge, ein Fußball – nur einige der Dinge, die auf dem gelben Tisch im Europaforum der Schule Altstadt ein buntes Sammelsurium bilden. Die Gemeinsamkeit erschließt sich erst auf den zweiten Blick: Jedes der Teile steht für ein Angebot der Offenen Ganztagsschule, kurz OGS. Neben Backformen und Bratpfannen liegt da auch ein Fahrradreifen, von der Decke hängt ein Kletterseil. OGS steht nämlich für weit mehr, als nur Hausaufgabenbetreuung, wie die Eltern beim Informationsabend in der Altstadtschule erfahren. Träger des Angebots ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, das hier an der Altstadtschule noch weit mehr anbietet: Von 7 Uhr in der Früh bis Abends um 22 Uhr finden hier vorrangig Kinder und Jugendliche aus der Schule Altstadt Angebote und ein offenes Ohr.

Im Europaforum gibt es eine Vielzahl von Angeboten für Kinder und Jugendliche, die zum Teil ineinander übergehen und nicht direkt voneinander zu trennen sind. Sollen sie auch nicht, findet Thorsten Grett: „Die Älteren wechseln quasi nahtlos von der Betreuung in der OGS zum offenen Kinder- und Jugendtreff ab 17 Uhr, die kommen so gar nicht auf die Idee, auf der Straße oder an der Eider rumzuhängen und geraten deshalb hoffentlich nicht so leicht auf die schiefe Bahn“. Grett ist an der Altstadtschule für die OGS-Angebote zuständig. Diese Angebote laufen von mittags bis 17 Uhr. Für die angemeldeten Kinder und Jugendlichen heißt das, sie können ein Mittagessen bekommen, erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben, können auch in der Einzelbetreuung unterstützt werden oder sich einem der zahlreichen Freizeitangebote zuwenden: Fußball, Klettern, Fahrradwerkstatt, Jazz, Bauchtanz, Koch- und Backkurs, Schwimmen, Töpfern und viele Angebote mehr finden wöchentlich statt, jederzeit stehen Kicker, Billard oder Gesellschaftsspiele zur Verfügung.

Die Arbeit der OGS kostet Geld: 30 Euro für ein halbes, 60 Euro für ein ganzes Schuljahr müssen die Eltern zahlen. Wer Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder –hilfe, Wohngeld oder ähnliche Leistungen nach dem SGB II erhält, kann das Angebot über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten und wird von den Kosten befreit. Das Mittagessen kostet extra: Drei Euro fünfzig pro Mahlzeit, über das Bildungs- und Teilhabepaket nur noch einen Euro. Diese Elternbeiträge decken aber nur einen Bruchteil der entstehenden Kosten, den Rest muss das Diakonische Werk aus Mitteln von Land und Stadt refinanzieren. Die eher geringen und budgetierten Landesmittel müssen aufwendig mit einer stündlichen Dokumentation nachgewiesen werden. Die Stadt finanziert mit einem Sockelbetrag, die Einnahmen aus den Elternbeiträgen müssen gegengerechnet werden. „Immerhin hat die Stadt einen Teil der Sachausgaben inzwischen anerkannt und erstattet uns diesen“, so der Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski.

Im Schuljahr 2016/17 verzeichnete die OGS der Schule Altstadt über 100 Neuanmeldungen, außerdem kommen alle DaZ-Schülerinnen und –Schüler in die Betreuungsangebote. Für Grett und seine Mitarbeitenden eine Herausforderung: „Wir sind eigentlich zu wenige, um für die vielen Kinder und Jugendlichen ein hochwertiges Angebot machen zu können. Die DaZ-Kinder haben zum Teil schlimme Dinge gesehen und erlebt, manche haben noch nie eine Schule von innen gesehen. Der Betreuungsbedarf steigt, übrigens auch bei ‚unseren‘ Kindern, die zum Teil aus prekären Verhältnissen kommen“, erklärt Grett.

Die Situation sei aus Trägersicht durchaus schwierig, erläutert Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde: „Der bisher angesetzte Personalschlüssel von 1 zu 29 wird dem Bedarf der Kinder und Jugendlichen nicht gerecht, unsere Leute müssen zusätzlich auch ständig steigenden Anforderungen der Landesrichtlinien vor allem im Bereich Verwaltung und Dokumentation entsprechen. Die Mittel, die für Personal zur Verfügung gestellt werden, bleiben aber seit vielen Jahren konstant zu niedrig“. Zusätzlich sei auch nicht mehr genügend Platz für die vielen Kinder und Jugendlichen, ergänzt Kaminski: „Wenn wir in Klassenräume ausweichen müssen, steigt zwangsläufig auch der Personalbedarf, den wir aber mit den zur Verfügung gestellten Mitteln nicht finanzieren können“. Am Ende bleibe da nur die Finanzierung aus Projektmitteln, die aber keine nachhaltige Arbeit ermöglicht, weil sie nur wenige Monate laufe: „Dafür gute Leute zu finden, ist auch nicht einfach“, so Thorsten Grett.

Aus Sicht des Diakonischen Werks als Träger der Offenen Ganztagsangebote auch in Obereider, Nobiskrug und Rotenhof kann der politische Vorsatz, gute Bildung und Ganztagsbetreuung für alle Kinder anzubieten, nur umgesetzt werden, wenn einige Voraussetzungen geschaffen werden. Der Personalschlüssel und die zugehörige Finanzierung müsste von 1:29 auf 1,5 zu 22 erhöht werden. Ferienangebote können nur gemacht werden, wenn sie auskömmlich gegenfinanziert werden. Zudem müssten die Zuwendungen an die jährlichen Kostensteigerungen angepasst werden, fordert Kaminski: „Auch Kosten zur Arbeitssicherheit, dem Datenschutz sowie der EDV-Administration und -Ausstattung müssten anerkannt werden“. Im November fand zu diesen Themen ein Workshop mit Vertretern der Ratsfraktionen, der Schulen und der Anbieter im Nordkolleg statt. Der Dialog soll jetzt fortgesetzt werden. „Umgesetzt wurde von unseren Forderungen leider bisher nichts“, so der zuständige Fachbereichsleiter des Diakonischen Werkes.

Foto: Thorsten Grett (rechts) präsentiert gemeinsam mit einer seiner Mitarbeiterin­nen, Frauke Hoffmann (links), die Angebote der Offenen Ganztagsschule bei einem Informationsabend der Altstadtschule in Rendsburg.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Migration und Integration mit neuer Leitung

Ralf Kaufmann ist neuer Leiter des Bereichs Migration und Integration im Diakonischen Werk Rendsburg-Eckernförde. Der Bereich wurde neu gebildet, um den stetig wachsenden Anforderungen in diesem Bereich gerecht zu werden: „Zuwanderung bleibt auch künftig Bestandteil unseres Daseins, sie hat unserer Kultur geprägt und belebende Aspekte mitgebracht“, so Kaufmann. Im Bereich Migration und Integration sind die Migrationsberatungsdienste unter der Leitung von Gregor Ferczynski angesiedelt, die in den letzten zwei Jahren deutlich stärker in Anspruch genommen wurden. Dazu gehören auch die Beratungsstelle des Kreises für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit und mehrere projektbezogene Mitarbeiter. Außerdem kooperiert das Diakonische Werk mit dem Flüchtlingsbeauftragten des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, Walter Wiegand. Innerhalb des Diakonischen Werks vernetzen sich die 12 hauptamtlich Mitarbeitenden mit Angeboten anderer Bereiche bei thematischen Überschneidungen.

Künftig soll es einen stärkeren Fokus auf die Arbeitsmarktintegration geben, einem erklärten Ziel der Bundesregierung, das Kaufmann in die Realität umsetzen will: „Dabei steht ein Nutzenkalkül an erster Stelle, das aus meiner Sicht zwar zu kurz greift, ergänzt um Maßnahmen zur gesellschaftlichen und sozialen Integration aber zielführend ist“. Ihm ist dabei durchaus bewusst, dass es kulturelle Schranken gibt, die erst überwunden werden müssen. Dieser Herausforderung will er sich gerne stellen: „Wir wollen Familien stärken und dabei helfen, kulturelle Tabus zu überwinden. Flüchtlinge und Migranten sind langfristig eine Bereicherung für unsere Gesellschaft, weil sie neue Perspektiven mitbringen“. Darüber hinaus soll aber künftig auch Rückkehrberatung in der Migrationsberatung gemacht werden. Dabei will Kaufmann mit dem Kreis kooperieren, der Bedarf sei von mehreren Seiten angemeldet worden: „Für jeden Menschen, der nach Deutschland kommt, gibt es zwei mögliche Wege: Er bleibt oder er geht zurück. Beide Varianten müssen von Anfang an mitgedacht werden“.

Integration hat aus Kaufmanns Sicht mehrere Aspekte: „Eine gute Integrationsarbeit ist nicht nur mit Blick auf die Flüchtlinge wichtig, beispielsweise Langzeit-Arbeitslose oder Menschen mit Beeinträchtigungen brauchen da auch Unterstützung“. Dabei sieht sich der Ex-Offizier nicht als Einzelkämpfer, sondern betont immer wieder die Vernetzung der verschiedenen Akteure bei der Integration. Ein Beispiel dafür ist die Beratungsstelle des Kreises für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit, die im Oktober 2016 neu gegründet wurde. Dieses Projekt hat der Kreis Rendsburg-Eckernförde initiiert, finanziert über Fördermittel vom Land Schleswig-Holstein. Der Bereich Migration teilt sich das Projekt mit der „Brücke“, einem gemeinnützigen Verein aus Rendsburg. Die Beratungsstelle will ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in den kommunalen Gemeinden unterstützen. Die örtlichen Strukturen hätten sich in den letzten Jahren frei entwickelt, da wolle man auch nicht eingreifen, so Kaufmann: „Wir können aber immer da unterstützen, wo es um Vernetzung geht, der Blick über den Tellerrand gefragt ist“. Dafür hat er zwei Ehrenamtsberaterinnen in sein Team bekommen. Sabine Willert ist eine von ihnen. Die 39-jährige ist studierte Sozialpädagogin und freut sich auf ihre neue Aufgabe: „Viele Menschen in unserem Land haben durch ihre Hilfsbereitschaft eine ganz besondere Willkommenskultur geprägt und dem Thema ehrenamtliches Engagement eine neue Dynamik gegeben. Diese positive Entwicklung möchte ich stärken und wo es nötig ist durch die Angebote der Beratungsstelle weiter ausbauen.“

Zur Person: Ralf Kaufmann ist 1964 in Bremen geboren, machte 1983 in Rendsburg Abitur und absolvierte anschließend eine Offiziersausbildung. Später studierte er Geschichte, Germanistik und Öffentliches Recht an der CAU Kiel. Er ist seit vielen Jahren selbstständig und hat in den vergangenen Jahren viele Projekte im Bereich Integration erfolgreich abgeschlossen, unter anderem ein Integrationskonzept in und mit der Stadt Rendsburg. Seit Sommer 2016 ist er beim Diakonischen Werk tätig und wurde von Hans-Jürgen Lauer eingearbeitet. Lauer ging Ende 2016 in den Ruhestand, sein Bereich Sucht und Migration wurde neu strukturiert.

Bild: von links nach rechts Sabine Willert, Ralf Kaufmann, Gregor Ferczynski

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Neues EKG-Gerät für Praxis ohne Grenzen

Die Geräte in der Praxis ohne Grenzen sind in die Jahre gekommen und verweigern immer häufiger den Dienst. Das alte EKG-Gerät war schon an die 20 Jahre alt, als es vor vier Jahren zur Eröffnung der Praxis ohne Grenzen gespendet wurde. Nun darf es in den wohlverdienten Ruhestand gehen, dank der Tischlerei Böhrnsen. Tischlermeister Jörg-Peter Böhrnsen hörte von den Problemen mit dem alten Gerät: „Hier können wir ohne viel Aufheben in der Region tatkräftig unterstützen, das wollten wir gern tun“. Das neue EKG hat einen Wert von 1600 Euro, Walter Preuß, vom Sanitätsbedarf Rendsburg besorgte das Gerät über seine Händlerkontakte.

Für die Praxis ohne Grenzen ist das ein echter Glücksfall: „Wir sind für unsere Arbeit auf Spenden angewiesen, die Medikamente, die Miete, mitunter auch weitergehende Behandlungen bei Fachärzten oder in Kliniken kosten Geld, das unsere Patienten nicht haben“, erklärt Dr. Achim Diestelkamp, einer der Ärzte. In der 50 Quadratmeter großen Praxis in der Moltkestraße 1 in Rendsburg werden vor allem Menschen behandelt, die keine Krankenversicherung haben. Das sind überwiegend Selbstständige, meist Einzelkämpfer, die durch finanzielle Engpässe ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr zahlen können. „Den Versicherungsschutz erhalten diese Menschen erst zurück, wenn die Beitragsschulden getilgt sind. Bei monatlichen Kosten von 700 Euro kommt da schnell eine große Summe zusammen“, so Dr. Diestelkamp.

Er und sein Team arbeiten ehrenamtlich, insgesamt sechs Ärzte und 10 weitere Mitarbeitende, die Trägerschaft für die Praxis liegt beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Zweimal wöchentlich öffnet die Praxis ihre Türen, mittwochs von 16 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 11 Uhr. Individuelle Absprachen sind auch möglich. Alle Teammitglieder haben eine Schulung zum Ämterlotsen gemacht, die sich im Alltag immer wieder bewährt: „Von den 134 Patienten, die wir mittlerweile in der Kartei führen, konnten wir schon einige wieder zurück ins System der gesetzlichen Krankenversicherung bringen“, so Dr. Diestelkamp. Aber nicht nur dabei unterstützen die ehrenamtlichen Helfer ihre Patienten. Mitunter gehen sie auch mit zu den Ämtern und Behörden und unterstützen zum Beispiel bei der Antragsstellung. Außerdem vermitteln sie ihre Patienten bei Bedarf auch an andere Beratungsstellen.

Das Team ist in der Region gut vernetzt, über dieses Netzwerk erfuhr Tischlermeister Böhrnsen von der Notwendigkeit eines neuen EKG-Geräts. Ein gebrauchtes Ultraschallgerät wird in den nächsten Tagen auch in die Praxis ohne Grenzen einziehen, gespendet von einem Arzt. Insgesamt seien die Klinik in Rendsburg ebenso wie niedergelassene Ärzte und Apotheken sehr kooperativ, so die einhellige Meinung im Team. Obwohl entstehende Kosten von der Praxis ohne Grenzen getragen werden, kommt es immer wieder vor, dass Fachärzte keine Rechnung stellen. Dann können die Gelder in Medikamente oder andere Anschaffungen gesteckt werden.

Neben den Menschen ohne Krankenversicherung betreut die Praxis ohne Grenzen seit Mitte 2015 auch ein Projekt zur Kostenübernahme von Verhütungsmaßnahmen für Bezieher/innen von Sozialleistungen. Diese Menschen können sich von den Sozialleistungen häufig keine Verhütungsmaßnahmen leisten. Sind die Voraussetzungen gegeben, finanziert die Praxis ohne Grenzen die Maßnahmen, von der „Pille“ über Hormonimplantate oder Dreimonatsspritze und Spirale bis hin zur Sterilisation. In 2016 haben 94 Menschen diese Unterstützung in Anspruch genommen, davon ließen sich zehn sterilisieren und 44 Frauen die Spirale einsetzen. Finanziert wird dieses Projekt vom Kreis Rendsburg-Eckernförde und dem Spendenaufkommen der Praxis ohne Grenzen, kooperativ unterstützt wird es außerdem von den Gynäkologen der Region sowie der imland Klinik.

Bild: (vlnr ) hinten Ludwig Backhaus, Regina Meyn, Mitte Doris Neumann, Walter Preuß, vorne Achim Diestelkamp und Tischlermeister Jörg-Peter Böhrnsen

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Abschied im Advent : Hans-Jürgen Lauer geht nach über 25 Jahren in den Ruhestand

Jeden Gast begrüßte Hans-Jürgen Lauer einzeln in St. Nicolai, immer wieder kamen Menschen in die Kirche und reihten sich ein in die Schlange der Wartenden. Sie alle waren gekommen, um Hans-Jürgen Lauer in den Ruhestand zu verabschieden.

Propst Sönke Funck verantwortete die Andacht, in deren Rahmen Hans-Jürgen Lauer verabschiedet und entpflichtet wurde. In seiner Ansprache würdigte er den Einsatz von Lauer im Diakonischen Werk: „Sie haben sich den Veränderungen in ihren fast 26 Dienstjahren, den äußeren und inneren, immer gestellt. Nicht einfach nur treu und stumm ergeben, sondern: Aktiv begleitend, aktiv mitgestaltend, fachlich weiter entwickelnd, hoch kompetent – und durchaus auch kritisch. Loyal, konstruktiv – aber nicht einfach nur abnickend“. Er sei sich sicher, dass ein lachendes und ein weinendes Auge zurück und voraus blicke, aber: „Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass am Ende das lachende Auge überwiegt“.

In ihrer Ansprache im Anschluss an die Andacht dankte Diana Marschke ihrem „wertvollen, loyalen und engagierten Leiter“. Sie fühle Dankbarkeit, wenn sie auf die 10 gemeinsamen Jahre zurück blicke: „Dafür, dass Sie mich als Geschäftsführerin unterstützt haben, dass ich mich immer auf Sie verlassen konnte, dass ich mit Ihnen auch Persönliches besprechen konnte. Ich bin mir sicher, dass ich künftig häufig denken werde: Das hätte ich gern mit Herr Lauer besprochen“. Zum Schluss ihrer Rede überraschte Marschke ihren scheidenden Mitarbeiter mit einer Ehrung: Sie überreichte ihm das Goldene Diakoniekreuz. Auch Karsten Fabel, der Vorsitzende des Aufsichtsrats des Diakonischen Werks, dankte Lauer für sein Engagement und seinen Einsatz.

Auch Ulrich Kaminski (Fachbereich Soziales) und Monika Wegener (Fachbereich Kinder, Jugend und Familie) wollten ihren langjährigen Kollegen nicht ohne ein paar Worte ziehen lassen. „Dein fachlicher Rat in Bezug auf Inhalte und Methoden der Beratungsarbeit, die Frage von Fachlichkeit versus Wirtschaftlichkeit hat mich bereichert, getröstet und entlastet“, so Monika Wegener in ihrer Ansprache, die mit kleinen Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit und vielen Dankesworten angereichert war. „Ich wünsche Dir eine genussreiche Zeit, auch ohne uns“, erklärte sie bei der Übergabe einer nicht näher benannten Süßigkeit.

Seine große Wertschätzung brachte Kaminski zum Ausdruck, der ebenso wie Wegener all die Jahre mit Lauer zusammen gearbeitet hatte: „Ich werde Dich als fachlich sehr versierten, menschlich sehr warmherzigen und integren Menschen vermissen. Denn auch wenn man sagt, jeder Mensch sei ersetzbar, aus meiner Sicht stimmt das nicht. Die jeweilige Aufgabenerfüllung ist ersetzbar, der individuelle Mensch mit seinen Qualitäten und Macken nicht“.

„Ich bin noch etwas überwältigt vom goldenen Diakoniekreuz“, so Lauer, „aber ich muss zugeben: in der letzten Stunde habe ich mehr über mich gelernt als in vielen Stunden Supervision“. Abschließend dankte er für die Gemeinschaft und erklärte: „Einmal mehr habe ich gemerkt, wie sehr ich euch alle mag, die ihr hier seid“. Nach dem offiziellen Teil kamen die Gäste bei alkoholfreien Getränken, Schnittchen und Kuchen zu Gesprächen über den (Un)Ruhestand im allgemeinen und im besonderen zusammen, geeint in der Hoffnung, es möge Hans-Jürgen Lauer nicht gehen wie in „Pappa ante portas“.

Hans-Jürgen Lauer (64) ist eines der Urgesteine im Diakonischen Werk Rendsburg-Eckernförde, er begann im Januar 1991 als Leiter des damaligen Diakonischen Amts Eckernförde. Vorrangig war er zuständig für die Suchthilfe, Bahnhofsmission, Soziale Hilfen und Hauspflege .Der Diplom-Psychologe begleitete die Umstrukturierung in eine gGmbH, mit der sich sein Aufgabengebiet mit einem Schlag um die Angebote aus Rendsburg und Umgebung erweiterte. Auch den Einstieg der neuen Geschäftsführerin Diana Marschke vor 10 Jahren unterstützte er. Er blieb der Suchthilfe all die Jahre treu, formte und leitete den Bereich. Zuletzt verantwortete zusätzlich auch den Fachbereich Migration.

 

Bild: (vlnr) Aufsichtsratsvorsitzender Karsten Fabel, Ulrich Kaminski, Monika Wegener, Hans-Jürgen Lauer, Geschäftsführerin Diana Marschke, Propst Sönke Funck

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Suchtberatung des Diakonischen Werks stellt sich neuen Herausforderungen

Stefan Gloe ist neuer Abteilungsleiter der Suchtberatung und ambulanten Betreuung im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Der 54-jährige Diplom-Sozialpädagoge und ausgebildete Suchttherapeut leitet seit Anfang 2013 die ambulante Betreuung. Seit Anfang Juli 2016 ist er auch in der Leitung der Suchtberatung tätig. Gloe übernimmt die Suchtberatung von Hans-Jürgen Lauer, der nach 26 Jahren im Dienst des Diakonischen Werks zum 1. Januar 2017 in den Ruhestand gehen wird.


In die Suchtberatungsstellen des Diakonischen Werks kommen Menschen, die unterschiedliche Abhängigkeiten entwickelt haben: Alkohol, illegale Drogen wie Cannabis oder Heroin, Spielsucht. Zukünftig rechnet Gloe damit, dass weitere Bereiche in der Arbeit der Suchtberatung wichtiger werden als bisher: „Die sogenannten Legal Highs sind in Schulen und bei der Polizei bereits bekannt, tauchen bei uns aber noch nicht so stark auf." „Legal Highs“ sind Substanzen, die online vertrieben werden, häufig als Badesalz oder Kräutermischungen getarnt. Die darin enthaltenen Stoffe sind nicht verboten, der Konsument raucht oder kaut die Stoffe dann.

Internetsucht ist als Diagnose noch nicht anerkannt, aber auch hier rechnet Gloe mit einem Zuwachs. Das Erscheinungsbild, die Verhaltensprobleme und die Folgen des exzessiven Internet- und Medienkonsums sind den anerkannten Suchterkrankungen sehr ähnlich. Internetsucht bezieht sich vorrangig auf Onlinespiele. Kinder und Jugendliche haben über das Smartphone immer früher Zugang zum Internet. Beide Bereiche erfordern einen erhöhten Aufwand in der Prävention, so Gloe: „Wir müssen ein Bewusstsein für diese potentiellen Probleme schaffen, bei Schulsozialarbeitern und Eltern zum Beispiel. Letztere können wir auch unterstützen, wenn sie beispielsweise Smartphone-freie Zeiten durchsetzen möchten“.

Das Suchtkrankensystem in Deutschland ist mehrstufig: Information, Prävention und Vorbeugung sollen mögliche Abhängigkeiten vermeiden. Betroffene werden in der Suchtberatung dazu motiviert, sich in eine Therapie (in der Fachsprache Rehabilitationsmaßnahme) zu begeben. Ist die Entscheidung getroffen, begleiten die Suchtberater die Antragstellung bei der Krankenkasse oder dem Rentenversicherungsträger. Nach der Maßnahme, die stationär oder ambulant bei Kooperationspartnern der Suchtberatung erfolgt, werden die Betroffenen in die Nachsorge und bestehende Selbsthilfegruppen vermittelt. Suchtberater haben also vor allem motivierende, vermittelnde und begleitende Funktionen.
Der Diplom-Psychologe Lauer kam 1991 als Amtsleiter in das Diakonische Amt Eckernförde, die Suchtkrankenhilfe war damals ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit. 2007 fusionierten dann die Diakonischen Werke Rendsburg und Eckernförde und Lauer wurde Fachbereichsleiter Suchtberatung: „Ich fühlte mich immer zum Suchtkrankenhelfer berufen“. Suchtkranke sind aus seiner Sicht Menschen, die vor allem versuchen, mit dem Leben klar zu kommen: „Die gesellschaftlichen Anforderungen sind gestiegen, grade die älteren Menschen mit Suchtproblemen versuchen mit dem Konsum, diesem Druck standzuhalten“. Klar sei deshalb auch, dass die Arbeit von Suchtberatungsstellen nie enden wird: „Es wird immer Menschen geben, die süchtig werden – nur die Formen oder Substanzen ändern sich“.
Suchtberatungsstellen des Diakonischen Werks gibt es in Rendsburg und in Eckernförde, beide Standorte stehen auch Eltern, Freunden oder Angehörigen von Menschen mit Suchtproblemen zur Verfügung. Ebenso können sich Menschen anonym beraten lassen, wenn sie keinen Namen nennen möchten. Zurzeit arbeiten in den Beratungsstellen 6 Mitarbeitende, projektbezogen können es mehr werden. Die Mitarbeitenden arbeiten eng mit Kliniken und stationären Einrichtungen, aber auch dem Jobcenter und Schulsozialarbeitern zusammen. Finanziert werden die Stellen vom Land und vom Kreis. Telefonisch sind sie erreichbar unter 04331 - 69 63

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

30 Jahre Evangelische Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle

Mit einem Empfang feierte das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde am Freitag (11.11.) das 30-jährige Bestehen der Schuldnerberatung in Rendsburg.

Propst Sönke Funck gratulierte im Namen des Kirchenkreises zum langjährigen Wirken in diesem wichtigen Bestandteil der diakonischen Arbeit im Kirchenkreis. Mit Blick darauf, dass in Schleswig-Holstein zehn Prozent der Bevölkerung überschuldet seien, sei die Arbeit heute nötiger denn je, erklärte er.

Funck erinnerte daran, dass schon im Alten Testament geschrieben stand, alle 49 Jahre solle es einen vollständigen Schuldenerlass und eine Aufhebung der Schuldsklaverei geben, damit die Menschen eine Chance hätten, wieder zu Besitz und zum Leben zu kommen. „Ein Grund zur Freude ist es, dass diese Arbeit getan wird, sich die Berater alltäglich mühen, den Menschen in ihrer individuell schwierigen Situation einen Weg heraus zu zeigen“, so Sönke Funck weiter.

Auch Fachbereichsleiter Ulrich Kaminski verwies auf das 5. Buch Moses in der Bibel: „Mit der Einführung der Verbraucherinsolvenz erhielten die Verbraucher und Verbraucherinnen das Recht, nach einer Phase des Wohlverhalten von der Schuld oder den Schulden freigestellt zu werden – wie es die Bibel schon vor über 2.000 Jahren vorschlug“. Er dankte dem gesamten Team sowie den Partnern auf kommunaler Ebene, im Kreis sowie auf Landesebene.

Die Schuldnerberatung ist seit 1986 fester Bestandteil der Arbeit der Kirchenkreisdiakonie. Seit Juli 2016 gehört sie zur neuen Hauptstelle des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde Am Holstentor 16. Das Team unter Abteilungsleiter Ulrich Kaminski besteht aus acht meist hauptamtlichen Mitarbeitenden mit sozial-pädagogischer, betriebswirtschaftlicher, juristischer und kaufmännischer Kompetenz.

Die Beratungsstelle ist für ca. 80.000 Einwohner zuständig. Die Öffnungszeiten richten sich nach den allgemeinen Büroöffnungszeiten, Einzeltermine sind auf Wunsch auch abends möglich. Prävention findet auch im Beratungszentrum, überwiegend aber in Einrichtungen außer Haus statt. Die Beratungsstelle ist anerkannt im Sinne von §305 Insolvenzordnung (InsO) und finanziert sich aus Kreis- und Landesmitteln sowie einer Zuwendung des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

„Endlich unter einem Dach – Ihre Diakonie im Holstenhof“

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde ist umgezogen. Die Angebote, die bisher in der Prinzenstraße 9 und 13 stattfanden, sind nun unter einem Dach vereint. Vertreter von Kirche und Stadt feierten am 2. September mit rund 50 geladenen Gästen die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten am Holstentor 16.

Auftakt der feierlichen Eröffnung war eine Andacht von und mit Propst Sönke Funck, der im Kirchenkreis für das Diakonische Werk verantwortlich ist. Funck erklärt, man habe die Sehnsucht gespürt, die mit dem Umzug verbunden war: Nach langem Warten sei nun endlich alles unter einem Dach.

Karsten Fabel, der Aufsichtsratsvorsitzende des Diakonischen Werks des Kirchenkreises, dankte den Mitarbeitenden der Diakonie für ihre Geduld und ihr Durchhaltevermögen. Ohne den beherzten Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre die Arbeit in den alten Räumlichkeiten nicht möglich gewesen und der Umzug nicht so reibungslos vonstattengegangen. „Menschen auf ihrem Weg durchs Leben zu begleiten, zu fördern und sich Menschen, die Rat und Orientierung suchten, anzunehmen, unabhängig von Herkunft, Stellung, Religion oder Geschlecht. Das können wir, und das können wir im Holstenhof noch besser als bisher“, schloss Fabel.

Einer guten alten Tradition folgend überreichte Heiko Naß, der Landespastor des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein, Diana Marschke Brot und Salz, Lothar Möhding überreichte eine Silhouette der Stadt Rendsburg – samt Hochbrücke und Schwebefähre. Genauso wie Hochbrücke und Schwebefähre beide Seiten des Nord-Ostsee-Kanals verbindet, verbinde die Diakonie Stadt und Landkreis miteinander.

Nach knapp 2 Monaten am neuen Standort konnte Frau Marschke ein erstes Fazit ziehen. Die Anfragen an die Ämterlotsen haben sich durch die zentrale Lage verdoppelt. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Nach Aussagen der umliegenden Geschäftsinhaber, ist die Innenstadt seit Anfang Juli deutlich belebter.

Nach dem offiziellen Teil ging es auf Entdeckungstour: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führten interessierte Besucher durch alle Stockwerke. In einzelnen Räumen stellten sich die unterschiedlichen Arbeitsbereiche vor, an den Wänden hingen Bilder von Schülern des Offenen Ganztags-Angebots zum Thema „Was ich mir für die Welt wünsche“. Während sich die Erwachsenen über die neuen Möglichkeiten der Einrichtung informierten, konnten sich die Kinder schminken lassen oder sich am Bälle-Vulkan und beim Bogenschießen austoben. Zur Stärkung standen Kaffee, Kuchen und Köstlichkeiten vom Grill bereit. An einem solchen Tag ließ sich keiner der buntgemischten Gästeschar aus Klienten, Kunden, Mitarbeitenden und deren Familien die Freude von kurzen Regenschauern verderben.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Schulbegleitung gesucht

Gelebte Inklusion von Kindern mit geistigen, seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen gilt als wünschenswert – erfordert aber oft auch besondere Mittel und Wege. Ein Weg, um beeinträchtigten Kindern den regulären Schulbesuch möglich zu machen, sind individuelle Schulbegleiter und –begleiterinnen.

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde bietet unter anderem Schulbesuchsbegleitung für Kinder und Jugendliche an, die den Schulbesuch wegen seelischer, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigungen nicht alleine bewältigen können. Darunter können Kinder mit ADS und ADHS fallen, aber auch Kinder mit autismusspezifischen Störungsbildern oder Entwicklungsverzögerungen können dieses Unterstützungsangebot erhalten. Für das kommende Schuljahr sucht das Diakonische Werk noch Menschen, die sich für diese Aufgabe interessieren.

„Wir wünschen uns Menschen mit hoher sozialer Kompetenz, Flexibilität und Teamfähigkeit. Um den Kindern gut zur Seite stehen zu können, sind Motivations- und Innovationsvermögen ebenso notwendig wie gute Kommunikationsfähigkeiten und ein sicheres Auftreten“, sagt Monika Wegener, zuständige Fachbereichsleiterin beim Diakonischen Werk.

Das Aufgabengebiet des Schulbegleiters richtet sich immer nach dem individuellen Förderbedarf des jeweiligen Kindes: Mal ist Hilfe bei der Orientierung auf dem Schulweg oder im Schulgebäude nötig, mal geht es um Assistenz beim Toilettengang oder auch beim Umziehen. Die Schulbegleiter helfen hier bei der Integration in die Klasse und der Bewältigung der täglichen Aufgaben in der Schule.

Im Unterschied zur Schulassistenz, die an vielen Grundschulen mittlerweile zum Alltag gehört, ist die Schulbegleitung immer nur auf ein Kind zugeschnitten.

Wer das Schulbegleiter-Team des Diakonischen Werks unterstützen möchte, kann sich bei Margarete Koch (04331-6963-42) oder Ellen Ebauer (04331-6963-45) melden. Das Team ist auch Ansprechpartner für Eltern, die eine Schulbegleitung für ihr Kind suchen.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Wenn zwei sich streiten, leidet der oder die Dritte

Trennungen sind oft genug Minenfelder, in denen jeder Schritt, jede Bewegung zu einem neuen Ausbruch führen kann. Besonders schwierig wird es aber, wenn Kinder im Spiel sind. Sie leiden unter den Konflikten der Eltern, offensichtlich oder verborgen. Für Kinder hört der Konflikt nicht auf, wenn die Trennung vollzogen ist: Sie kämpfen weiter mit den neuen Umständen, damit, dass die Eltern nicht mehr zusammenleben, neue Partner ins Leben treten oder immer wieder Streit entsteht.

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde bietet genau für diese Gruppe Erziehungsberechtigter ein Training an, wenn sie es als ihre Aufgabe annehmen, die Bedürfnisse und das Wohl der Kindern in den Mittelpunkt zu stellen. Wichtig ist, dass beide Elternteile an den Sitzungen teilnehmen. Sie besuchen zwar unterschiedliche Gruppen zu verschiedenen Zeitpunkten, letztlich arbeiten sie aber am gemeinsamen Ziel, ohne dass Konflikte aus der Zweierbeziehung diese Entwicklung beeinträchtigen. Bevor eine Gruppenteilnahme zugesagt wird, klären die Eltern und eine der beiden Beratungskräfte, ob das Angebot sinnvoll und geeignet ist oder möglicherweise zuerst andere Probleme bewältigt werden sollten. Geleitet werden die Gruppen von einem Mann und einer Frau, erfahrenen Fachkräften im Bereich Erziehungsberatung.

In sechs dreistündigen Sitzungen lernen die Eltern, wie Kinder die Trennung verarbeiten und Konflikte managen können. Sie erkennen mehr und mehr, welche Folgen die Trennung für und auf das Kind hat, entwickeln ein tieferes Verständnis für die Emotionsregulierung des Kindes und verbessern außerdem ihre Erziehungsfähigkeit und ihr Kommunikationsverhalten. All dies geschieht mit Hilfe unterschiedlicher Methoden, zum Beispiel Rollenspiele, Identifikationsübungen oder Perspektivwechsel. Zudem gibt es „Hausaufgaben“, also Vor- und Nachbereitungen sowie Verhaltenstipps und Unterstützung bei neuen Problemlösungsversuchen.

Die erste Gruppe dieser Art im Kreisgebiet startet im September in der Eckernförder Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Das Angebot ist kostenfrei, Spenden für den Pausenimbiss sind gerne gesehen. Nähere Informationen erhalten Sie in der Beratungsstelle Eckernförde: 04351 / 8 93 11- 0, E-Mail: info@diakonie-rd-eck.de

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Rendsburger Kulturfabrik zum Rendsburger Herbst mit tollem Angebot auf und neben der Bühne

Im Projekt Rendsburger Kulturfabrik haben sich Akteure zusammengetan, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammen passen: Die T-Stube (Autonome Jugendszene Rendsburg), die Stadtverwaltung und das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Sie eint aber dasselbe Ziel: Vernetzung von Jugendarbeit, Bildungsarbeit und künstlerisch-kreativer sowie technischer Arbeit. Herbert Schauer, Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Rendsburg: „Das ist ein tolles Beispiel für die großartige Vernetzung der unterschiedlichsten Akteure in den Rendsburger Jugendarbeit, hier ziehen Wohlfahrtsverbände, Vereine und die Stadt am selben Strang“.

Mit im Programm an der Bühne auf dem Stadtseegelände: ROAN aus Polen (Samstag 27.8. um 20 Uhr) sowie „Sie kamen aus Australien“ aus Kiel (Freitag 26.8. um 22:30 Uhr), beide Bands haben Plattenverträge und sind über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Neben diesen Bonbons will das Projekt aber auch Künstlern aus Rendsburg und Umgebung eine Bühne geben, zum Beispiel Audioaktiv (Freitag 19:30 Uhr) und Appendix (Freitag und Samstag um 18:30). Außerdem dabei: „Penty Meltdown“, „Robinson Krause“„Die Mitte des Nordens“, „Rich Kids“ und „Vladimir Harkonen“.

Neben dem musikalischen Output ist es den Initiatoren aber auch ein Anliegen, Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund berufliche Perspektiven zu zeigen. Sie können beim Bühnenbau, der Tontechnik und auch im Catering dem Fachpersonal über die Schulter schauen und erste Erfahrungen in diesen Bereichen sammeln. Der interkulturelle Aspekt wird vor allem am Sonntag zum tragen kommen. Beim Internationalen Picknick mit Musik und Begegnung, leckerem Essen, aber auch Morgengymnastik oder Spielen wie Bingo sollen Einheimische und Menschen mit Migrationshintergrund einander besser kennenlernen können – in zwangloser Atmosphäre. Um 14:30 Uhr tritt die Tanzgruppe Mastbrook auf.

Hintergrund: Rendsburger Kulturfabrik

Mit "JUGEND STÄRKEN im Quartier" bündelten erstmalig zwei Bundesministerien in einem gemeinsamen Programm Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF): Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützen in der aktuellen ESF-Förderperiode Angebote für junge Menschen zur Überwindung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen am Übergang von der Schule in den Beruf. Der Schwerpunkt liegt in den Gebieten der „Sozialen Stadt“ und vergleichbaren Brennpunkten.

In der ersten Förderrunde 2015 bis 2018 setzen 178 Modellkommunen Projekte zur Förderung junger Menschen durch öffentliche und freie Träger im Bereich Jugendsozialarbeit um. Eine dieser Modellkommunen ist Rendsburg, das Programm wird hier an den beiden Gemeinschaftsschulen in Rendsburg und im Rahmen aufsuchender Jugendsozialarbeit in Kooperation mit den Offenen Ganztagsschulen und der Offenen Jugendarbeit umgesetzt, außerdem werden neue Ansätze der Kooperation erprobt.

Das Projekt Rendsburger Kulturfabrik ist ein Bestandteil des Gesamtprojektes mit der Zielsetzung der Vernetzung von Jugendarbeit, Bildungsarbeit und künstlerisch-kreativer Arbeit, so wie der technischen Begleitung. Beteiligte sind der Kreis Rendsburg-Eckernförde, die Stadt Rendsburg als koordinierende Stelle, das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, die Brücke Rendsburg-Eckernförde, die Kirchengemeinde St. Jürgen und die Volkshochschule Rendsburger Ring.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Kai Dolgner besucht Diakonisches Werk

Der Landtagsabgeordnete Dr. Kai Dolgner (SPD) kam, um sich über die vielen, teils länderfinanzierten Angebote beim Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernfördezu informieren und zu hören, wie Förderangebote bei den Trägern ankommen.

Zuerst schaute sich Dolgner aber die neuen Räume an, in die das Diakonische Werk vor vier Wochen eingezogen ist. Diana Marschke, die Geschäftsführerin, zeigte sich zufrieden: „Wir haben die Angebote aus zwei Häusern zusammengelegt und ich habe jetzt schon das Gefühl, dass sich Synergieeffekte einstellen“. Und nicht nur die Geschäftsführung ist zufrieden, auch die Klienten äußern sich positiv: „Die Klienten der Schuldnerberatung beispielsweise fühlen sich hier sehr wohl, obwohl es nicht mehr so familiär ist, wie vorher“, so Ulrich Kaminski (Fachbereichsleiter Schule & Soziales, Diakonie). Neben der Schuldnerberatung finden sich im Haus weitere Angebote, die zum Teil oder ganz vom Land finanziert werden wie die Suchtberatung oder der Pflegestützpunkt.

Gemeinsam mit Marschke, Kaminski und Dolgner sprachen Propst Sönke Funck und Hans-Jürgen Lauer (Fachbereichsleiter Suchthilfe und Migration) über die Grundlagen der Arbeit des Diakonischen Werks. Einen deutlichen Schwerpunkt hatte dabei die Integrationsarbeit mit Flüchtlingen: „Bei der Integrationsförderung gibt es tolle Unterstützung vom Land, die wir hier gut gebrauchen können“, so Marschke. Dolgner hakte nach: „Die Stadt hat 300.000 Euro Integrationspauschale bekommen – kommt davon auch was bei Ihnen als Träger an?“. „Im Offenen Ganztag zum Beispiel werden DaZ-Schüler (Deutsch als Zweitsprache, Anm. d. Red.) durch die Stadt gefördert“, erläuterte Kaminski. Es gebe auch Projekte von der Stadt, beispielsweise zur Arbeit mit jungen Männern, die nicht mehr unter die Jugendhilfe fallen.

Neben vielen anderen Aspekten gab Diana Marschke dem Landtagsabgeordneten noch zwei Themen mit auf den Weg: Die Förderbeträge für die Suchtberatung seien seit mindestens zehn Jahren nicht mehr gestiegen und der Offene Ganztag werde zwar vorbildlich von den jeweiligen Städten gefördert, die Zuschüsse vom Land seien aber auch hier dem Kostensteigerungsindex nie angepasst worden. Kai Dolgner sicherte zu, die Anliegen an die entsprechenden Kollegen weiterzugeben, als Innenpolitiker könne er da selbst nicht viel versprechen.

Im Anschluss an das Gespräch besuchte Dolgner die Schulsozialarbeit und das abgestufte Betreuungskonzept an der Gemeinschaftsschule. Dort konnte der Abgeordnete sich anschauen, wie inklusive, offene und betreute Angebote ineinander greifen: An der Altstadtschule gibt es einen Offenen Ganztag, eine betreute Gruppe, eine Gruppe in der mit traumatisierten Flüchtlingskindern gearbeitet wird und eine Tagesgruppe, in der Kinder jeden Tag nach der Schule betreut werden, die einen erhöhten Betreuungsbedarf haben oder aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen.

Dolgner stellte zufrieden fest: „Multiprofessionalität ist hier offenbar Teil des Konzepts“. Das Diakonische Werk arbeite eng mit dem Jugendamt zusammen, erklärte Monika Wegener, Fachbereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Diakonischen Werk. Vor Ort gebe es eine enge Kooperation mit der Schule aber auch Sprachscouts, die in der Arbeit mit Flüchtlingen zum Zuge kommen. Mittlerweile kommen in diesen Angeboten Schüler und Schülerinnen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammen: DaZ-Kinder, Kinder mit Beeinträchtigungen genauso wie die normalen Schülerinnen und Schüler mit ihren Bedürfnissen. Abschließend überzeugte sich Dolgner noch von dem guten kulinarischen Angebot der Mensa des Offenen Ganztags, mit Salat und Gnocchis an Gemüse.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Diana Marschke feiert 10-jähriges Jubiläum

„Die Zeit ist vergangen wie im Flug“ Diana Marschke, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde ist selbst erstaunt, dass sie schon heute ihr 10-jähriges Jubiläum
feiert. Stellvertretend für den Gesellschafter überreichte Propst Matthias Krüger ihr einen Blumenstrauß und gratulierte: „Seit zehn Jahren mit Herz und Verstand unermüdlich im Einsatz – Gottes Segen für Sie“. Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales und Marschkes Vertreter, ergänzte: „Das wir an dieser Position jemanden mit betriebswirtschaftlichem Fachwissen und so viel Herz sitzen haben, ist ein echter Glücksfall“.

Mensch im Mittelpunkt

Die Belegschaft, die Zahl der Projekte, die Arbeit – all das ist gewachsen seit Diana Marschke im Diakonischen Werk wirkt. Ihre größte Herausforderung war zu Beginn ihrer Tätigkeit die Fusion der Diakonischen Werke Rendsburg und Eckernförde zu einem gemeinsamen Diakonischen Werk des Kirchenkreises. Aber auch die Entwicklung des Claims „Mensch im Mittelpunkt“ fällt unter ihre Ägide: „Wir orientieren uns weiter an dem, was Menschen brauchen – das bedeutet auch Veränderung. Menschen werden gehen, andere werden kommen, Bedürfnisse verändern sich. All dem wollen wir auch zukünftig gerecht werden“, so Marschke. Sich selbst beschreibt sie als betriebswirtschaftlich und diakonisch geprägt, will für den Menschen handeln und dabei wirtschaftlich und ressourcenfreundlich bleiben.

Die Mitarbeiter im Blick

Auch als Arbeitgeber sieht Marschke den Mensch im Mittelpunkt: „Wir wollen unsere Mitarbeiter in allen Lebensphasen begleiten, sei es mit Hilfe bei der Kinderbetreuung oder Unterstützung bei einem Pflegefall in der Familie“.Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum hat das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde auch neue Räume bezogen: Am Holstentor 16 in Rendsburg lautet die neue Adresse, an der die Angebote aus den beiden Häusern in der Prinzenstraße nun gebündelt sind.

 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Diakonie am Holstentor: Umzug geglückt

Die letzten Kartons stehen noch am Empfang, die ersten Kunden sind aber auch schon da. Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde ist erfolgreich mit allen Angeboten aus den beiden Häusern in der Prinzenstraße in die neuen Räume Am Holstentor 16 umgezogen. Knapp eine Woche lang waren die Mitarbeiter nur eingeschränkt erreichbar, Termine gab es keine – dafür jede Menge Arbeit und viele Fragen, die geklärt werden mussten: Welche Kartons kommen wohin? Welche Rufnummer gehört zu welchem Raum? Wer macht morgen die Brötchen? Geschäftsführerin Diana Marschke ist zufrieden: „Toll, wie das ganze Team an einem Strang gezogen hat!“.

Probleme habe es beim Umzug keine gegeben: „Mit dem Umzugsunternehmen SZ Transporte aus Fockbek haben wir genau die richtige Wahl getroffen“, so Marschke. Der Umzug war nötig geworden, weil nun die Angebote gebündelt werden können und endlich alles auch behindertengerecht gestaltet werden konnte. Für die Kunden bedeutet das: Aufzüge im Haus statt schmaler Wendeltreppe, bestimmte Bereiche sind auch
durch einen eigenen Eingang diskret erreichbar. Im neuen Gebäude sind vor allem die Beratungsangebote untergebracht: Ambulante Hilfen, Migrationsberatung, alle Angebote für (werdende) Familien, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Ämterlotsen sowie sämtliche Projektkoordination und der Pflegestützpunkt. Die Migrationsberatung ist deutlich gewachsen, was durch die gestiegene Nachfrage auch dringend notwendig geworden war: Über 600 Beratungen fanden im ersten Quartal 2016 in den anderthalb Räumen in der Prinzenstraße statt. Im neuen Gebäude gibt es einen eigenen Bereich mit mehreren Zimmern im Erdgeschoß, leicht zu erreichen und eine große Arbeitserleichterung für alle.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Diakonie im Holstenhof: Vieles unter einem Dach

Das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde verlässt mit einem lachenden und einem weinenden Auge beide Häuser in der Prinzenstraße und zieht um: Am Holstentor 16 lautet die neue Adresse ab dem 1.7.2016.

Zwei Hauptgründe für den Umzug nennt Diana Marschke, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks: Kurze Wege für die Mitarbeitenden sowie die Kunden und den behinderten- wie kinderwagengerechten Zugang. „Als Diakonie können wir Menschen mit Handicap nicht ausschließen und in der Prinzenstraße haben es Alleinerziehende mit Kinderwagen nicht so leicht, die Beratungsangebote wahrzunehmen“.

Durchschnittlich werden um die 60 Mitarbeitende in den neuen Räumen Am Holstentor 16 arbeiten, Marschke rechnet mit viel Leben: „Jeden Tag wird dort ab 8 Uhr jede Menge los sein“. Nicht zuletzt die Flüchtlinge haben dafür gesorgt, dass die Fachbereiche des Diakonischen Werks mehr Raum brauchen: In den bisherigen Räumen teilen sich mehrere Mitarbeiter häufig ein Büro, allein im Fachbereich Kinder, Jugend und Familie zählt Fachbereichsleiterin Monika Wegener 22 Mitarbeiter, die sich sechs bis sieben Räume teilen. Wegener, die seit 35 Jahren im Diakonischen Werk arbeitet, freut sich deshalb vorrangig auf den Umzug: „Die kurzen Wege sind genial und die Zeit für die bisher nötige logistische Meisterleistung, Menschen und Büros zuzuordnen, können wir sinnvoll nutzen“.

Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales, ist eher der Part des weinenden Auges: „Ich bin traurig, ein Stück weit verlassen wir ja auch ein Zuhause – aber wir gewinnen ja etwas tolles, Neues hinzu“. Sein Fachbereich wird in den neuen Räumen auf mehrere Stockwerke verteilt, vorher gilt es aber, eine ganz andere Herausforderung zu meistern: „Die Prinzenstraße 9 ist Postadresse für Wohnungs- oder Obdachlose, außerdem für Flüchtlinge, die noch keine eigene Wohnung haben, sondern bei Familie oder Bekannten untergekommen sind. All diese Menschen müssen Nachsendeaufträge unterschreiben und die neue Adresse den Behörden und zuständigen Stellen bekannt machen“.

Der Bereich Migration wird mit am meisten vom Umzug profitieren: In der Prinzenstraße gibt es anderthalb Räume, in denen im ersten Quartal 2016 über 600 Migrationsberatungen stattgefunden haben. Im neuen Gebäude gibt es einen eigenen Bereich mit mehreren Zimmern im Erdgeschoß, leicht zu erreichen und eine große Arbeitserleichterung für alle.

Im neuen Gebäude werden vor allem die Beratungsangebote gebündelt: Ambulante Hilfen, Migrationsberatung, alle Angebote für (werdende) Familien, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Ämterlotsen sowie sämtliche Projektkoordination und der Pflegestützpunkt. Während des Umzugs in der letzten Juni-Woche ist die Beratung nur telefonisch zu erreichen, für ihre Klienten aber selbstverständlich auch im Krisenfall da.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Billardtisch dank Spende

Hans Valdorf von der Bürgerstiftung Rendsburg freut sich: „Dieses Projekt entspricht genau unserem Prinzip ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘“, erklärt er. Das Projekt ist der Billardtisch in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Europaforum an der Altstadtschule. Der Tisch wurde dort seit 2010 bespielt und brauchte dringend eine Generalüberholung, Kostenpunkt 1.000 Euro. „Wenn Nils sagt, es kostet 1.000 Euro, dann können wir uns da auch drauf verlassen“, so Valdorf weiter. Es habe keine langen Diskussionen im Vorstand gegeben, die Spende sei an diesem Ort gut verwendet worden.

Fast ein Jahr hat Nils Heinrich, der Leiter der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, gemeinsam mit den Jugendlichen in den Räumen im Europaforum daran gearbeitet, den Tisch wieder spielbar zu machen. Laura Klopp (18) erzählt: „Ich hab die Platte geschliffen, mit Bootslack lackiert und wieder geschliffen, außerdem hab ich die Bahnen innen mit Leder ausgekleidet, damit der Tisch nicht mehr so laut ist“. Eine Herausforderung für Heinrich war, den Tisch später mit neuem Tuch zu bespannen: „Das ist richtig knifflig gewesen, da dürfen keine Falten rein oder so“.

Ulrich Kaminski, Fachbereichsleiter Soziales des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde, bedankte sich bei der Bürgerstiftung: „Sehr viel von unserer Arbeit hier wird projektbezogen finanziert, sei es die Arbeit mit Flüchtlingskindern oder eben Projekte wie der Billardtisch. Dieses großartige bürgerschaftliche Engagement ist sehr wichtig für uns.“ Das Europaforum ist nicht nur Ort für Offenen Kinder- und Jugendarbeit sondern auch für den Offenen Ganztag, Träger ist das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde.

Diakonie Rendsburg-Eckernförde

Projekt „Be U“ fördert Integration über Sprach- und Wertevermittlung

Sprachkenntnisse sind die Grundbedingung für die Integration von Flüchtlingen. Deshalb bietet das Diakonische Werk des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde mit einem Projekt gezielt zusätzliche Fördermöglichkeiten an: „Be U – begleitende und unterstützende Entwicklung der Sprachkompetenz“. Die Idee: Alltagsorientierte Angebote für Kinder und Jugendliche, bei denen sie Sprache lernen und anwenden müssen.

In den Osterferien lief zum Beispiel eine Aktion in den Räumen der Christkirchengemeinde, bei der pensionierte Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen von Rendsburger Gymnasien den Flüchtlingskindern halfen, das ABC und die Sprache zu lernen. Das Projekt ist eingebunden in die Netzwerke, die die Diakonie durch die Flüchtlings- und Migrationsberatung geknüpft hat: Als Beispiele seien Schulen, Kirchengemeinden, Kreis und Kommunen, Familienzentren oder Vereine genannt.

Eine neu erlernte Sprache festigt sich am besten, wenn sie gesprochen wird. Dafür braucht es neben Vokabeln und Grammatik auch Sprachselbstvertrauen, also die Sicherheit, dass das, was man sagt, auch richtig ist. Die bekommt nur, wer sich ausprobieren kann – zum Beispiel im Projekt „Be U“. Neben der Ferienaktion zum Spracherwerb bietet Projektleiter Samir Aloulou viele unterschiedliche Gruppenaktionen an: Er geht den Kindern zum Beispiel auf den Markt, wo sie neben der Sprache auch etwas darüber lernen, welche Produkte es in Deutschland gibt. Aber auch Schwimmkurse für Mädchen hat er schon auf die Beine gestellt. Andere Gruppen kochen, malen oder singen gemeinsam und lernen so, aufeinander zuzugehen. Vorurteile können abgebaut werden und das andere Kind und seine Kultur werden erlebbar. Alle Gruppen werden gemischt zusammengestellt, sodass immer deutsche Kinder und Flüchtlingskinder gemeinsam etwas unternehmen und miteinander lernen. Der Gedanke dahinter: Nicht nur die Sprache soll gelernt werden, die Kinder haben so auch Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Ein wichtiger Punkt dabei ist es aber auch, den Kindern westliche Werte wie etwa Gleichberechtigung zu vermitteln. „Wenn sich die Kindern zum Beispiel irgendwo anstellen müssen, stehen immer die Jungs vorne und die Mädchen hinten, die haben das ja alle so gelernt,“ erklärt Aloulou. Die Empörung bei den Jungs sei dann auch erstmal groß, wenn die Mädchen zuerst rein dürfen – das lege sich aber mit der Zeit: „Die Mädchen werden selbstbewusster, denen tut das richtig gut“, berichtet Aloulou mit sichtbarer Freude im Gesicht. Seine Erfahrung: Je jünger die Kinder sind, umso leichter nehmen sie die für sie neue Ordnung in der Gesellschaft an.

Aloulou hat über diese Angebote hinaus begonnen, Sprach-Patenschaften zu vermitteln: „Ältere Schüler und Schülerinnen sollen in die Familien gehen und über die persönliche Beziehung, die sich dann entwickelt, Integration in beide Richtungen fördern.“ In beide Richtungen bedeutet in diesem Fall, dass auch sich für einheimische Schüler und Schülerinnen neue Welten öffnen, wenn sie mit fremden Kulturen und Gewohnheiten konfrontiert sind. „So entstehen im besten Fall lebenslange Beziehungen zwischen Familien“, ist sich Aloulou sicher.
Er hat bereits um die 20 solcher Partnerschaften angekurbelt: Dafür bringt er die Kinder und Jugendlichen in ungezwungener Atmosphäre zusammen und sorgt dafür, dass sie einander kennen lernen und ins Gespräch kommen. Die Flüchtlingskinder kommen aus den DaZ-Klassen dreier Rendsburger Schulen: Der Grundschule Rotenhof, der Altstadtschule und der Christian-Timm-Regionalschule. An diesen Schulen ist Aloulou Ansprechpartner für das Lehrpersonal, die Schulleitung und auch die Eltern, meist als Dolmetscher. Der gebürtige Tunesier spricht fließend deutsch, englisch, französisch, italienisch und arabisch. Um auch die persisch-sprachigen Flüchtlingskinder betreuen zu können, hat er Kontakte zu ehrenamtlichen Dolmetschern, die ihn bei Bedarf unterstützen.

Die Paten für die Flüchtlinge kommen bisher überwiegend aus der Herderschule Rendsburg sowie dem beruflichen Gymnasium Osterrönfeld – Aloulou selbst stellt nur eine Bedingung an die Paten, die er nach wie vor sucht: Am besten sollten sie in der 9. Klasse sein, weil viele nach dem Abitur ihren bisherigen Heimatort verlassen. Er möchte die Patenschaften aber über viele Jahre begleiten und den Grundstein für langfristige Beziehungen legen.